Grafikkarten-Preise: AMD erhöht Radeon RX 9000 um bis zu 15%
20.06.2026 - 13:03:54 | boerse-global.de
AMD plant für das dritte Quartal 2026 eine Preisanpassung seiner Radeon RX 9000 Serie um zehn bis 15 Prozent. Erste Erhöhungen könnten bereits im Juli kommen.
Explodierende VRAM-Kosten als Haupttreiber
Hauptgrund für die Preissteigerung sind die massiv gestiegenen Beschaffungskosten für GDDR6-Speicher. Branchenkreisen zufolge hat sich der Preis pro Gigabyte nahezu verdreifacht: Lag er im November 2025 noch bei umgerechnet rund 2,30 Euro, sind es Mitte 2026 bereits etwa 7 Euro.
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Besonders betroffen sind Modelle mit großem Videospeicher. Die Radeon RX 9070 XT mit 16 Gigabyte VRAM dürfte die höchsten Aufschläge sehen. Aktuell liegen die Preise für die RX-9000-Serie und die konkurrierende RTX-50-Serie von NVIDIA bereits rund 20 Prozent über dem Niveau vor der Speicherknappheit.
KI-Boom verschärft die Lage
Der Hype um Künstliche Intelligenz sorgt für eine strukturelle Verknappung von DRAM, NAND und Enterprise-SSDs. Die DRAM-Vertragspreise stiegen im ersten Quartal 2026 um 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Doch nicht nur Speicher wird teurer. Der japanische Kondensatorhersteller Nichicon erhöhte die Preise um zehn bis 15 Prozent. Der Grund: Ein einzelner KI-Serverrack benötigt rund 440.000 Kondensatoren – ein konventioneller Server kommt mit etwa 50.000 aus. Branchenexperten rechnen mit anhaltend hohen Preisen für diese Komponenten bis 2027.
AMD setzt verstärkt auf Mittelklasse
Angesichts der Kostenexplosion überdenkt AMD offenbar seine Strategie. Gerüchten zufolge könnte das geplante Flaggschiff Radeon RX 9080 XT gestrichen werden – zu teuer sei das dafür benötigte GDDR7-Memory. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf die Mittelklasse-Modelle RX 9070 und RX 9070 XT, die mit günstigerem GDDR6 auskommen.
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Die RX 9070 XT zeigt trotz der Preissituation erste Markterfolge. In Valves Steam-Hardware-Umfrage vom Juni 2026 belegt die Karte mit 1,33 Prozent Anteil Platz 25 der meistgenutzten GPUs. Analysten führen diesen Sprung auf kürzliche Rabattaktionen zurück, bei denen einige Modelle für umgerechnet rund 600 Euro angeboten wurden.
NVIDIA hält sich vorerst zurück
Während AMDs Partner für die Preisanpassungen im dritten Quartal gewappnet sind, hat NVIDIA noch keine offiziellen Erhöhungen für seine aktuelle Serie angekündigt. Das Unternehmen hatte allerdings bereits im Mai die Preise für die RTX 5090 Serie angehoben. Branchenbeobachter rechnen damit, dass NVIDIA zunächst die weitere Entwicklung der Speicherkosten abwartet, bevor es eigene Preisanpassungen vornimmt.
