Grafikchips Juni: NVIDIA überholt AMD mit 50,8% Marktanteil
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 05:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
NVIDIA hat AMD im Juni 2026 beim Grafikchip-Verkauf in Deutschland überholt.
Der Chip-Gigant aus den USA sicherte sich mit 3.495 verkauften Einheiten einen Marktanteil von 50,8 Prozent beim Händler Mindfactory. AMD folgte mit 3.240 Stück (47,09 Prozent), Intel blieb mit 145 Einheiten und 2,11 Prozent ein Nischenspieler.
Preisschere zwischen den Kontrahenten
Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Umsatz aus: NVIDIA erlöste 3,84 Millionen Euro – fast zwei Drittel des gesamten Marktwerts. AMD kam auf lediglich 1,92 Millionen Euro. Der Grund: Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei NVIDIA mit rund 1.100 Euro fast doppelt so hoch wie bei AMD (591 Euro).
Überraschung bei den Einzelmodellen
Trotz der NVIDIA-Führung bleibt die Radeon RX 9070 XT von AMD das meistverkaufte Einzelmodell. Ganze 1.825 Stück gingen über die Ladentheke – das entspricht 26,62 Prozent aller Einzelverkäufe.
Die globale Steam-Hardware-Umfrage vom Juni 2026 bestätigt den Trend: NVIDIA hält dort 68,6 Prozent der Spieler. Das RTX 4060 Laptop-GPU führt die Rangliste mit 3,81 Prozent an. Im High-End-Segment punktet die Gigabyte GeForce RTX 5090 GAMING OC mit besonderem Händlerinteresse.
Engpässe und Strategiewechsel
Um Lieferprobleme zu entschärfen, brachte NVIDIA Anfang des Sommers die RTX 3060 12GB zurück. Grund ist ein DRAM-Engpass, der die Verfügbarkeit neuerer Modelle wie der RTX 5060 8GB beeinträchtigt.
Gleichzeitig treibt der Konzern neue Geschäftsmodelle voran: Ein Umsatzbeteiligungs-Modell für Cloud-Anbieter erlaubt die Weitervermietung ungenutzter GPU-Kapazität. Große Projekte sind bereits in Planung – SharonAI will 40.000 GB300-GPUs einsetzen, Firmus strebt eine 170.000-GPU-Installation in Indonesien an.
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Milliarden-Deal und Eigenentwicklungen der Konkurrenz
CoreWeave sicherte sich kürzlich eine Kapazitätsvereinbarung über umgerechnet rund 5,8 Milliarden Euro mit NVIDIA. Das kommt nicht von ungefähr: Google, Microsoft, Amazon, Meta und OpenAI treiben die Entwicklung eigener KI-Chips voran, um unabhängiger zu werden.
Stromkrise als nächste Hürde
Branchenanalysten warnen vor Engpässen anderer Art: Bis 2027 könnten bis zu 40 Prozent der KI-Rechenzentren unter Stromknappheit leiden. Die neue Rubin-Architektur mit HBM4-Technologie soll den Energieverbrauch senken.
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China-Verlust und neue Märkte
CEO Jensen Huang hat den langfristigen Verlust des chinesischen Marktes an Huawei bereits eingeräumt. Als Ausgleich setzt NVIDIA auf „Nationale KI-Fabriken" in Frankreich, Indien, Deutschland und Brasilien – diese Regionen steuern inzwischen 14 Prozent zum Gesamtumsatz bei.
An der Börse notierte die NVIDIA-Aktie am 7. Juli bei 172,50 Euro – rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Zwar hat der Marktwert seit Mai um etwa 900 Milliarden Euro nachgegeben, doch Analysten bleiben optimistisch: Stabile Bruttomargen um 75 Prozent und ein niedrigeres Kurs-Gewinn-Verhältnis als der S&P-500-Durchschnitt sprechen für den Konzern.
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