Google Vids & OpenArt: Filme jetzt per Chat erstellen
27.06.2026 - 11:53:12 | boerse-global.de
Von KI-gesteuerten Regieassistenten bis zu automatischer Schnittsoftware – innerhalb weniger Tage haben mehrere Unternehmen bahnbrechende Werkzeuge vorgestellt. Diese Entwicklungen senken die Einstiegshürden für Content Creator drastisch und verändern die professionelle Videoproduktion nachhaltig.
Vom Storyboard zum fertigen Film per Chat
Das Startup OpenArt, gegründet von ehemaligen Google-Mitarbeitern, hat am heutigen Samstag ein Tool namens Director vorgestellt. CEO Coco Mao beschreibt das System als „Vibe Directing" – eine konversationelle Schnittstelle, die den gesamten Produktionsprozess steuert. Von der ersten Storyboard-Idee bis zur Postproduktion reicht die Palette. Der Clou: Das System kann Filme von bis zu fünf Minuten Länge erstellen. Zur Markteinführung sicherte sich OpenArt prominente Partner, darunter den ehemaligen TV-Autor Gil Rief und King Willonius.
Parallel dazu sickerten Details zu einem neuen Google-Feature durch. Unter dem Codenamen „Soba" arbeitet der Konzern an einer Video-Remix-Funktion für Google Fotos. Das Gemini-Omni-Modell ermöglicht es, Videoclips per Sprachbefehl zu bearbeiten. Ein schrittweiser Rollout steht bevor – ein deutliches Zeichen, wohin die Reise bei komplexen Schnittaufgaben geht.
Googles Vids-Plattform im Upgrade-Fieber
Bereits Anfang der Woche hatte Google seine Vids-Plattform mit neuen Funktionen ausgestattet. Seit dem 25. Juni können Nutzer mehrere Videogenerierungen parallel starten und bestehende Clips mit dem Veo-Modell verlängern. Die KI achtet dabei auf konsistente Charakterdarstellung und flüssige Bewegungsabläufe.
Nur einen Tag später folgte die nächste Ankündigung: Personalisierte Avatare für Workspace-Nutzer. Ein Selfie und einige Sprachaufnahmen genügen, um ein digitales Abbild seiner selbst zu erschaffen. Die Funktion steht für Nutzer ab 18 Jahren in den meisten Regionen zur Verfügung – nicht jedoch im Europäischen Wirtschaftsraum, Großbritannien und der Schweiz. Sicherheit wird großgeschrieben: Die Aufnahmen bleiben im Google-Konto des Nutzers, werden nicht für das Modelltraining verwendet und nach drei Jahren Inaktivität automatisch gelöscht.
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Musik, Effekte und Motion Design aus der Maschine
Auch spezialisierte Produktionsaufgaben werden zunehmend automatisiert. Sonilo veröffentlichte am 26. Juni Version 1.1 seines Video-zu-Musik-Modells. Das System analysiert Emotionen und Struktur eines Clips und generiert drei passende Soundtracks pro Upload – lizenzfrei und kommerziell nutzbar.
Im Bereich der visuellen Effekte sorgt Seedance 4K für Aufsehen. Neue Workflows nutzen das Claude-KI-Modell, um Rohmaterial zu analysieren und detaillierte Prompts zu generieren. Seedance setzt diese dann um – etwa, um Personen in außerirdische Umgebungen zu versetzen.
Figma hat während seiner Config-2026-Konferenz am 25. Juni native Motion-Design-Funktionen vorgestellt. Die offene Beta von Figma Motion bietet eine zeitleistenbasierte Arbeitsweise mit Keyframes und Easing-Voreinstellungen. Exportformate umfassen MP4, GIF und animiertes SVG. Entwickler erhalten Inspektionsdaten in CSS, React und JSON.
Schneiden per Textbearbeitung und kreative Hardware-Tricks
Eine besonders elegante Lösung präsentiert Cutrova. Die öffentliche Vorschau vom 26. Juni zeigt einen lokalen Video-Editor, der auf Transkript-Bearbeitung setzt. Löscht der Nutzer Wörter im Text, verschwinden automatisch die entsprechenden Video- und Audiosegmente. Füllwörter werden ebenso automatisch entfernt wie vertikale Bildausschnitte neu gerahmt.
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Auch kreative Hardware-Lösungen halten Einzug: Seit dem 25. Juni kursiert eine Technik, die drohnenähnliche Aufnahmen ohne Fluggerät ermöglicht. Eine 360-Grad-Kamera wie die GoPro Max 2 wird auf einem fahrradmontierten Selfie-Stick befestigt. Spezielle Stitching-Software entfernt anschließend den Stab aus dem Bild – das Ergebnis: dynamische Kamerafahrten, die an echte Drohnenaufnahmen erinnern.
Die Bedeutung dieser Entwicklungen untermauern aktuelle Branchendaten: 85 Prozent der Verbraucher bevorzugen Videoinhalte von Marken. Für Produzenten von Anleitungsinhalten empfehlen Experten eine Ziel-Länge von zwei bis fünf Minuten – genug Zeit für Verständlichkeit, ohne die Aufmerksamkeit zu überfordern.
