GM Super Cruise: Eyes-off-Fahren soll 2028 im Escalade IQ starten
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Automobilindustrie bereitet den nächsten großen Entwicklungsschritt bei automatisierten Fahrsystemen vor: General Motors plant, im Jahr 2028 eine erweiterte, Eyes-off-fähige Version des Assistenzsystems Super Cruise im Cadillac Escalade IQ auf den Markt zu bringen.
Konzernchefin Mary Barra bekräftigte den Zeitplan für diese Technologie, die funktionell über dem bestehenden Super-Cruise-System angesiedelt ist und es Fahrern auf dafür freigegebenen Strecken ermöglichen soll, den Blick dauerhaft vom Verkehrsgeschehen abzuwenden. General Motors strebt an, das autonome Fahren mit dieser erweiterten Funktionalität bis 2028 zu kommerzialisieren.
Umfassende Tests im GM Technical Center
Um die Interaktion zwischen Mensch und Maschine bei hochautomatisierten Systemen abzusichern, setzt der US-Konzern auf intensive Vorarbeiten. Am GM Technical Center in Warren im US-Bundesstaat Michigan führt der Hersteller Versuchsreihen in Simulatoren durch. Dabei nahmen bereits Hunderte von Freiwilligen in Fahrzeugmodellen wie dem Cadillac Lyriq teil.
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Während der Testfahrten erfassen die Entwickler biometrische und verhaltensbezogene Parameter wie Augenbewegungen, Herzfrequenz und Stresslevel der Probanden, um fundierte Erkenntnisse über Reaktionsmuster und das Vertrauen in automatisierte Fahrfunktionen zu gewinnen.
Das Vorhaben baut auf einer Technologiebasis auf, die bereits seit mehreren Jahren im Serieneinsatz erprobt wird. Das ursprüngliche System Super Cruise startete im Jahr 2017 als reines Hands-free-System, das als Fahrerassistenz fungiert und nicht als selbstfahrend eingestuft ist.
Mittlerweile ist Super Cruise auf einem Streckennetz von mehr als 630.000 Straßen in den USA und Kanada verfügbar und wird in mehr als 20 Fahrzeugmodellen der Konzernmarken Cadillac, GMC, Buick und Chevrolet angeboten.
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Branchenweiter Zielkorridor und rechtliche Hürden
General Motors steht mit der Zielmarke 2028 nicht allein da. Laut Sam Abuelsamid vom Analysehaus Telemetry gilt das Jahr 2028 als breiter Zieltermin mehrerer Automobilhersteller für die Einführung von Eyes-off-Funktionen auf Autobahnen.
Ein solcher Schritt markiert eine signifikante Zäsur für die gesamte Branche, da derzeit kein Serien-Pkw über ein entsprechendes System verfügt, das dem Fahrer die dauerhafte Abwendung vom Straßenverkehr gestattet.
Neben den technologischen Herausforderungen bleibt das regulatorische Umfeld ein wesentlicher Faktor für die praktische Umsetzung. In den Vereinigten Staaten erfolgt die Zulassung und Regulierung automatisierter Fahrzeugsysteme nicht auf bundesweiter Ebene, sondern wird von den einzelnen Bundesstaaten bestimmt.
Für die Automobilhersteller bedeutet dies, dass Systeme wie die für 2028 avisierte Ausbaustufe je nach Bundesstaat unterschiedliche gesetzliche Anforderungen erfüllen müssen, bevor sie im regulären Straßenverkehr genutzt werden können.
