Grafikkarten-Krise: AMD erhöht Radeon-RX-9000-Preise um 15 Prozent
22.06.2026 - 02:33:33 | boerse-global.de
Die Speicherkrise trifft Gamer hart: Ab Juli sollen AMD-Grafikkarten bis zu 15 Prozent teurer werden. Grund sind explodierende Kosten fĂĽr VRAM-Chips.
Der Preisschock kommt pünktlich zum dritten Quartal 2026. Wie Branchenkreise berichten, plant AMD eine Preiserhöhung von zehn bis 15 Prozent für seine Radeon-RX-9000-Serie. Auslöser ist der anhaltende KI-Boom, der die Produktionskapazitäten der Speicherhersteller radikal umschichtet.
Speicher-Engpass treibt Kosten in die Höhe
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Samsung und SK Hynix verlagern ihre Fertigung zunehmend auf High Bandwidth Memory (HBM) – die Speicherchips, die in KI-Rechenzentren verbaut werden. Die Folge: Standard-GDDR6-Speicher, wie er in Gaming-Grafikkarten steckt, wird knapp. Die Spotpreise haben sich seit Ende 2025 verdreifacht – von rund 2,50 Euro pro Gigabyte auf etwa 7,50 Euro.
AMD hat Geschäftspartner bereits über die steigenden Produktionskosten informiert. Offiziell bestätigt ist die Preiserhöhung zwar noch nicht, doch die Zeichen stehen auf Sturm.
Welche Modelle wie stark betroffen sind
Die Aufschläge fallen je nach Modell unterschiedlich aus. Konkret rechnen Marktbeobachter mit folgenden Preissprüngen:
- Die Radeon RX 9070 XT (bisher ab 599 Euro UVP) könnte 90 bis 105 Euro teurer werden
- Auch RX 9060 XT, RX 9070 und RX 9080 sollen zwischen 40 und 105 Euro pro Karte zulegen
- In europäischen und asiatischen Märkten notieren RX-9000-Modelle bereits zehn bis 18 Prozent über dem alten Preisniveau
Die Speicherkrise hat sogar die Produktplanung durcheinandergebracht: Das geplante Flaggschiff RX 9080 XT mit 32 Gigabyte GDDR7-Speicher wurde Berichten zufolge gestrichen – die Komponentenkosten seien schlicht prohibitiv.
Nvidia ebenfalls unter Druck
Während AMD als erster Hersteller offenbar offiziell die Preise anhebt, zeigt sich die Lage bei Konkurrent Nvidia nicht besser. Die RTX 5090 kostet trotz einer UVP von 1.999 Euro in manchen Regionen bereits rund 4.000 Euro. Schon im Mai hatten einige Board-Partner die Preise für High-End-Nvidia-Modelle erhöht.
Die gesamte Elektronikbranche leidet unter den Engpässen. CMF, eine Tochter des Technologieunternehmens Nothing, hat bereits bestätigt, 2026 keine neuen Smartphones auf den Markt zu bringen – die Speicherkosten seien zu hoch. Marktforscher von IDC prognostizieren zudem einen Rückgang der weltweiten PC-Verkäufe um fast zehn Prozent im laufenden Jahr.
Ältere Grafikkarten nur noch im Wartungsmodus
AMD fährt parallel den Support für ältere Generationen zurück. Seit Treiberversion 25.10.2 werden RDNA-1- (RX 5000) und RDNA-2-Grafikkarten (RX 6000) nur noch im Wartungsmodus versorgt. Das bedeutet: Keine spielspezifischen Optimierungen mehr für neue Titel, sondern nur noch kritische Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen.
Zum Vergleich: Nvidia liefert für seine RTX-20-Serie aus dem Jahr 2018 weiterhin Game-Ready-Treiber – obwohl die RX-6000-Serie (Start 2020) im Neukartenmarkt 2026 noch erhältlich ist.
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Ausblick: RDNA 5 kommt 2027
Für die Zukunft plant AMD den RDNA-5-Start für 2027. Erste Auslieferungen werden für Mitte des Jahres erwartet. Die neue Architektur soll nicht nur in Desktop-Grafikkarten zum Einsatz kommen, sondern auch die Basis für PlayStation 6 und Xbox Helix bilden. Mit beiden Konsolenherstellern arbeitet AMD eng zusammen – inklusive nativer Optimierungen für AMDs FSR Diamond auf der nächsten Xbox-Generation.
Ob die Speicherkrise bis dahin abgeklungen ist? Analysten von TrendForce bezweifeln das: Der Halbleiter-Engpass könnte sich bis 2028 hinziehen.
