GM Defense auf der AUSA 2026: Neuer autonomer MilitÀr-Pickup vorgestellt
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wie Branchenberichte vom 12. Oktober 2026 darlegen, hat GM Defense auf der RĂŒstungsmesse AUSA 2026 in Washington einen neuen Prototyp eines unbemannten Bodenfahrzeugs vorgestellt.
Das System basiert auf der Plattform des zivilen Pickups Chevrolet Silverado 3500 Heavy Duty und dient als Technologie-Demonstrator. Dieser soll bis Juni 2027 voll einsatzbereit sein, wĂ€hrend funktionale Tests fĂŒr das Jahr 2027 vorgesehen sind. Pete Johnson, VizeprĂ€sident fĂŒr Integrated Vehicle Solutions bei GM Defense, erlĂ€uterte die Einzelheiten der Entwicklung am Rande der Fachtagung.
Skateboard-Architektur und kamerabasierte Autonomie
Technisch setzt das unbemannte Bodenfahrzeug auf der Skateboard-Architektur mit Zwillingsbereifung an der Hinterachse des Silverado 3500HD auf. Die Konstruktion ermöglicht eine Nutzlast von bis zu 8.000 Pfund, was rund 3.630 Kilogramm entspricht.
Als Energiequelle dient ein wiederaufladbares Speichersystem auf Basis der Ultium-Batterie von General Motors mit einer KapazitÀt von 100 Kilowattstunden, wobei in Veröffentlichungen teils auch 102 Kilowattstunden genannt werden.
Das Fahrzeug nutzt ein Drive-by-Wire-System und stellt herstellerunabhĂ€ngige, offene Schnittstellen fĂŒr modulare Nutzlasten bereit. Neben der internen Versorgung kann das System auch Onboard- und Exportstrom fĂŒr externe GerĂ€te abgeben.
Die autonome Steuerung stammt von Scout AI. Zum Einsatz kommt der sogenannte Gx Ground Agent, der auch unter der Bezeichnung Fury gefĂŒhrt wird und rein kamerabasiert arbeitet. Das System nutzt vier elektro-optische und zwei Thermal-Kameras, um eine 360-Grad-Abdeckung des Fahrzeugumfelds zu gewĂ€hrleisten. Die Softwarearchitektur basiert auf einem Vision-Language-Action-Modell und benötigt eine elektrische Leistung von unter 200 Watt.
Der auf einer zivilen Pickup-Plattform basierende unbemannte Technologie-Demonstrator zeigt, wie schnell autonome Bodenfahrzeuge in Versorgungs- und Logistikprofile drĂ€ngen â funktionale Tests sind erst fĂŒr 2027 vorgesehen, ein Testlieferungstermin an die StreitkrĂ€fte steht bislang nicht fest. Wer jetzt Beschaffungsentscheidungen vorbereitet, braucht belastbare Kriterien fĂŒr Nutzlast, Energieversorgung und offene Schnittstellen, bevor die Konkurrenz ihre Anforderungen fixiert. Kostenlosen Beschaffungs-Report fĂŒr autonome Bodenfahrzeuge anfordern
Drohnenabwehr und geplante Einsatzprofile
Auf der Messe prĂ€sentierte GM Defense das Fahrzeug mit integrierter Abwehr- und Sensoriktechnik. Dazu zĂ€hlte die Hochenergielaser-Waffe Locust X3 von AeroVironment, die fĂŒr den Einsatz gegen unbemannte Flugsysteme der militĂ€rischen Gruppen 1 bis 3 vorgesehen ist.
FĂŒr diese Lasertechnologie mit Leistungen zwischen 20 und ĂŒber 35 Kilowatt hatte die US Army am 2. September 2026 einen Auftrag ĂŒber 464,8 Millionen US-Dollar erteilt. ErgĂ€nzt wurde der Aufbau durch den akustischen Drohnensensor Discovair G2+ des Herstellers Squarehead.
Das Einsatzkonzept zielt primĂ€r auf das Vorhaben Project Sustainment der US Army ab, das unbemannte Versorgungsmissionen vorsieht. Genannt werden zudem Aufgaben der lautlosen Logistik im Batteriebetrieb sowie der Abtransport von Verwundeten. Die Konzeptentwicklung des Demonstrators hatte im spĂ€ten FrĂŒhjahr oder frĂŒhen Sommer 2026 begonnen. Ein aktueller Plan fĂŒr eine Testlieferung des Fahrzeugs an die StreitkrĂ€fte besteht bislang nicht.
Wachsendes MilitÀrgeschÀft bei GM Defense
Das Projekt reiht sich in ein wachsendes Portfolio militĂ€rischer Fahrzeugprogramme ein. GM Defense plant derzeit die Lieferung von fast 12.000 Einheiten des Infantry Squad Vehicle an die US Army. Dies entspricht einer Ausweitung gegenĂŒber dem ursprĂŒnglichen Beschaffungsumfang von 649 Fahrzeugen um rund 1.750 Prozent.
Drohnen der Gruppen 1 bis 3 bleiben die ungelöste Bedrohung â auf der Messe wurde der Demonstrator mit einer Laserwaffe und einem akustischen Drohnensensor kombiniert, deren Auftragsvolumen bereits vergeben ist. Ein strukturiertes Drohnenabwehr-Audit zeigt, welche Sensorik und welche Effektoren zu Ihrem Schutzprofil passen und wo Ihre aktuelle AufklĂ€rung LĂŒcken lĂ€sst. Drohnenabwehr-Audit jetzt herunterladen
Im Jahr 2020 hatte das Unternehmen einen Vertrag im Wert von 214,3 Millionen US-Dollar ĂŒber 2.065 Fahrzeuge dieses Typs gewonnen. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 wird fĂŒr die MilitĂ€rsparte ein Umsatz von rund 700 Millionen US-Dollar erwartet.
