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Google Play: Alternative Zahlungssysteme ab 30. Juni erlaubt

25.06.2026 - 18:30:32 | boerse-global.de

Google erlaubt App-Entwicklern ab Ende Juni eigene Bezahldienste. Eine neue Gebührenstruktur mit reduzierten Basissätzen tritt in Kraft.

Google Play öffnet sich für alternative Zahlungssysteme ab Juni 2026
Google - Smartphone-Bildschirm mit App-Symbolen und abstrakten Linien, die Finanzdaten zu externen Systemen symbolisieren, für neue Abrechnungsoptionen. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 30. Juni 2026 dürfen App-Entwickler in den USA, Großbritannien und dem Europäischen Wirtschaftsraum eigene Zahlungssysteme nutzen. Der Konzern reagiert damit auf wachsenden Druck durch Regulierungsbehörden und einen Rechtsstreit mit Epic Games.

Neue Gebührenstruktur entkoppelt Service- von Zahlungskosten

Die bisherige Pflicht, ausschließlich über Google Plays hauseigenes Abrechnungssystem abzurechnen, fällt. Entwickler können künftig externe Links zu ihren eigenen Webseiten einbauen oder alternative Bezahldienste integrieren. Das dürfte besonders für Abo-Modelle und In-App-Käufe neue Möglichkeiten eröffnen.

Das Kernstück der Reform ist ein entkoppeltes Gebührenmodell. Entwickler zahlen eine Basis-Servicegebühr von zehn Prozent auf die ersten eine Million Euro Jahresumsatz. Wer weiterhin Google Play Billing nutzt, zahlt zusätzlich fünf Prozent Abwicklungsgebühr. Wer auf eigene Zahlungssysteme setzt, spart sich diesen Aufschlag.

Für Entwickler mit höheren Einnahmen gelten gestaffelte Sätze: Bei Jahresumsätzen über einer Million Euro beträgt die Servicegebühr für Neuinstallationen 20 Prozent. Bestandsinstallationen werden mit 25 Prozent berechnet. Abonnements bleiben mit zehn Prozent günstig.

Weltweite Einführung in Etappen

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Nach dem Start Ende Juni in den USA, Großbritannien und der EU folgt die nächste Welle am 30. September 2026 in Australien. Japan und Südkorea kommen zum Jahreswechsel 2026/2027 hinzu. Die vollständige weltweite Einführung ist für September 2027 geplant.

Parallel dazu führt Google zwei neue Förderprogramme ein: "Games Level Up" und "Apps Experience" starten ebenfalls am 30. September 2026. Sie bieten besonders günstige Konditionen für Entwickler, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Ein cleverer Schachzug – denn so lockt Google hochwertige Apps und Spiele auf die Plattform, ohne die Gebühren für alle senken zu müssen.

Einigung mit Epic Games als Auslöser

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Branchenbeobachter sehen die Kehrtwende im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit um die ehemalige 30-Prozent-Kommission. Der Spieleentwickler Epic Games hatte das alte Modell erfolgreich angefochten. Die neue Basisgebühr von zehn Prozent für kleinere Entwickler liegt deutlich unter den üblichen 15 Prozent bei der Konkurrenz, wo große Anbieter weiterhin 30 Prozent zahlen.

Mit der Entkopplung von Service- und Zahlungsabwicklung schafft Google einen Anreiz für Entwickler, eigene Transaktionskosten zu optimieren. Der Konzern verdient weiterhin an der Plattforminfrastruktur und der Reichweite des Android-Ökosystems – doch der Markt für Zahlungsabwicklung in Apps wird sich deutlich öffnen.

de | wissenschaft | 69625914 |