Google-Untersuchung, Schweizer

Google-Untersuchung: Schweizer Wettbewerbsbehörde prüft Suchmaschinen-Abschaltung

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 14:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Wettbewerbskommission prüft Googles Abschaltung des Suchmaschinen-Auswahlbildschirms auf Android-Geräten in der Schweiz.

COMCO Voruntersuchung: Google droht Ärger in der Schweiz
Schweizer Flagge mit digitalen Netzlinien, Symbol für Daten und Regulierung, und einem verschwommenen Smartphone-Bildschirm im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auslöser ist die Entscheidung des US-Konzerns, den Suchmaschinen-Auswahlbildschirm auf Android-Geräten in der Schweiz abzuschalten.

Marktmacht und regulatorische Prüfung

Im Zentrum der Untersuchung steht eine Änderung, die Google Search zur Standard-Suchmaschine für Schweizer Android-Nutzer macht. Während der Auswahlbildschirm im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) aufgrund regionaler Vorschriften weiterhin angezeigt wird, erhalten Schweizer Kunden diese Option nicht mehr. Die COMCO prüft nun, ob dieser Schritt Googles bestehende Marktposition unrechtmäßig ausnutzt.

Branchendaten zufolge hält Google derzeit einen Marktanteil von 82 Prozent am Schweizer Suchmaschinenmarkt. Die Wettbewerbshüter befürchten, dass der Wegfall des Auswahlbildschirms Konkurrenten daran hindert, Fuß zu fassen – ein mögliches Monopol zulasten der Verbraucher. Google hat angekündigt, mit den Schweizer Behörden in der Voruntersuchung zu kooperieren.

Sollte die Voruntersuchung zu einem formellen Verfahren führen, drohen dem Konzern finanzielle Strafen oder die Auflage, den Auswahlbildschirm wieder einzuführen. Der Fall erinnert an ein historisches Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das eine Milliardenstrafe gegen Google wegen seiner Praktiken bei mobilen Betriebssystemen bestätigte.

Finanzielle und wettbewerbliche Lage

Die Ankündigung der Schweizer Untersuchung ließ die Aktien von Alphabet, Googles Mutterkonzern, um 1,3 Prozent auf rund 328 Euro fallen. Der regulatorische Gegenwind kommt zu einer Zeit, in der Alphabet erhebliche Veränderungen in seiner Finanzperformance und seinen Investitionen bewältigt.

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Im ersten Quartal 2026 meldete Alphabet einen Rückgang des freien Cashflows um 47 Prozent auf rund 9,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig verdoppelten sich die Investitionsausgaben im Jahresvergleich auf rund 33,2 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 hat der Konzern Investitionen in Höhe von 167 bis 176 Milliarden Euro angekündigt – ein Großteil fließt in Künstliche Intelligenz und Hardware.

Trotz der regulatorischen Herausforderungen in der Schweiz baut Google seine Hardware- und Dienstleistungssparte weiter aus. Erst am Montag wurde bekannt, dass das Unternehmen seine Tensor Processing Units (TPUs) an externe Kunden verkauft – darunter Meta und Anthropic. Die Chips werden als kostengünstige Alternative zu marktführender Hardware für KI-Entwicklung vermarktet.

Weitere regulatorische Hürden

Die Schweizer Voruntersuchung ist nur eines von mehreren rechtlichen und administrativen Problemen, mit denen Google derzeit weltweit konfrontiert ist. In Indien ermittelt die Polizei offenbar gegen einen Karten-Wettbewerb aus dem Jahr 2013 wegen angeblicher Sicherheitsverstöße.

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Zudem bereitet sich Google auf ein Update seiner Play-Store-Bedingungen vor, das am 29. Juli 2026 in Kraft tritt. Die Änderungen umfassen einen neuen Abschnitt zu Systemdiensten, der bestätigt, dass Hintergrunddaten-Updates für Nutzer Kosten verursachen können, sowie eine Verlängerung des Abrechnungszeitraums für Abonnements. Diese Anpassungen folgen auf eine kürzliche Einigung über 126 Millionen Euro im Zusammenhang mit früheren Datenweitergaben.

Während Googles globaler Suchmaschinen-Marktanteil im Juni 2026 bei 91,3 Prozent lag, sieht sich das Unternehmen wachsender Konkurrenz im KI-Sektor ausgesetzt. Googles eigene Gemini-Plattform verzeichnete im selben Zeitraum zwar ein monatliches Nutzerwachstum von 7 Prozent – andere KI-Wettbewerber legten jedoch um 9 bis 11 Prozent zu.

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