Google Cloud A5X: Vera-Rubin-Instanzen starten im November allgemein
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 18:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deGoogle Cloud hat am 21. Oktober 2026 den Start neuer A5X-Instanzen angekündigt, die auf Nvidias Vera-Rubin-NVL72-Architektur basieren. Die neuen Cloud-Ressourcen sollen im November allgemein verfügbar werden und zu einem späteren Zeitpunkt auch Kunden in Europa zur Verfügung stehen.
Mit dem Generationswechsel zielen beide Konzerne auf die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für komplexe Trainings- und Inferenzaufgaben im Bereich der künstlichen Intelligenz.
Technische Neuerungen der A5X-Plattform
Die A5X-Instanzen verknüpfen NVL72-Racks mit ConnectX-9 SuperNICs, Googles Virgo-Netzwerk sowie einer vierten Generation von Flüssigkeitskühlung. Laut Herstellerangaben von Nvidia bietet das System gegenüber der Vorgängergeneration Blackwell eine fünffache Inferenzleistung und eine 3,5-fache Trainingsleistung.
Jedes NVL72-Rack umfasst 36 CPUs sowie 72 GPUs und setzt vollständig auf Flüssigkeitskühlung. Ein signifikanter Fortschritt wurde bei den Rüstzeiten erzielt: Die Montagezeit pro Rack verringerte sich von zuvor zwei Stunden auf fünf Minuten.
Nvidia beziffert die technischen Parameter der NVL72-Einheit auf 72 Rubin-GPUs, 36 Vera-CPUs, NVLink 6, eine HBM4-Bandbreite von 1.400 TB/s sowie eine NVLink-Bandbreite von 216 TB/s. Bei Modellen mit Billionen von Parametern verspricht der Chiphersteller bis zu 45-mal niedrigere Token-Kosten im Vergleich zur Blackwell-Architektur.
Google Cloud plant als Zielmarke den Einsatz von bis zu 960.000 Rubin-GPUs über mehrere Rechenzentrumsstandorte hinweg; eine konkrete Installationszahl liegt bislang nicht vor. Das virgo-basierte Netzwerk erlaubt Cluster mit bis zu 80.000 Rubin-GPUs pro Einzelstandort.
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Zur Optimierung der Energieeffizienz prüfen Google Cloud und Nvidia zudem den Einsatz von DSX MaxLPS zur Steigerung der Leistung pro Watt. Ergänzend sind Managed Lustre mit GPUDirect Storage und erweitertes KV-Caching über den HBM-Speicher hinaus vorgesehen.
Erste Anwender und unklare Eckdaten für Europa
Als erster Referenzkunde für die A5X-Instanzen wurde das in London ansässige Unternehmen Ineffable Intelligence genannt, das von AlphaGo-Erfinder David Silver gegründet wurde und die Kapazitäten für Reinforcement-Learning-Workloads nutzt.
Auch die Werbeholding WPP testete bereits kreative KI-Agenten auf der A5X-Plattform; Nvidia gab an, dass dabei Multi-Node-Workloads auf einer einzelnen Instanz ausgeführt wurden, wobei hierfür keine unabhängigen Benchmark-Ergebnisse vorliegen.
Trotz der Ankündigung bleiben wesentliche Rahmendaten für den europäischen Markt vorerst offen. Google Cloud und Nvidia nannten weder ein konkretes Startdatum für europäische Rechenzentren noch Preise, genaue Instanz-Spezifikationen oder geplante Standorte. An den Finanzmärkten reagierten die Papiere verhalten: Vorbörslich verzeichnete die Alphabet-Aktie ein Minus von rund einem Prozent, während die Nvidia-Aktie um rund zwei Prozent zulegte.
Parallele Einführungen im Cloud- und Servermarkt
Neben Google Cloud treiben auch andere Marktteilnehmer den Rollout der neuen Technologie voran. Nvidia stellte die Vera-Rubin-NVL72-Systeme in einer begrenzten Verfügbarkeit auf der CoreWeave Cloud bereit, wo hunderte GPUs über mehrere Regionen verteilt sind. CoreWeave verfügte im September bereits über sieben einsatzbereite Racks in Produktion.
Der Softwareanbieter Cognition, Entwickler des KI-Assistenten Devin, nutzt diese Plattform als erster Kunde für produktive KI-Agenten. Nach Messungen von Cognition auf CoreWeave ergab sich bei SWE-2-Inferenzaufgaben ein bis zu 4,8-fach höherer Token-Durchsatz im Vergleich zu Systemen auf Basis von GB200 NVL72.
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Im Rahmen der Bereitstellung stellte Nvidia zudem die Referenzarchitektur OpenShell vor, die Agenten in geschützten Sandboxes isoliert und Sicherheitsregeln hardwareseitig über BlueField-Sentry durchsetzt.
Die Architektur ist bereits verfügbar und unterstützt Systeme von Anthropic, Google, Meta und OpenAI. Während IT-Sicherheitsanbieter wie CrowdStrike und Palo Alto Networks an einer Integration arbeiten, prüfen Institute wie BBVA und Santander den Einsatz.
Hardwarepartner wie Red Hat, HPE und Dell bereiten ebenfalls die Einbindung vor. Red Hat berichtete über erste Rubin-Bestellungen aus dem Bankensektor, während Dell angab, den Kundenstamm seiner AI Factory mit Nvidia um 1.500 auf über 6.500 Kunden ausgebaut zu haben.
HPE verwies auf mehr als 200 Private-Cloud-Installationen, machte jedoch im Zuge einer Quiet Period keine Angaben zu konkreten Vera-Rubin-Bestellungen. Laut einer Marktbeobachtung von Moor Insights greifen Unternehmen derzeit vor allem über große Hyperscaler und Neoclouds auf Vera-Rubin-Kapazitäten zu, da eigene Beschaffungen mit hohen Investitionshürden verbunden sind.
Eine Umfrage von Omdia unter 400 IT-Fachleuten aus dem April 2026 ergab zugleich, dass 75 Prozent On-Premises-Modelle favorisieren, wenngleich Experten die Gesamtkosten dafür auf hunderte Millionen US-Dollar beziffern.
