Google-Speicher: SMS und Anruflisten zählen ab September mit
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Suchmaschinenriese schließt eine Lücke: Künftig zählen auch SMS, Anruflisten und Geräteeinstellungen auf das Google-Konto an.
Bislang waren viele Android-Nutzer davon ausgegangen, dass nur Fotos und Videos in Google Photos sowie MMS-Nachrichten ihren kostenlosen 15-Gigabyte-Speicher belasten. Damit ist jetzt Schluss. Google hat in den vergangenen Tagen begonnen, seine Nutzer per E-Mail über die Änderung zu informieren. Die neue Regelung betrifft alle Backup-Daten – vom Kurznachrichtendienst SMS über die Anrufhistorie bis hin zu den Systemeinstellungen des Smartphones.
Übergangsfrist von 45 Tagen
Für Neukunden des Android-Backup-Dienstes gilt die neue Speicherpolitik bereits seit dem 7. Juli 2026. Bestandskunden erhalten eine Schonfrist: Nach Eingang der offiziellen Benachrichtigung mit dem Betreff „New Android Backup Storage Policy & Controls" haben sie 45 Tage Zeit, um ihr Konto anzupassen. Für die meisten Nutzer wird die Umstellung voraussichtlich Anfang September 2026 wirksam.
Die durchschnittliche Zusatzbelastung pro Nutzer liegt Schätzungen zufolge bei rund 40 Megabyte – eine Menge, die für die meisten kaum ins Gewicht fällt. Wer jedoch bereits knapp an der 15-Gigabyte-Grenze kratzt, könnte nun unerwartet an seine Kapazitätsgrenzen stoßen. Überschreitet ein Nutzer das Limit, werden automatische Geräte-Backups pausiert – so lange, bis entweder Speicher freigegeben oder ein kostenpflichtiges Google-One-Abo abgeschlossen wird.
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Feineinstellung statt Rundumschlag
Google betont, dass die Neuregelung vor allem der Transparenz diene. Tatsächlich erhalten Nutzer mit der Umstellung auch mehr Kontrolle. Unter Android 9 und höher führt Google aktualisierte Backup-Einstellungen ein, die eine präzise Auswahl erlauben. Statt alles oder nichts können Anwender nun einzeln festlegen, ob sie folgende Datenarten sichern möchten:
- SMS- und MMS-Nachrichten
- Anruflisten
- System- und Geräteeinstellungen
- Daten einzelner Drittanbieter-Apps
Diese granulare Steuerung ermöglicht es, unwichtige Daten einfach aus dem Backup auszuschließen – und so den kostenlosen Speicherplatz zu schonen.
Android 16 und die lokale Datenverwaltung
Die Cloud-Änderung ist Teil einer umfassenderen Strategie, die auch die lokale Speicherverwaltung betrifft. Bereits mit Android 16 führte Google eine native „Archivierungs"-Funktion ein. Sie erlaubt es, selten genutzte Apps weitgehend zu entfernen, ohne persönliche Einstellungen oder das App-Symbol auf dem Startbildschirm zu verlieren. Ein Antippen genügt, um die Anwendung wiederherzustellen.
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Ergänzt wird das durch die „Private Space"-Funktion aus Android 15, die sensible Anwendungen in einem separaten Systemprofil isoliert. Damit etablierte das Betriebssystem neue Protokolle für den Umgang mit sicherheitsrelevanten Daten.
Wer dennoch mehr Speicher benötigt, kann seit diesem Monat direkt über die Android-Einstellungen ein Google-One-Abo abschließen. Die aktualisierten Google Play Services (Version 26.26) integrieren einen nativen Shop für Speicher-Upgrades – ein Schritt, der den bisher umständlichen Weg über den Browser überflüssig macht.
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