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Google Messages: Gemini soll Betrugsnachrichten in der Cloud erkennen

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google plant KI-gestützte Betrugserkennung, Schutz vor Bildschirmspionage und Rufumleitungen sowie eine Ausweitung auf weitere Android-Geräte.
Reihen von modernen, dunkelgrauen Server-Racks in einem sterilen, blau beleuchteten Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Google hat neue KI-gestützte Sicherheitsfunktionen für das Android-Betriebssystem angekündigt. Im Zentrum der Neuerungen steht ein optionaler erweiterter Schutzmodus in Google Messages, der auf Cloud-Modelle der Gemini-Reihe zurückgreift. Die Funktion analysiert Nachrichten von unbekannten Absendern und soll in den kommenden Wochen an erste Nutzer verteilt werden.

Cloud- und On-Device-Analyse verdächtiger Inhalte

Der sogenannte Enhanced Protection Mode verarbeitet Chat-Inhalte über die Cloud-Infrastruktur Private AI Compute. Nach Angaben von Google erfolgt diese Verarbeitung verschlüsselt, sodass das Unternehmen selbst keinen Zugriff auf die Daten habe.

Die Cloud-basierte Betrugserkennung steht künftig für Geräte ab dem Pixel 6, die Samsung-Galaxy-S24-Serie sowie weitere kompatible Android-AICore-Smartphones zur Verfügung. Konkrete Termine für einzelne Länder nannte Google für den Rollout des erweiterten Schutzmodus bislang nicht.

Ergänzend zu den Cloud-Modellen setzt das Unternehmen auf lokale Verarbeitung: Gemini Nano prüft unbekannte Links direkt auf dem Endgerät unter Einbindung von Echtzeit-Websignalen. Unterstützt werden unter anderem Geräte ab dem Pixel 10, die Galaxy-S26-Serie sowie das Galaxy Z Flip 8 und das Galaxy Z Fold 8. Für ältere Geräteversionen ab Android 6 führt Google überarbeitete Warnhinweise vor Verlinkungen von unbekannten Absendern ein.

Die zugrunde liegende Sicherheitsarchitektur Private AI Compute, die seit 2025 zum Einsatz kommt, arbeitet mit gesicherten Titanium Intelligence Enclaves und Remote Attestation. Bislang macht das Unternehmen allerdings keine Angaben zu unabhängigen Trefferquoten, Fehlalarmraten oder dem genauen Umfang des für die Analyse erforderlichen Chatverlaufs.

Schutz vor Bildschirmspionage und Rufumleitungen

Google erweitert das Sicherheitsnetzwerk über die reine Nachrichtenanalyse hinaus. Ein Schutzmechanismus für die Bildschirmfreigabe blendet Login- und Zahlungsfelder im Browser Chrome sowie in Android-WebView-Komponenten automatisch aus. Diese Funktion setzt mindestens Android 15 voraus und wird im Oktober 2026 verteilt.

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Ab Anfang Dezember 2026 folgt auf Pixel-Geräten und ausgewählten Partnergeräten ein Schutz vor unbemerkter Rufumleitung. Das System blockiert dabei die stille Aktivierung von Call Forwarding durch Hintergrund-Apps und warnt Nutzer vor der manuellen Eingabe betrügerischer MMI-Steuerungscodes.

Ausweitung über Partner und weltweiter Rollout

Warnungen vor verdächtigen Chat-Nachrichten, die zuvor auf Pixel-Geräte beschränkt waren, sollen später im Jahr 2026 über Partnerschaften hunderte Millionen weitere Anwender erreichen. Zu den beteiligten Smartphone-Herstellern zählen unter anderem Xiaomi, OPPO, OnePlus, vivo, Motorola, realme, HONOR, TECNO, Infinix, iQOO, itel und JOVI.

Laut Google erkennen die KI-gestützten Betrugserkennungssysteme in den Anwendungen Phone und Google Messages derzeit monatlich mehr als 5 Millionen verdächtige Anrufe und Textnachrichten.

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Eine von Google und YouGov durchgeführte Umfrage unter 4.500 Smartphone-Nutzern in den USA, Kanada und Australien – davon 2.400 Befragte in den Vereinigten Staaten – ergab, dass 40 Prozent der Teilnehmer sehr oder extrem über Betrugsversuche im Mobilfunk besorgt sind.

In Australien listet Google die Betrugserkennung für Chat-Warnungen bereits auf; die Erkennung betrügerischer Sprachanrufe auf Geräten ab dem Pixel 9 mit lokaler SIM-Karte bleibt dort standardmäßig deaktiviert.

Snigdha Bhardwaj, Director und Global Head of Generative AI, Trust & Safety bei Google, betonte am Rande einer Branchenkonferenz in Neu-Delhi, dass die Sicherheitsstrategie für Gemini auf drei Säulen beruhe: Schutz, Respekt und Befähigung der Nutzer.

Einen separaten Kinderzugang für Gemini gebe es nicht, stattdessen setze das Unternehmen auf die bestehende Family-Link-Verwaltung sowie die Ausweitung automatisierter Alterserkennungssysteme.

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