Glucosamin-Studie, Alzheimer-Risiko

Glucosamin-Studie: 25% erhöhtes Alzheimer-Risiko bei Supplementen

22.06.2026 - 13:12:46 | boerse-global.de

Neue Forschungsergebnisse stellen die jahrzehntealte Empfehlung zur Fettreduktion infrage und zeigen Risiken durch Kohlenhydratersatz auf.

ErnÀhrungsstudien: Fettverbot könnte Fettleber und Diabetes fördern
Glucosamin-Studie - Nahaufnahme einer Anordnung von gesunden Fetten und frischem GemĂŒse auf einem Holztisch mit unscharfen wissenschaftlichen Dokumenten im Hintergrund. 22.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Besonders die pauschale Reduktion von Fett steht in der Kritik – sie könnte unbeabsichtigt Fettleber und Diabetes begĂŒnstigt haben.

Die fatale Fett-Falle

Der jahrelange Austausch von Fett durch raffinierte Kohlenhydrate hat das Risiko fĂŒr Stoffwechselerkrankungen erhöht, warnen Experten wie ErnĂ€hrungswissenschaftler Sven-David MĂŒller. Das Forum for Evidence-Based Preventative Health (FEBPH) fordert eine grundlegende ÜberprĂŒfung der Leitlinien.

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Bisher empfehlen Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) und die WHO, die Fettzufuhr auf 30 bis 35 Prozent der Gesamtenergie zu begrenzen. Doch bereits 2015 stellte die DGE fest: Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen Gesamtfettaufnahme und dem Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheiten.

Die Harvard T.H. Chan School of Public Health bezeichnete die fettarme ErnĂ€hrung rĂŒckblickend als „gescheitertes Experiment". Die einseitige Fixierung auf Fettreduktion fĂŒhrte zu mehr industriell verarbeiteten Kohlenhydraten – ein Treiber fĂŒr die nicht-alkoholische Fettleber.

Zuckerfrei? Nicht ohne Risiko

Das Dasman Diabetes Institute aus Kuwait prĂ€sentierte auf der Fachkonferenz ENDO in Chicago ĂŒberraschende Ergebnisse. In MĂ€useversuchen ĂŒber 16 Wochen fĂŒhrte eine zuckerfreie DiĂ€t in Kombination mit fettarmer ErnĂ€hrung zu beeintrĂ€chtigter Glukosetoleranz und Insulinresistenz.

Die Forscher beobachteten eine Verschiebung des Darmmikrobioms: NĂŒtzliche Bakterien wie Lactobacillus murinus gingen zurĂŒck, entzĂŒndungsassoziierte Keime breiteten sich aus. Gleichzeitig stiegen die EntzĂŒndungsmarker IL-1? und IL-6 an.

Die Studie, veröffentlicht in Frontiers in Immunology, zeigt: Ausgewogene ErnÀhrung ist wichtiger als der isolierte Verzicht auf Zucker, wenn die restliche NÀhrstoffzusammensetzung nicht stimmt.

Supplemente im Gegenwind

Auch NahrungsergĂ€nzungsmittel geraten unter Druck. Eine Studie der University of Florida in Nature Metabolism wertete Daten von ĂŒber 50.000 Personen aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 aus. Ergebnis: RegelmĂ€ĂŸiges Glucosamin kann das Alzheimer-Risiko bei Menschen mit leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung um 25 Prozent steigern.

Die Keck Medicine of USC untersuchte Fischöl-PrÀparate (DHA) in einer zweijÀhrigen placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 365 Erwachsenen. Trotz eines Anstiegs des DHA-Spiegels im Gehirn um 17 Prozent gab es keine messbaren Vorteile bei GedÀchtnis- und Kognitionstests. Die Forscher vermuten: Omega-3-FettsÀuren entfalten ihre Wirkung eher im Verbund einer mediterranen ErnÀhrung als isoliert.

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Der neue Kurs: LebensmittelqualitÀt statt MakronÀhrstoff-Jagd

Die aktuelle Forschungslage zeigt einen klaren Trend: Weg von der Reduktion einzelner NĂ€hrstoffe, hin zur Betrachtung der LebensmittelqualitĂ€t. Ganzheitliche ErnĂ€hrungsmuster gewinnen gegenĂŒber isolierten DiĂ€tvorschriften an Bedeutung.

Experten fordern, die offiziellen Empfehlungen stÀrker an die Evidenz zur KohlenhydratqualitÀt und den Auswirkungen auf das Mikrobiom anzupassen.

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