Google Universal Cart: Gemeinsamer Warenkorb startet in Suche, Chrome und Gemini
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deGoogle hat am 15. Oktober 2026 in den USA den Rollout seiner Funktion Universal Cart gestartet. Der zentrale Warenkorb wird über die Google-Suche inklusive des KI-Modus, die Neuer-Tab-Seite im Desktop-Browser Chrome sowie die Gemini-App bereitgestellt. Die Funktion war erstmals auf der Entwicklerkonferenz Google I/O am 19. Mai 2026 angekündigt und ursprünglich für den Sommer desselben Jahres vorgesehen worden.
Händlerübergreifender Warenkorb und Echtzeit-Tracking
Mit Universal Cart können Nutzer Produkte verschiedener Einzelhändler in einem einzigen Einkaufswagen sammeln. Wird ein Artikel in einem der Google-Dienste abgelegt, steht die Auswahl auch in den anderen Anwendungen zur Verfügung, sodass der Einkaufsfortschritt bei einer späteren Rückkehr erhalten bleibt. Das entsprechende Einkaufssymbol erscheint auf der Start- und Ergebnisseite der Google-Suche, im Desktop-Chrome bei neuen Tabs, auf der Startseite des KI-Modus sowie in der Gemini-App unter dem Menüpunkt für Warenkorb und Bestellungen, aufgeteilt in zwei Reiter für den aktuellen Korb und vergangene Bestellungen.
Auf Produktseiten wird eine Schaltfläche zum Hinzufügen zum Warenkorb integriert. Zudem erhalten Anwender Funktionen für Preis- und Verfügbarkeitsalarme. Das System benachrichtigt bei Preisnachlässen oder wenn ausverkaufte Produkte wieder verfügbar sind.
Technische Grundlage ist Googles sogenannter Shopping Graph, der nach Konzernangaben mehr als 60 Milliarden kontinuierlich gepflegte Produktlisten umfasst, von denen über zwei Milliarden stündlich aktualisiert werden.
Zudem gleicht Google Wallet Kartenvorteile ab, um die Bezahlkarte mit den günstigsten Konditionen oder Cashback-Möglichkeiten vorzuschlagen. Rabattcodes aus den Händlerdaten werden im Warenkorb automatisch hinterlegt.
Technische Abwicklung über offenes Protokoll
Die Kaufabwicklung erfolgt über das Universal Commerce Protocol (UCP), einen offenen Standard, den Google Anfang 2026 für das Zusammenspiel zwischen KI-Agenten und Verkäufern eingeführt hatte. Die Partnerunternehmen benötigen die Protokollversion vom 8. April 2026 oder neuer sowie eine entsprechende Profildatei, wobei Google über die Freischaltung entscheidet.
Der Bezahlvorgang lässt sich auf zwei Wegen umsetzen: entweder direkt im Warenkorb per Google Pay oder über eine Weiterleitung zur Webseite des jeweiligen Anbieters. In beiden Varianten bleibt das jeweilige Partnerunternehmen der offizielle Verkäufer und damit für Bestellbestätigungen sowie den Kundendienst zuständig.
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Zu den teilnehmenden Händlern zählen unter anderem Nike, Sephora, Target, Ulta Beauty, Walmart, Wayfair sowie zahlreiche Shopify-Händler wie Fenty und Steve Madden. Amazon ist in dem Angebot nicht vertreten. Verknüpfte Shopify-Händler wurden seit dem 18. September 2026 standardmäßig integriert, sofern sie der Funktion im Google Merchant Center nicht aktiv widersprachen.
Schrittweise Einführung außerhalb Europas
Google betonte, dass Menschen täglich mehr als eine Milliarde Mal über die eigenen Plattformen einkaufen. Das aktuelle System fungiert dabei nicht als autonomer Einkaufsagent, der Käufe ohne Zutun des Nutzers abschließt. Für weitergehende Vorhaben kündigte Google das Agent Payments Protocol (AP2) an, das KI-Agenten künftig Transaktionen innerhalb festgelegter Budgets und Markengrenzen ermöglichen soll.
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Zunächst bleibt Universal Cart auf die USA beschränkt. Eine Ausweitung auf Kanada und Australien wurde laut einer Hilfeseite des Konzerns auf das Jahr 2027 verschoben. Für Großbritannien ist ein Start zu einem späteren Zeitpunkt geplant, während für die Europäische Union und Indien bislang keine Starttermine vorliegen.
