Grafikkartenmarkt, Profi-GPUs

Grafikkartenmarkt Juni: Profi-GPUs um 55% teurer, Gaming sinkt

13.06.2026 - 16:34:39 | boerse-global.de

Nvidias Profi-Grafikkarten verteuern sich drastisch, während Gaming-Modelle in Westeuropa erstmals günstiger werden. Desktop-GPU-Markt bleibt stabil.

Nvidia GPU-Markt: Profi-Hardware teuer, Gaming-Karten günstiger
Grafikkartenmarkt - A futuristic NVIDIA RTX 50 series graphics card, glowing subtly, on a reflective surface with abstract digital data lines. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Nvidias professionelle Blackwell-Hardware drastische Preissteigerungen verzeichnet, sinken die Kosten für High-End-Gaming-Modelle erstmals deutlich. Der Chipriese hält weiterhin 90 Prozent des Desktop-GPU-Marktes.

Profi-Hardware wird zur Luxusinvestition

Die Preisschere öffnet sich rasant. Nvidias RTX Pro 6000 Blackwell kostet inzwischen 13.250 Euro – ein Anstieg von 55 Prozent gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung innerhalb eines Jahres. Wer professionelle Rechenleistung sucht, muss tief in die Tasche greifen.

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Doch nicht nur in der Oberklasse steigen die Preise. In China hat Nvidias Partner ZOTAC die Kosten für die gesamte RTX-50-Serie angehoben. Das Flaggschiff RTX 5090D V2 verteuerte sich um umgerechnet 295 Euro. Günstigere Modelle wie die RTX 5080 und RTX 5070 zogen um rund 15 Euro an. Die Einstiegsmodelle RTX 5060 Ti und RTX 5060 wurden mit etwa 7 Euro moderater angepasst.

Westliche Händler locken mit Rabatten

Ganz anders sieht die Lage in westlichen Märkten aus. Große Einzelhändler bieten erstmals deutliche Nachlässe auf Flaggschiff-Gaming-Karten. Die MSI Gaming RTX 5080 Inspire 3X OC fiel auf Amazon auf ihren historischen Tiefstpreis von 1.230 Euro. Das entspricht einem Rabatt von 14 bis 19 Prozent gegenüber früheren Preisen zwischen 1.430 und 1.520 Euro.

Markt stabilisiert sich trotz Gegenwind

Die Marktforscher von Jon Peddie Research zeichnen für das erste Quartal 2026 ein überraschend positives Bild. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten erreichten die Desktop-GPU-Auslieferungen 11,8 Millionen Einheiten – ein Minus von lediglich 0,6 Prozent zum Vorquartal. Zum Vergleich: Der historische Durchschnitt für das erste Quartal liegt bei einem Rückgang von 12 Prozent.

Nvidias Marktanteil sank minimal um ein Prozent auf 90 Prozent. Intel legte dank des KI-Geschäfts um 0,4 Prozent zu, während AMD einen marginalen Rückgang von 0,04 Prozent verzeichnete.

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Ein bemerkenswerter Trend: Obwohl Desktop-PC-Verkäufe im Jahresvergleich um 25 Prozent einbrachen, stieg die sogenannte GPU-Attach-Rate – die Häufigkeit, mit der ein separater Grafikchip verbaut wird – auf 76 Prozent. Das ist ein Plus von 33,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Neue Hardware für KI-Enthusiasten

Auf der GTC Taipei Anfang Juni 2026 präsentierte Nvidia den RTX Spark Superchip. Die Kombination aus einem Blackwell-RTX-GPU mit bis zu 6.144 CUDA-Kernen und einem 20-Kern-Grace-Prozessor soll bis zu 1 Petaflop KI-Leistung liefern. Der Chip verfügt über 128 GB gemeinsamen Speicher. Auslieferungen erster Systeme werden für Herbst 2026 erwartet.

Auch die Hardware-Partner erweitern ihr Angebot. GIGABYTE brachte am 11. Juni das AERO X16-Laptop auf den Markt – ein ultradünnes „Copilot+ PC“-Gerät mit Nvidia GeForce RTX 5070 Laptop GPU, 12 GB VRAM und Unterstützung für DLSS 4.5. Auf der COMPUTEX 2026 zeigte das Unternehmen zudem seine neue „INFINITY“-Serie zum 40. Firmenjubiläum, darunter die AORUS RTX 5090 AI BOX und das AORUS MASTER 16 AI-Laptop.

Ausblick: SUPER-Serie und nächste Generation

Branchengerüchten zufolge bereitet Nvidia eine RTX-50-SUPER-Serie mit 3 GB GDDR7-Speichermodulen vor. Das würde die Speicherkapazität bestimmter Modelle um 50 Prozent erhöhen. Konkret ist von einer RTX 5070 SUPER mit 18 GB und einer RTX 5080 SUPER mit 24 GB und 32 Gbps Geschwindigkeit die Rede. Branchenbeobachter erwarten diese Mid-Generation-Refreshs zwischen dem vierten Quartal 2026 und dem ersten Quartal 2027.

Die nächste große Generation – die RTX-60-Serie – wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.

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