Google-Backup: Gratis-Speicher für SMS und Anruflisten endet
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google rechnet künftig SMS, Anruflisten und Geräteeinstellungen auf das persönliche Speicherkontingent an. Für Nutzer des kostenlosen 15-Gigabyte-Kontingents wird es eng.
Was genau sich ändert
Bisher blieben wesentliche Bestandteile der Gerätesicherung vom Speicherlimit verschont. Dazu gehörten SMS- und MMS-Nachrichten, Anruflisten, allgemeine Geräteeinstellungen sowie spezifische App-Daten. Google stellte diesen Speicherplatz kostenlos zur Verfügung – ohne Anrechnung auf das Google-Konto.
Das ändert sich jetzt grundlegend. Die neue Regelung macht diese Daten zum festen Bestandteil des genutzten Speichervolumens.
Laut Analysen entsteht dadurch ein durchschnittlicher Mehrverbrauch von etwa 40 Megabyte pro Gerät. Das klingt nach wenig – wer sich aber bereits nahe der 15-Gigabyte-Grenze bewegt, bekommt schnell Probleme. Sobald das Limit überschritten ist, pausiert das System die automatische Sicherung. Ein Risiko: Bei Verlust oder Defekt des Geräts fehlt dann das aktuelle Backup.
Wann die Änderung kommt
Google führt die neuen Regeln gestaffelt ein. Für Neukunden gilt die Anrechnung bereits seit dem 7. Juli 2026. Bestandskunden erhalten eine Übergangsfrist: Sie bekommen eine Informations-E-Mail und haben dann 45 Tage Zeit, bevor die Anrechnung wirksam wird.
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Bis Anfang September 2026 soll die Umstellung für die meisten Bestandskunden abgeschlossen sein.
Warum Google diesen Schritt geht? Offiziell nennt das Unternehmen keinen Grund. Branchenbeobachter vermuten jedoch, dass der enorme Speicherbedarf für KI-Anwendungen den Kostendruck erhöht hat. Das Ergebnis: eine striktere Kontingentierung.
Neue Kontrollmöglichkeiten für Nutzer
Google hat gleichzeitig neue Funktionen ins Android-System integriert. Ab Version 9 können Anwender nun granular steuern, welche Daten in die Cloud gesichert werden.
Unter dem Punkt „Sicherung“ in den Systemeinstellungen lässt sich festlegen, ob SMS-Nachrichten oder die Anrufhistorie vom Backup ausgeschlossen werden. Auch die Sicherung einzelner App-Daten kann separat deaktiviert werden.
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Diese Werkzeuge gewinnen durch die neue Richtlinie enorm an Bedeutung. Wer seinen Speicherverbrauch aktiv minimiert, kann das Erreichen des 15-Gigabyte-Limits hinauszögern.
Was das für die Datenhygiene bedeutet
Die Änderung zeigt einen klaren Trend: Cloud-Dienste, die einst als kostenlose Grundfunktionen galten, werden zunehmend kommerzialisiert. Für Nutzer bedeutet das mehr Aufwand bei der digitalen Selbstverwaltung.
Experten raten zur regelmäßigen Überprüfung der Backup-Einstellungen. Auch das Löschen nicht mehr benötigter Daten wird wichtiger, um die Gerätesicherung ohne zusätzliche Kosten aufrechtzuerhalten.
Reicht der Speicherplatz trotzdem nicht aus und pausiert das Backup, bleiben zwei Optionen: die Reduzierung der zu sichernden Datenmenge – oder der Kauf zusätzlichen Speicherplatzes durch kostenpflichtige Abonnements.
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