Glucosamin-Warnung: Gelenkpillen erhöhen Alzheimer-Risiko um 25%
Veröffentlicht am: 22.06.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Doch eine beliebte Behandlung birgt ein ĂŒberraschendes Risiko.
Protein Pim1 im Fokus: Hoffnung fĂŒr Arthritis-Patienten
Wissenschaftler der Sun Yat-sen University haben ein neues Ziel fĂŒr die Arthritistherapie identifiziert. Das Protein Pim1 treibt in Immunzellen EntzĂŒndungsprozesse voran. Es steuert den mitochondrialen Kalziumeinstrom in CD4+ T-Zellen und begĂŒnstigt so die Bildung von Th17-Zellen.
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In Mausversuchen fĂŒhrte das Ausschalten von Pim1 zu einer deutlichen Symptomreduktion. Der bereits zugelassene Wirkstoff Nilotinib zeigte im Tierversuch vielversprechende Ergebnisse: Er linderte EntzĂŒndungen und stoppte Knorpel- und Knochenzerstörungen. Die Studie erschien im Juni im Fachjournal Research. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.
Knorpel-Regeneration: Forscher entschlĂŒsseln Alterungs-Mechanismus
Parallel dazu veröffentlichte ein Team der Stanford University im Juni in Science neue Erkenntnisse zum Protein 15-PGDH. Die Forscher um Helen Blau und Nidhi Bhutani identifizierten es als Treiber der Gewebealterung.
Durch Hemmung von 15-PGDH gelang es im Mausmodell und in menschlichen Gewebeproben, Knorpel zu regenerieren. Die Behandlung verhinderte sogar die Entstehung von posttraumatischer Arthritis nach Verletzungen.
Minimalinvasiv: Embolisation lindert Knieschmerzen
Die CharitĂ© Berlin erzielte einen Durchbruch bei der Behandlung von Knie-Osteoarthritis. Die Studie im Fachjournal Radiology untersuchte die Embolisation der Arteria genicular (EAG). Dabei spritzen Ărzte schnell resorbierbare Gelatine-MikrosphĂ€ren in die BlutgefĂ€Ăe.
194 Patienten nahmen teil â Durchschnittsalter 69 Jahre, BMI 28,4. Alle hatten zuvor erfolglos konservative Therapien versucht. Nach zwölf Monaten sank der Schmerz-Score (0 bis 10) von durchschnittlich 7 auf 3 Punkte. Rund 80 Prozent der Teilnehmer erreichten eine klinisch relevante Verbesserung ihrer Beweglichkeit. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.
Vorsicht bei Glucosamin: Alzheimer-Risiko steigt
Eine Studie der University of Florida sorgt fĂŒr Aufsehen. Forscher untersuchten in Nature Metabolism die Langzeitfolgen von Glucosamin â einem beliebten NahrungsergĂ€nzungsmittel gegen Gelenkschmerzen.
Die Daten von ĂŒber 50.000 Personen aus den Jahren 2012 bis 2024 zeigen: Bei Menschen mit leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung steigt das Alzheimer-Risiko durch regelmĂ€Ăige Einnahme um 25 Prozent. Bei bestehender Demenz erhöht sich das Sterberisiko innerhalb von fĂŒnf Jahren um weitere 25 Prozent.
Ein kausaler Nachweis steht noch aus. Begleitende Mausversuche mit 2.500 mg pro Tag zeigten jedoch eine Verschlechterung der GedÀchtnisleistung.
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Neue Medikamente: Fortschritte und RĂŒckschlĂ€ge
Die Pharmakotherapie macht ebenfalls Fortschritte. Abatacept senkte das Risiko fĂŒr das Fortschreiten einer rheumatoiden Arthritis von rund 50 auf etwa 20 Prozent. Vilamakitug erhielt Zulassungen fĂŒr spezifische Indikationen wie die axiale Spondyloarthritis.
Doch es gibt auch RĂŒckschlĂ€ge: Resomelagon verfehlte in einer Phase-2b-Studie seinen primĂ€ren Endpunkt. Zudem warnen Fachleute vor IL-1beta-Hemmern â sie erhöhen das Infektionsrisiko.
