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Google stellt PrĂ€mien fĂŒr Sicherheitsforscher auf den Kopf

03.05.2026 - 16:16:01 | boerse-global.de

Google erhöht Belohnungen fĂŒr Android-Hardware-Exploits massiv, senkt aber Zahlungen fĂŒr KI-generierte Chrome-Bugs. 2025 wurden Rekordsummen ausgezahlt.

Google stellt PrĂ€mien fĂŒr Sicherheitsforscher auf den Kopf - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Google stellt PrĂ€mien fĂŒr Sicherheitsforscher auf den Kopf - Foto: ĂŒber boerse-global.de

KI-Flut zwingt Konzern zu radikaler Neuausrichtung seines PrĂ€mienprogramms – Hardware-LĂŒcken werden deutlich besser bezahlt.

Google ĂŒberarbeitet sein Belohnungssystem fĂŒr Sicherheitsforscher grundlegend. Der Technologieriese erhöht die PrĂ€mien fĂŒr Android- und Hardware-Schwachstellen drastisch, wĂ€hrend er die Zahlungen fĂŒr bestimmte Software-Kategorien senkt. Grund dafĂŒr ist die wachsende Flut KI-generierter Sicherheitsmeldungen.

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RekordprĂ€mien fĂŒr Android-Hardware-Hacks

Die grĂ¶ĂŸten SprĂŒnge gibt es im Android-Bereich. FĂŒr einen Zero-Click-Exploit, der den Titan M-Sicherheitschip des Pixel dauerhaft kompromittiert, zahlt Google kĂŒnftig bis zu 1,5 Millionen Euro – eine Steigerung um 50 Prozent gegenĂŒber der bisherigen Obergrenze von einer Million Euro.

Auch andere Kategorien wurden deutlich aufgewertet:

  • Titan M-Exploit ohne Persistenz: 750.000 Euro (bisher 500.000 Euro)
  • Datenextraktion aus einem Secure Element: 375.000 Euro (bisher 250.000 Euro)

„Mit diesen siebenstelligen Summen will Google verhindern, dass Top-Forscher ihre Erkenntnisse an private Exploit-HĂ€ndler verkaufen", kommentieren Sicherheitsexperten. Der Konzern setzt dabei auf vollstĂ€ndige Einreichungen mit Patches und funktionsfĂ€higen Proof-of-Concept-Demos.

Chrome: Weniger Geld fĂŒr KI-generierte Bugs

Anders sieht es beim Chrome-VRP aus. Hier senkt Google die BasisprĂ€mien fĂŒr mehrere Schwachstellenkategorien – eine direkte Reaktion auf die Flut KI-generierter Meldungen. Plattformen wie Anthropics Claude Mythos und OpenAIs GPT-5.4-Cyber hĂ€tten die EinstiegshĂŒrde fĂŒr die Fehlersuche drastisch gesenkt, so Branchenkenner.

Das Problem sei nicht mehr das Finden von Bugs, sondern das „Rauschen" automatisierter Reports. KI-Meldungen seien oft kaum reproduzierbar und belasteten die Sicherheitsteams unnötig. Konsequenz: Die BasisprĂ€mie fĂŒr Memory-Safety-Probleme in Chrome liegt nun bei 500 Euro – AufschlĂ€ge gibt es nur noch bei nachweislicher Ausnutzbarkeit.

Bestimmte Boni fĂŒr Arbitrary-Read/Write- und RCE-LĂŒcken wurden ganz gestrichen. Diese Schwachstellen seien zum Hauptziel von KI-Tools geworden. Ein vollstĂ€ndiger Chrome-Exploit bleibt mit bis zu 250.000 Euro plus 250.000 Euro Bonus fĂŒr die Umgehung von MiraclePtr aber weiterhin lukrativ.

Rekordjahr 2025: 17,1 Millionen Euro ausgeschĂŒttet

Die Neustrukturierung folgt auf ein Rekordjahr: 2025 zahlte Google insgesamt 17,1 Millionen Euro an 747 Forscher weltweit – ein Anstieg um 40 Prozent gegenĂŒber den 12 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Rekordsumme war durch neue Initiativen getrieben:

  • Ein spezielles KI-VRP
  • Gezielte Live-Hacking-Events ("bugSWAT")
  • Ein KI-Event in Tokio mit 70 Meldungen und 400.000 Euro Sofortauszahlung
  • Ein Cloud-Sicherheits-Event in Sunnyvale mit 130 Reports und ĂŒber 1,6 Millionen Euro

Die Einzelprogramme im Überblick:

  • Android & Google Devices: ĂŒber 2,9 Millionen Euro
  • Chrome: ĂŒber 3,7 Millionen Euro an mehr als 100 Forscher
  • Cloud-VRP: rund 3,5 Millionen Euro an 143 Forscher

Auch das Open-Source-Engagement bleibt hoch: Google startete ein PrĂ€mienprogramm fĂŒr OSV-SCALIBR, ein Tool zur Erkennung von Schwachstellen in Software-AbhĂ€ngigkeiten.

Die neue Ökonomie der Fehlersuche

Die Überarbeitung fĂ€llt in eine Zeit, in der die gesamte Bug-Bounty-Branche unter Druck steht. Das Internet Bug Bounty (IBB)-Programm musste kĂŒrzlich sogar neue Einreichungen pausieren – die KI-Flut war nicht mehr zu bewĂ€ltigen.

Google setzt nun auf „umsetzbare Reports": PrĂ€zise Einreichungen mit konkreten Beweisen und Validierungsartefakten. Die Ära der Massenmeldungen ist vorbei. QualitĂ€t menschlicher Analyse schlĂ€gt QuantitĂ€t automatisierter Scans.

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Trotz gesenkter EinzelprĂ€mien bei Chrome rechnet Google fĂŒr 2026 mit einem erneuten Anstieg der Gesamtauszahlungen. „Einfache" Bugs zahlen weniger, doch die PrĂ€mien fĂŒr komplexe, tiefgehende Forschung wachsen weiter.

Ausblick: Live-Hacking-Events und JubilÀum

Zum 15-jÀhrigen Bestehen des VRP plant Google weitere exklusive Live-Hacking-Events in Las Vegas und Mexiko-Stadt. Zusammen mit der nÀchsten ESCAL8-Konferenz sollen sie die Zusammenarbeit in der Forschungsgemeinschaft fördern.

Die Branche beobachtet Googles Schritt genau. Als erster großer Konzern, der sein PrĂ€mienmodell radikal an die KI-RealitĂ€t anpasst, setzt das Unternehmen einen PrĂ€zedenzfall. Die Botschaft ist klar: Je besser Maschinen werden, desto wertvoller wird menschliche Expertise bei den wirklich schweren FĂ€llen.

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