Glucosamin-Risiko: 25 Prozent mehr Alzheimer bei leichter Beeinträchtigung
15.06.2026 - 13:21:49 | boerse-global.de
Neue Studien zeigen, wie unterschiedlich das Gehirn und die Organe auf die verschiedenen Süßmacher reagieren.
Das Gehirn unterscheidet zwischen Zuckerarten
Am 10. Juni veröffentlichte das Monell Chemical Senses Center in der Fachzeitschrift Neuron eine aufschlussreiche Studie. Obwohl Glukose und Fruktose gleich viele Kalorien liefern, verarbeitet das Gehirn sie völlig unterschiedlich.
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Fruktose hemmt die sogenannten Hunger-Neuronen (AgRP-Neuronen) deutlich schwächer als Glukose. Die Folge: Nach dem Konsum von Fruktose bleibt das Sättigungsgefühl aus. Interessanterweise wirkt Maissirup (HFCS) stärker auf diese Neuronen als reine Fruktose. Das erklärt laut Forschern, warum wir industrielle Süßstoffe oft so attraktiv finden.
Fruktose: Ein Problem für die Leber
Fruktose wird direkt in der Leber verarbeitet – und dort in Fett umgewandelt. Ein übermäßiger Konsum gilt daher als Haupttreiber für die nicht-alkoholische Fettleber. Das Problem: Fruktose stillt den Hunger kaum, fördert aber massiv die Fetteinlagerung.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt maximal 50 Gramm Fruktose pro Tag. Konkret bedeutet das: drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst täglich. Rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung leiden zudem an einer Fruktose-Unverträglichkeit – bei ihnen reichen bereits 25 Gramm für Beschwerden.
Künstliche Süßstoffe greifen ins Mikrobiom ein
Das Weizmann Institute untersuchte 2022 die Wirkung künstlicher Süßstoffe auf 120 gesunde Erwachsene. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Journal Cell, sind alarmierend: Saccharin und Sucralose verschlechterten die Glukosetoleranz und veränderten das Darmmikrobiom.
Bei Aspartam und Stevia zeigten sich ebenfalls Veränderungen, jedoch ohne signifikante Auswirkungen auf die Glukosetoleranz. Dass die Effekte tatsächlich von der Darmflora ausgelöst werden, bestätigten Stuhltransplantationen auf Mäuse – sie entwickelten die gleichen Stoffwechselreaktionen.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) stuft Süßstoffe innerhalb der Höchstmengen als unbedenklich ein. Die DGE rät hingegen zur Vorsicht, besonders mit Blick auf ein mögliches Diabetesrisiko.
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Glucosamin: Risiko für das Gehirn?
Auch Nahrungsergänzungsmittel geraten ins Visier der Forschung. Eine Studie von UF Health, veröffentlicht in Nature Metabolism, wertete Daten von 2012 bis 2024 aus. Das Ergebnis: Bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Alzheimer-Erkrankung unter Glucosamin-Einnahme um 25 Prozent.
Bei bereits an Demenz erkrankten Probanden war das Sterberisiko ebenfalls um 25 Prozent erhöht. Mausversuche mit einer Dosierung von rund 2500 Milligramm pro Tag zeigten zudem eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung. Die Forscher betonen: Weitere klinische Studien sind dringend nötig, um die Zusammenhänge endgültig zu klären.
