GPU-Bewertung: Silicon Data startet Residual-Value-Modell fĂŒr KI-Hardware
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen Silicon Data hat ein neues Modell zur Bestimmung von Restwerten fĂŒr Grafikprozessoren gestartet, das faire Marktpreise fĂŒr gĂ€ngige KI-Beschleuniger wie H100, A100 und B200 liefern soll. Die Werte werden monatlich aktualisiert und sollen Unternehmen dabei helfen, den tatsĂ€chlichen wirtschaftlichen Wert ihrer GPU-BestĂ€nde realistisch einzuschĂ€tzen.
DCF-Modell auf Basis von Mietpreisen
Grundlage der Bewertung ist ein Discounted-Cashflow-Modell, das sich an tatsĂ€chlichen Mietpreisen fĂŒr RechenkapazitĂ€t orientiert und um eine Terminkurve ergĂ€nzt wird. Damit will Silicon Data Unternehmen konkrete Werkzeuge fĂŒr Finanzierungsentscheidungen, die Planung von Hardware-Flotten sowie die laufende Bewertung zum Marktwert an die Hand geben.
Angesichts der hohen Investitionssummen, die Rechenzentrumsbetreiber und KI-Firmen derzeit in Grafikchips stecken, gewinnt eine belastbare EinschĂ€tzung des Wertverlusts oder -erhalts dieser Hardware zunehmend an Bedeutung fĂŒr Bilanzierung und Kapitalplanung.
Millionenschwere Finanzierungsrunde
Der Produktstart fĂ€llt zusammen mit dem Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde ĂŒber 30,5 Millionen US-Dollar. AngefĂŒhrt wurde die Runde vom Valor Atreides AI Fund. Beteiligt waren zudem die CME Group, DRW, F-Prime, Samsung, VanEck, Further, Jump, Tectonic, Wintermute, Breed, Hack, Blank VC, Sancus Ventures sowie SoGal Ventures. Die Mittel sollen laut Unternehmensangaben in die weitere Expansion von Silicon Data flieĂen.
Bereits im MĂ€rz 2025 hatte das Unternehmen eine Seed-Finanzierung ĂŒber 4,7 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Seither hat Silicon Data eigenen Angaben zufolge mehr als 1.000 Nutzer gewonnen und neun Indizes aufgebaut, die als Referenzwerte fĂŒr die Bewertung von GPU-KapazitĂ€ten dienen.
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Kooperation mit der CME Group
Besondere Bedeutung kommt der Beteiligung der CME Group an der Finanzierungsrunde zu: Der Terminbörsenbetreiber plant, auf Basis der von Silicon Data entwickelten Benchmarks GPU-Futures aufzulegen.
Ziel ist der Aufbau eines Marktes fĂŒr Compute-Futures, mit dem sich Unternehmen gegen Preisschwankungen bei Grafikprozessoren absichern könnten. Ein solcher Terminmarkt wĂŒrde Rechenleistung stĂ€rker als handelbaren Vermögenswert etablieren â vergleichbar mit Rohstoffen oder Energie, fĂŒr die es bereits etablierte TerminmĂ€rkte gibt.
Bedeutung fĂŒr die Branche
Mit dem GPU-Residual-Value-Modell reagiert Silicon Data auf einen wachsenden Bedarf: Da Unternehmen und Cloud-Anbieter zunehmend hohe Summen in Grafikchips fĂŒr KI-Anwendungen investieren, wird die Frage nach deren langfristigem Wert und Wiederverkaufspotenzial immer relevanter.
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Monatlich aktualisierte, marktbasierte Fair-Value-Daten könnten dabei helfen, Finanzierungsentscheidungen, LeasingvertrÀge und Bilanzierungsfragen auf eine belastbarere Grundlage zu stellen.
Sollte der von der CME Group angestrebte Futures-Markt fĂŒr Rechenleistung tatsĂ€chlich entstehen, wĂŒrde dies die Bedeutung solcher Benchmarks weiter erhöhen und Grafikprozessoren stĂ€rker in den Bereich klassischer Finanzinstrumente rĂŒcken.
