Grafikkarten-Boom: Desktop-GPUs auf 4-Jahres-Hoch durch Vorzieheffekt
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 02:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Markt für Desktop-Grafikkarten hat im zweiten Quartal 2026 den höchsten Auslieferungswert seit vier Jahren erreicht. Nach Angaben von Jon Peddie Research (JPR) wurden im Zeitraum 12,5 Millionen Einheiten ausgeliefert – ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Höher lag der Wert zuletzt im ersten Quartal 2022 mit 13,38 Millionen Einheiten. Für das erste Halbjahr 2026 summiert JPR die Auslieferungen auf 24,3 Millionen Add-in-Boards, verglichen mit 20,8 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Käufer wollen weiteren Preiserhöhungen zuvorkommen
Als treibenden Faktor hinter dem überraschend starken Quartal nennt JPR-Präsident Jon Peddie ein Vorzieheffekt bei den Kunden: Käufer erwerben Grafikkarten in der Erwartung, dass die Preise aufgrund des Iran-Kriegs beziehungsweise allgemeiner globaler Spannungen weiter steigen werden.
Diese Erwartungshaltung habe die Nachfrage im Berichtsquartal zusätzlich angeheizt, so Peddie – ein Muster, das in der Grafikkartenbranche bereits aus früheren Phasen geopolitischer Unsicherheit bekannt ist, wenn Käufer lieber früher zugreifen, als auf mögliche Preisrückgänge zu warten.
Nvidia dominiert weiter, AMD und Intel folgen mit Abstand
Bei der Marktanteilsverteilung bleibt Nvidia mit rund 11,25 Millionen ausgelieferten Einheiten im Quartal die klar dominierende Kraft und kommt auf einen Marktanteil von 90 Prozent, was einem minimalen Rückgang um 0,01 Prozentpunkte entspricht. AMD liegt bei rund 1 Million ausgelieferten Einheiten und hält 8 Prozent des Marktes. Intel kommt bei Desktop-GPUs auf einen Marktanteil von 2 Prozent.
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Hohe Attach-Rate bei Desktop-PCs
JPR verweist zudem auf eine Attach-Rate von 89 Prozent bei den im Quartal verkauften 14 Millionen Desktop-PCs, was einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Damit wurde in einem Großteil der verkauften Desktop-Systeme eine dedizierte Grafikkarte verbaut.
Gegenläufig entwickelten sich dagegen die Desktop-CPU-Auslieferungen: Sie sanken im selben Zeitraum auf 14 Millionen Einheiten, ein Rückgang von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bei den Marktanteilen der Prozessorhersteller legte Intel um 0,3 Prozentpunkte zu, während AMD 0,16 Prozentpunkte und Nvidia 0,1 Prozentpunkte verloren.
Globaler Kontext: Notebooks wachsen stärker als Desktops
Betrachtet man den gesamten globalen GPU-Markt und nicht nur das Desktop-Segment, ergibt sich laut JPR ein etwas anderes Bild: Die globalen GPU-Auslieferungen stiegen im Quartal auf 75,5 Millionen Einheiten, ein Plus von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei wuchs die Notebook-Grafik um 16,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während die Desktop-Grafik im globalen Vergleich um 4 Prozent zurückging – ein Hinweis darauf, dass sich die Wachstumsdynamik zwischen beiden Segmenten unterscheidet. Die Auslieferungen diskreter GPUs insgesamt legten um 12,2 Prozent zu.
Nvidia hält 90 Prozent des Desktop-GPU-Marktes, AMD und Intel teilen sich den Rest — die Auswahl ist eng, und die Preise ziehen an. Wer nicht auf die falsche Karte setzt, spart doppelt. Der kostenlose Guide prüft, welche GPU zu Ihrem Desktop passt und wann sich das Warten noch lohnt. Checkliste für Ihre nächste GPU sichern
Bei den globalen Marktanteilen für GPUs insgesamt führt laut JPR weiterhin Intel mit 56 Prozent, wenngleich mit einem Rückgang von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorquartal und fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. AMD und Nvidia legten im globalen GPU-Markt jeweils leicht zu, um 0,6 beziehungsweise 0,46 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal.
Bei den globalen CPU-Auslieferungen verzeichnete JPR ein Plus von 10,10 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wobei AMDs Client-CPU-Geschäft um 12,74 Prozent und Intels um 8,99 Prozent zulegte. Notebooks machten dabei 78 Prozent der Client-CPU-Auslieferungen aus, Desktops die verbleibenden 22 Prozent.
