Glucosamin: Studie warnt vor 25% höherem Demenz-Risiko
12.06.2026 - 02:31:25 | boerse-global.de
WĂ€hrend die EU einen Werbeversprechen fĂŒr Kreatin einen Riegel vorschiebt, warnen neue Studien vor Risiken bei Glucosamin.
Kreatin: Kein Boost fĂŒrs Gehirn
Die EU-Kommission hat am 26. Mai 2026 einen Health Claim fĂŒr Kreatin abgelehnt. Hersteller wollten das Supplement mit einer Verbesserung der kognitiven Funktion bewerben â mit tĂ€glich 3 Gramm. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte 21 Humanstudien geprĂŒft. Ihr Fazit: Kein konsistenter Nutzen belegt.
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Glucosamin erhöht Demenz-Risiko
Noch alarmierender sind neue Forschungsergebnisse aus den USA. Eine Studie der University of Florida, veröffentlicht am 10. Juni in Nature Metabolism, zeigt: Bei Menschen mit leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen steigt das Risiko fĂŒr Demenz um 25 Prozent. Bei Alzheimer-Patienten erhöht Glucosamin das Sterberisiko ebenfalls um 25 Prozent. Die Autoren raten: Supplementierung nur nach Absprache mit dem Arzt.
Jod-Mangel: Jeder Dritte betroffen
Trotz des breiten Angebots an Supplementen gibt es echte VersorgungslĂŒcken. Das ErnĂ€hrungsmonitoring des Max Rubner-Instituts vom April 2026 zeigt: 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder nehmen zu wenig Jod auf. Die Werte sind seit den 2000er-Jahren rĂŒcklĂ€ufig. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt Schwangeren und Stillenden tĂ€glich 100 bis 150 Mikrogramm.
Cholin: Risikofaktor fĂŒr Herzfehler
Ein weiterer NĂ€hrstoff rĂŒckt in den Fokus: Cholin. Eine Studie des UniversitĂ€tsklinikums Saarland mit Kinderherzen e.V. vom Juni 2026 fand heraus: Niedrige Cholin-Blutspiegel bei Eltern erhöhen das Risiko fĂŒr schwere angeborene Herzfehler beim Kind. Das Problem: In vielen SchwangerschaftsprĂ€paraten fehlt Cholin bisher.
Koffein-Polyphenol-Mix fĂŒr Radfahrer
Im Sportbereich gibt es positive Signale. Die UniversitÀt Exeter testete am 10. Juni 2026 ein PrÀparat mit 200 Milligramm Koffein und Polyphenolen. Bei trainierten Radfahrern verbesserte sich die Zeitfahrleistung um fast 5 Prozent. Zudem sank die Laktatkonzentration schneller, der Blutzucker blieb stabiler.
Glucomannan hilft beim Abnehmen
FĂŒr die Gewichtsreduktion bleibt Glucomannan eine der wenigen Substanzen mit anerkanntem Health Claim. Die EFSA bestĂ€tigt: 3 Gramm tĂ€glich in drei Portionen vor den Mahlzeiten â kombiniert mit einer kalorienarmen ErnĂ€hrung â fördern die Gewichtsabnahme.
Supplemente ersetzen keinen Lebensstil
Fachleute betonen immer wieder: NahrungsergĂ€nzungsmittel sind kein Ersatz fĂŒr Bewegung, gesunde ErnĂ€hrung und guten Schlaf. Das wurde auch auf einer Diskussionsrunde am 8. Juni 2026 in MĂŒnchen deutlich.
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Magnesium: Organisch oder anorganisch?
Bei Magnesium liegen die Empfehlungen von DGE und EFSA bei 300 Milligramm fĂŒr Frauen und 350 Milligramm fĂŒr MĂ€nner. Organische Verbindungen wie Citrat gelten als gut bioverfĂŒgbar. Anorganische Formen wie Oxid haben oft einen höheren elementaren Anteil.
Vorsicht vor Konservierungsstoffen
Eine aktuelle Studie im European Heart Journal (Juni 2026) warnt vor Zusatzstoffen. Die NutriNet-SantĂ©-Studie mit ĂŒber 112.000 Teilnehmern ĂŒber acht Jahre zeigte: Bestimmte Konservierungsstoffe erhöhen das Risiko fĂŒr Bluthochdruck um bis zu 29 Prozent. Das gilt auch fĂŒr verarbeitete Lebensmittel â nicht nur fĂŒr Supplemente.
