Glucosamin: Studie zeigt erhöhtes Alzheimer-Risiko um 25%
21.06.2026 - 22:54:56 | boerse-global.de
Eine aktuelle Umfrage zeigt: Drei von vier Befragten greifen regelmĂ€Ăig zu Vitaminen, Mineralstoffen und Co. Fast jeder FĂŒnfte schluckt tĂ€glich vier oder mehr verschiedene PrĂ€parate. Doch die Kombination mit alltĂ€glichen Genussmitteln wie Kaffee birgt Risiken.
Kaffee blockiert die NĂ€hrstoffaufnahme
Wer zum FrĂŒhstĂŒck seinen Kaffee trinkt und direkt die Eisen-Tablette nimmt, macht möglicherweise alles falsch. Studien belegen: Kaffee kann die Eisenaufnahme um bis zu 39 Prozent reduzieren. Beim FrĂŒhstĂŒck steigt die Hemmung sogar auf 66 Prozent. Der Grund: Das Koffein beeintrĂ€chtigt die BioverfĂŒgbarkeit vieler MikronĂ€hrstoffe.
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Experten empfehlen daher einen zeitlichen Abstand von ein bis zwei Stunden zwischen Kaffeegenuss und der Einnahme von EisenprĂ€paraten. Ăhnliche Effekte zeigen sich bei Magnesium. Koffein fördert die Ausscheidung des Minerals ĂŒber die Nieren. Mediziner raten deshalb, Magnesium vorzugsweise abends einzunehmen â um die stimulierende Wirkung des Koffeins zu umgehen.
Auch Vitamin D erfordert besondere Aufmerksamkeit. Die Einnahme sollte grundsÀtzlich mit einer fetthaltigen Mahlzeit kombiniert werden, um die Resorption zu optimieren.
Neue Studie: Glucosamin erhöht Alzheimer-Risiko
Doch nicht nur Wechselwirkungen mit Kaffee bereiten Sorgen. Neue Forschungsergebnisse der University of Florida stellen einen Zusammenhang zwischen Glucosamin und einem erhöhten Alzheimer-Risiko her. Die groĂangelegte Beobachtungsstudie wertete Daten von ĂŒber 50.000 Personen aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 aus.
Bei Menschen mit leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung (MCI) stieg das Risiko um 25 Prozent. Auch das Sterberisiko bei bereits an Demenz erkrankten Patienten erhöhte sich um denselben Prozentsatz. Die Arbeit wurde in âNature Metabolismâ veröffentlicht. Im Gegensatz dazu deuten Daten darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten das Alzheimer-Risiko senken könnten.
Parallel dazu untersuchte eine Studie von Keck Medicine die Wirkung von Omega-3-FettsÀuren. Trotz einer sechsmonatigen Gabe von 2.000 mg DHA tÀglich konnten bei den 365 Probanden im Alter zwischen 55 und 80 Jahren keine positiven Effekte auf die Kognition oder das Volumen des Hippocampus festgestellt werden.
Mediziner warnen vor unkontrollierter Supplementierung
Die weite Verbreitung von NahrungsergĂ€nzungsmitteln hat eine Kehrseite. Ărzte berichten von möglichen SchĂ€digungen von Leber und Nieren sowie Magen-Darm-Problemen durch hochdosierte PrĂ€parate. In EinzelfĂ€llen fĂŒhrte die langjĂ€hrige Hochdosis-Einnahme zur Bildung von Nierensteinen.
Fachleute wie der Mediziner Stephan Barth betonen: Supplemente können einen gesunden Lebensstil und die mitochondriale Fitness nicht ersetzen. Sie sind kein Ersatz fĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrung.
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Protein-Boom: Preise fĂŒr Whey verdoppelt
Die Nachfrage nach Supplementen spiegelt sich auch in den Marktzahlen wider. Zwischen Januar und Mai 2026 verzeichnete die Branche bei Protein-PrĂ€paraten einen Umsatz- und Absatzanstieg von 85 Prozent. Der Boom fĂŒhrte in Kombination mit einer hohen Inlandsnachfrage in den USA zu globalen EngpĂ€ssen bei Molkenprotein (Whey).
Die Folgen: Die Preise fĂŒr Whey-Konzentrat haben sich seit Jahresbeginn verdoppelt, Isolate wurden um 40 Prozent teurer. Branchenexperten rechnen damit, dass der Ausbau notwendiger ProduktionskapazitĂ€ten zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird.
QualitÀtssicherung bleibt problematisch
Neben wirtschaftlichen Aspekten bleibt die QualitĂ€tssicherung eine Herausforderung. Ein Test des Bundesamtes fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aus dem Jahr 2024 deckte auf: 50 Prozent der als Waldheidelbeeren deklarierten Proben waren FĂ€lschungen. In NahrungsergĂ€nzungsmitteln wurden Anthocyane teilweise durch Extrakte aus schwarzem Reis ersetzt.
Kaffeekonsum: Die Grenzen des Genusses
Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt klare Orientierungswerte vor: Eine tĂ€gliche Aufnahme von bis zu 400 mg Koffein â etwa vier bis fĂŒnf Tassen Filterkaffee â gilt fĂŒr gesunde Erwachsene als unbedenklich. Ab 500 mg können toxische Symptome wie Zittern oder Ăbelkeit auftreten. Ein Konsum von mehr als sechs Tassen tĂ€glich wird zudem mit einem erhöhten Risiko fĂŒr Herzerkrankungen in Verbindung gebracht.
