Glucosamin, Studie

Glucosamin: Studie warnt vor 25% erhöhtem Alzheimer-Risiko

20.06.2026 - 08:41:04 | boerse-global.de

Forschungsergebnisse deuten auf 25 Prozent höheres Alzheimer-Risiko bei Glucosamin-Einnahme hin. Experten raten zur Vorsicht.

Glucosamin-Studie: Erhöhtes Demenzrisiko durch Gelenkmittel?
Glucosamin - Nahaufnahme eines menschlichen Gehirns mit leuchtenden neuronalen Netzwerken, verwoben mit Glucosamin-Ă€hnlichen Kristallen. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das beliebte Gelenkmittel Glucosamin steht im Verdacht, den Verlauf von Demenzerkrankungen zu beschleunigen.

Die im Juni in Nature Metabolism veröffentlichte Untersuchung analysierte Gesundheitsdaten von rund 24.000 Demenz-Patienten und 41.000 Personen mit leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen (MCI). Das Forschungsteam wertete die Daten von 2012 bis 2024 aus – mit Hilfe kĂŒnstlicher Intelligenz.

Das Ergebnis gibt zu denken: Etwa acht Prozent der Patienten nahmen regelmĂ€ĂŸig Glucosamin. Bei MCI-Patienten stieg das Risiko fĂŒr eine Alzheimer-Erkrankung um 25 Prozent. Bei bereits diagnostizierten Demenzkranken war die Einnahme mit einem ebenfalls 25 Prozent höheren Sterberisiko innerhalb von fĂŒnf Jahren verbunden.

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Was im Gehirn passiert

Die Forscher untersuchten auch die biologischen Mechanismen. Im Fokus steht die sogenannte Hyperglykosylierung – eine verstĂ€rkte Anlagerung von ZuckermolekĂŒlen an Proteine. Dieser Prozess tritt besonders in den GedĂ€chtnisregionen von Alzheimer-Patienten auf.

Tierversuche untermauern die These: MÀuse, die Glucosamin in einer Menge erhielten, die beim Menschen 2500 Milligramm tÀglich entspricht, zeigten schlechtere GedÀchtnisleistungen und verÀndertes Sozialverhalten. Blockierten die Forscher dagegen die Zuckeranlagerung, verbesserten sich die kognitiven Symptome.

Die Vermutung: Die verstÀrkte Glykosylierung könnte die Bildung von Amyloid-beta-Plaques und Tau-Tangles im Gehirn negativ beeinflussen.

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Vorsicht ist geboten

Die Autoren warnen vor voreiligen SchlĂŒssen. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie – einen direkten KausalitĂ€tsbeweis gibt es nicht. Kompliziert wird die Lage durch frĂŒhere Studien, die bei gesunden Anwendern sogar ein verringertes Demenzrisiko zeigten.

Fachleute raten dennoch zur Vorsicht. Wer bereits an Alzheimer leidet, kognitive EinschrĂ€nkungen hat oder familiĂ€r vorbelastet ist, sollte die Einnahme von Glucosamin mit dem Arzt besprechen. KĂŒnftige klinische Studien sollen klĂ€ren, ob das Absetzen des Mittels den Krankheitsverlauf bei Risikopatienten positiv beeinflussen kann.

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