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Google Android: Mehr als 5 Millionen Betrugsversuche pro Monat erkannt

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gemini prüft Nachrichten, Links und Anrufe; weitere Android-Schutzfunktionen starten schrittweise je nach Gerät und Region.
Moderne, minimalistische Serverraum-Umgebung mit bläulicher Beleuchtung zur Veranschaulichung digitaler Sicherheitsprozesse. Illustration mit AI erstellt.

Google führt neue, mehrschichtige Sicherheitsfunktionen für das mobile Betriebssystem Android ein. Wie das Unternehmen am 14. Oktober 2026 in seinem Android-Sicherheitsblog mitteilte, setzt das System künftig verstärkt auf die hauseigene Gemini-Künstliche-Intelligenz, um verdächtige Aktivitäten in Textnachrichten und Telefonaten automatisiert zu identifizieren und Nutzer vor Täuschungsversuchen zu warnen.

KI-Analyse in Google Messages und Circle to Search

Im Zentrum der Neuerungen steht ein optionaler erweiterter Schutzmodus für Google Messages. Bei diesem prüfen Cloud-basierte Gemini-Modelle Unterhaltungen mit unbekannten Absendern auf betrügerische Muster. Laut Google erfolgt diese Verarbeitung verschlüsselt über die Sicherheitsarchitektur Private AI Compute.

Die Verteilung soll in den kommenden Wochen anlaufen. Als Systemvoraussetzung nennt der Konzern mindestens ein Google Pixel 6, ein Samsung Galaxy S24+, ein Galaxy Z Flip6, ein Galaxy Z Fold6 oder andere Android-Smartphones, die mit der Schnittstelle AICore ausgestattet sind.

Zusätzlich analysiert das lokal auf dem Gerät laufende Modell Gemini Nano unbekannte Weblinks in Echtzeit, noch bevor Anwender diese öffnen. Diese direkte Linkprüfung steht auf Geräten ab dem Pixel 10, der Samsung Galaxy S26-Serie sowie den Modellen Galaxy Z Flip 8 und Galaxy Z Fold 8 und weiteren ausgewählten Geräten zur Verfügung. Neu gestaltete Warnhinweise vor Verlinkungen von unbekannten Kontakten stellt Google hingegen rückwirkend bis hinab zu Android 6 bereit.

Am 15. Oktober 2026 kündigte Google zudem eine Erweiterung für Circle to Search an: Nutzer können verdächtige Textnachrichten direkt auf dem Bildschirm einkreisen, woraufhin die KI eine Betrugsprüfung vornimmt. Eine Übersicht blendet Hinweise ein und empfiehlt bei erkannten Warnsignalen das Löschen der Nachricht sowie das Blockieren des Absenders. Angaben zur Verfügbarkeit dieser Funktion in Japan machte das Unternehmen nicht.

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Schutz beim Bildschirmteilen und gegen Rufumleitungen

Parallel weitet Google die bestehenden Betrugsalarme in Chat-Benachrichtigungen über die eigene Pixel-Reihe hinaus aus. Im Laufe des Jahres sollen hunderte Millionen Nutzer über Partnerschaften mit Android-Herstellern wie Xiaomi, vivo, OnePlus, OPPO, Motorola, realme, HONOR, Infinix, iQOO, itel, JOVI und TECNO Zugriff auf die Warnungen erhalten.

Um Datenabflüsse während der Bildschirmübertragung zu verhindern, blendet das System sensible Bereiche wie Login- und Zahlungsmasken künftig automatisch aus. Diese Schutzmaßnahme greift ab Oktober 2026 auf Geräten ab Android 15 auch im Browser Chrome und in Android WebView.

Anfang Dezember 2026 folgt auf Pixel-Smartphones und ausgewählten Modellen ein Riegel gegen Call-Forwarding: Apps können Rufumleitungen dann nicht mehr unbemerkt im Hintergrund aktivieren. Zudem werden Anwender gewarnt, sobald verdächtige Steuercodes über die Wahltastatur eingegeben werden.

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Steigender Druck durch Telefonbetrug

Die Einführung der Schutzmechanismen erfolgt nach Angaben des Konzerns schrittweise und variiert je nach Modell sowie Region. Die Relevanz der Maßnahmen unterstreichen aktuelle Kennzahlen: Nach Angaben von Google markieren die bestehenden Betrugserkennungen in Google Phone und Google Messages monatlich über 5 Millionen verdächtige Anrufe und Kurznachrichten.

Ein Programm für verifizierte Finanzanrufe in Partnerschaft mit der Banco do Brasil, Itaú Unibanco und Revolut blockierte seit dem Start im Juni über 3 Millionen gefälschte Banktelefonate.

Nach Angaben des brasilianischen Bankenverbands FEBRABAN nahm die betrügerische Nachahmung von Banken über manipulierte Anrufer-IDs in Brasilien innerhalb von zwölf Monaten um 195,7 % zu. Das Problem beschäftigt auch die Verbraucher: In einer von Google finanzierten YouGov-Umfrage unter 4.500 Teilnehmern in den USA, Kanada und Australien gaben 40 % der Befragten an, sehr oder extrem besorgt über Mobilfunkbetrug zu sein.

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