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Google schickt KI-Chips für Test von Rechenzentren ins All

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 03:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Google will vier KI-Chips testweise in die Umlaufbahn bringen. Der Versuch soll klären, ob die Prozessoren die Belastungen des Starts und den Betrieb in künftigen Rechenzentren im All aushalten.

Google will testen, ob Chips des Konzerns den widrigen Bedingungen in einem Rechenzentrum im All standhalten können. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
Google will testen, ob Chips des Konzerns den widrigen Bedingungen in einem Rechenzentrum im All standhalten können. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa

Google schickt vier KI-Chips testweise ins All, um ihre Belastbarkeit für mögliche Rechenzentren in der Umlaufbahn zu prüfen.

Belastung beginnt beim Start

Die Chips sollen kommende Woche an Bord eines Satelliten mit vielen weiteren Nutzlasten starten. Zum Einsatz kommt eine Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX, das dem Tech-Milliardär Elon Musk gehört.

Google zufolge könnten die Prozessoren bereits während des Starts durch starke Erschütterungen und ein Vielfaches der Erdanziehungskraft belastet werden. In Tests auf der Erde hätten die sogenannten TPU-Chips diese Belastungen ausgehalten.

Strahlung als weitere Gefahr

Außerhalb der Erdatmosphäre sind die Chips einer deutlich stärkeren Strahlung ausgesetzt. Google habe deren Auswirkungen im Labor mit einem Protonenstrahl simuliert und sei danach überzeugt, dass die Technik einen geplanten fünfjährigen Einsatz in Weltraum-Rechenzentren überstehen könne.

Einige Bedingungen ließen sich jedoch nur direkt im All prüfen. Dazu gehöre insbesondere, wie das neu entwickelte Kühlsystem unter realen Bedingungen arbeite.

Viele offene Fragen

Elon Musk spricht seit längerer Zeit über Rechenzentren in der Umlaufbahn. Als möglichen Vorteil nennt er große Mengen Solarstrom für den Betrieb. Der Ansatz könnte auch eine Alternative zum Ausbau großer Rechenzentren auf der Erde sein, der insbesondere in den USA auf Widerstand stößt.

Google sieht neben der Kühlung weitere Herausforderungen. Rechenzentren erzeugten viel Wärme, die im Vakuum nicht durch Luftbewegung abgeführt werden könne. Zudem müsse die Übertragung großer Datenmengen zwischen schnell bewegten Satelliten zuverlässig funktionieren.

Rechenleistung als Satellitenfracht

Der Test markiert einen frühen Schritt in Googles Überlegungen, KI-Infrastruktur nicht ausschließlich auf der Erde zu betreiben. Anders als bei herkömmlichen Satelliten geht es dabei nicht nur um Kommunikation oder Beobachtung, sondern um die Verarbeitung großer Datenmengen direkt in der Umlaufbahn.

Der mögliche Vorteil liegt in der Energieversorgung: Solaranlagen können im All dauerhaft oder länger als an vielen Orten auf der Erde Sonnenlicht nutzen. Zugleich müssten solche Systeme ohne die auf der Erde übliche Luftkühlung auskommen. Abwärme müsste über spezielle Kühlkörper abgeführt werden, während schnelle Satellitenverbindungen den Austausch zwischen den Rechenzentren sicherstellen müssten.

Technische und wirtschaftliche Hürden

Die vier getesteten TPU-Chips sollen zunächst zeigen, ob zentrale Komponenten die Belastungen von Start und Betrieb überstehen. Besonders relevant sind dabei Vibrationen, hohe Beschleunigung und Strahlung. Ein fünfjähriger Einsatz wäre allerdings nur dann realistisch, wenn auch Stromversorgung, Kühlung, Datentransfer, Wartung und der Schutz vor Weltraummüll zuverlässig gelöst werden.

Für die Betreiber könnte Rechenleistung im All langfristig dort interessant sein, wo Daten bereits von Satelliten erzeugt werden. Gleichzeitig wären Starts, Ersatz und Reparaturen deutlich aufwendiger als bei Anlagen am Boden. Der bevorstehende Test liefert deshalb vor allem technische Erfahrungswerte; eine Entscheidung für den breiten Bau orbitaler Rechenzentren ist damit noch nicht verbunden.

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