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Google Cloud KMS: Quantensichere Signaturen ab sofort verfügbar

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google, Samsung und Acer veröffentlichen neue Sicherheitslösungen. Ein Rechtsstreit um Datenlöschung und eine Studie zur Malware-Erkennung prägen die Woche.

Sicherheitsupdates: Google, Samsung & Acer im Überblick
Modernes Smartphone mit biometrischer Sicherheitsoberfläche auf einem professionellen Schreibtisch mit Serverraum-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehrere große Technologiekonzerne haben diese Woche tiefgreifende Sicherheitsupdates für ihre Plattformen veröffentlicht. Von neuen Hardware-Laptops über verbesserte Passwortverfahren bis hin zu einem Rechtsstreit um Datenlöschung – die Branche reagiert auf wachsende Bedrohungen und regulatorischen Druck.

TPM-Chips und biometrische Sperren: Neue Schutzschichten für Android

Der chinesische Anbieter Shanghai Sabshen Network Technology hat eine aktualisierte Version seiner TPM-Sicherheitschip-Anwendung für Android veröffentlicht. Das Tool soll nicht nur vor Viren schützen, sondern auch Beweise für rechtliche Zwecke sichern. Nutzer erhalten damit eine Arbeit digitales Beweismittel-Kit für ihr Smartphone.

Ebenfalls am 28. Juli hat LuxTrust seine mobile App auf Version 4.25.0 aktualisiert. Die Neuerung: Eine Transaktionshistorie, die den Überblick über elektronische Signaturen und Banking-Dienste erleichtert. Die App setzt auf Push-Benachrichtigungen und QR-Code-Authentifizierung und erfüllt die strengen EU-Standards eIDAS, PSD2 und DSGVO.

Ein Nischenprodukt, das aber für Datenschutz-Fans interessant ist: Sterna Mail in Version 1.4.2. Der quelloffene E-Mail-Client unterstützt jetzt OpenPGP-Verschlüsselung und biometrische Sperren – und das ganz ohne Google-Dienste.

Windows-Login per Smartphone: Google baut Brücken

Google hat am heutigen Mittwoch seine Sicherheitsfunktionen für Google Workspace erweitert. Der Google Credential Provider for Windows (GCPW) unterstützt nun FIDO2-Sicherheitsschlüssel und Handy-Passkeys. Administratoren können damit eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2SV) erzwingen, bei der das Bluetooth-gekoppelte Smartphone als Authentifizierungstoken für den Windows-Login dient.

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Noch einen Schritt weiter geht Google Cloud KMS: Seit dem 28. Juli sind dort quantensichere Signaturen allgemein verfügbar. Die Technologie folgt den CNSA-2.0-Vorgaben der US-Regierung und setzt auf Algorithmen wie ML-DSA und SLH-DSA. Ein klares Signal, dass die Bedrohung durch Quantencomputer ernst genommen wird.

Acer bringt Leichtgewicht mit Hochsicherheits-Zertifikat

Im Hardware-Bereich hat Acer das TravelMate P6 14 AI vorgestellt. Das Business-Notebook wiegt unter einem Kilogramm und ist als Secured-core PC zertifiziert – ein Microsoft-Siegel für besonders geschützte Geräte. Angetrieben wird es von Intels Core Ultra Series 3 mit vPro-Technologie, die speziell für sicherheitskritische Aufgaben entwickelt wurde.

Parallel dazu setzt Microsoft eigenen Angaben zufolge verstärkt auf TPM-Chips, um den Einsatz nicht autorisierter Aktivierungstools für Windows 11 Enterprise zu unterbinden.

Rechtsstreit um „Notfall-Passwort“: Datenschutz oder Sabotage?

Die Nutzung moderner Datenschutz-Tools ist zum Gegenstand eines Bundesverfahrens in den USA geworden. Die Entwickler von GrapheneOS – einem datenschutzorientierten Android-Ableger – verteidigen eine umstrittene Funktion: Ein Zwangspasswort, das bei Eingabe das gesamte Telefon löscht.

Hintergrund ist ein Vorfall vom Januar 2025. Der Aktivist Samuel Tunick soll diese Funktion genutzt haben, um sein Pixel-Telefon während einer Durchsuchung durch die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) am Flughafen Atlanta zu löschen. Tunick wird nun wegen Sachbeschädigung angeklagt.

Die Entwickler argumentieren, die Funktion sei ein legaler und verfassungsrechtlich geschützter Datenschutzmechanismus. Eine Anhörung zur Beweisverwertung läuft vor dem Bezirksgericht für den nördlichen Distrikt von Georgia. Schriftliche Stellungnahmen sollen im Herbst 2026 eingereicht werden.

Samsung und Google schließen Sicherheitslücken

Im Juli 2026 hat Samsung das Galaxy M47 auf dem indischen Markt mit einem Sicherheitspatch versorgt, der 57 Schwachstellen schließt. Das Update ist Teil eines langfristigen Support-Versprechens von sechs Jahren.

Auch Google hat am 29. Juli einen Patch für das Android-Betriebssystem veröffentlicht, der 46 Sicherheitslücken behebt. Die regelmäßigen Updates zeigen: Der Kampf gegen Sicherheitslücken ist ein Dauerlauf.

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Neue Forschung: Warum Virenscanner oft blind sind

Eine Studie der Singapore Management University und der Nankai University stellt die Effektivität herkömmlicher Malware-Erkennung in Frage. Die Forscher stellten einen Detektor namens PRAXIS vor. Ihre am 29. Juli veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Ohne entsprechenden Kontext sinkt die Erkennungsrate auf etwa 4,7 Prozent.

Besonders problematisch: Apps mit neun oder mehr risikoreichen Berechtigungen lösen in traditionellen Erkennungsumgebungen häufig Fehlalarme aus. Die Forscher fordern daher differenziertere Analysetools für die mobile Sicherheit.

Nützliches Gadget für Sicherheitsexperten

Für die Flipper-Zero-Plattform – ein beliebtes Multitool für Hacker und Sicherheitsforscher – wurde ein neues Open-Source-Tool veröffentlicht. Specter erkennt aktive 13,56-MHz-NFC-Lesegeräte und gibt bei Kontakt eine Vibrations- oder LED-Rückmeldung. Entwickelt wurde es von Kailash Parshad. Ein praktisches Werkzeug für alle, die wissen wollen, ob und wo sie unbemerkt gescannt werden.

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