Graubünden baut psychiatrische Versorgung massiv aus
12.05.2026 - 12:02:30 | boerse-global.deAktuelle Projekte umfassen Sanierungen, neue Kliniken und innovative Behandlungsmodelle. Ziel: Die Betreuung psychisch erkrankter Menschen verbessern und zugänglicher machen.
Millionen-Investition in die Klinik Waldhaus Chur
Ein Schlüsselprojekt ist die Sanierung und Erweiterung der Patientenhäuser C und D der Klinik Waldhaus Chur. Die erste Bauetappe startete Anfang Mai 2026. Sie folgt auf frühere Großprojekte: Bereits im Mai 2022 eröffnete die Klinik eine neue Notfallstation für Allgemeinpsychiatrie mit 24 Betten. Damals investierte der Kanton rund 25 Millionen Franken, die Bauzeit betrug 34 Monate.
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Die Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) haben zudem ihre regionale Präsenz verstärkt. 2022 eröffneten sie drei neue Psychiatriezentren: in Ilanz (Januar), Davos (Juli) und St. Moritz (Sommer). Die Zentren bündeln mehrere Standorte und dienen als zentrale Anlaufstellen für alle Altersgruppen.
Ein weiterer Meilenstein folgte im Februar 2026: Die neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie nahm den Betrieb auf. Kurz darauf öffnete die KJP-Regionalstelle „Regione Moesa“ in Roveredo wieder ihre Türen.
Behandlung zu Hause: Hometreatment als Erfolgsmodell
Seit Mai 2024 setzt Graubünden auf das Angebot „Hometreatment“. Die Regierung erteilte den PDGR einen Leistungsauftrag dafür. Ein Team betreut akut psychisch erkrankte Erwachsene ein- oder mehrmals täglich zu Hause. Das Ziel: Klinikaufenthalte ersetzen oder verkürzen. Die Stabilisierung in der Akutphase soll im gewohnten sozialen Umfeld stattfinden.
Spezialisierte Angebote wie die Sportpsychiatrie runden das Portfolio ab. Sie richtet sich an Leistungssportler mit sportspezifischen psychischen Belastungen. Die Therapie umfasst ambulante Beratung, Abklärung und Behandlung – in der Klinik Waldhaus Chur sowie in den Zentren Engadin/Südbünden und Davos.
Finanzielle Schieflage trotz Ausbau
Trotz der Fortschritte kämpfen die PDGR mit finanziellen Problemen. Der Jahresbericht 2022 wies eine Unterdeckung von 3,2 Millionen Franken für ambulante Angebote und Tageskliniken aus. Grund: eine unzureichende Tarifierung. Die PDGR betonten damals: Weitere Mittel seien nötig, um die Versorgung in allen Regionen zu sichern.
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Ein positives Signal: Die PDGR belegten im Januar 2026 den zweiten Platz beim Swiss Arbeitgeber Award in der Kategorie „1000+ Mitarbeitende“. Mit rund 1.408 Mitarbeitenden (Stand Dezember 2025) sind sie ein bedeutender Arbeitgeber im Kanton.
Strategische Programme für psychische Gesundheit
Der Kanton verfolgt das Thema bereits seit Jahren. Das „Bündner Programm für Psychische Gesundheit 2013-2016“ legte den Grundstein. Aktuell setzt das Gesundheitsamt kantonale Aktionsprogramme für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ältere Menschen um – mit Fokus auf psychische Gesundheit.
Im Dezember 2023 verabschiedete die Regierung zudem eine kantonale Suchtstrategie. Sie orientiert sich an der nationalen Strategie mit den vier Säulen Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression.
Der Ausbau der psychiatrischen Versorgung in Graubünden ist ein klares Zeichen: Die psychische Gesundheit der Bevölkerung rückt weiter in den Fokus. Doch die finanziellen Herausforderungen bleiben – und mit ihnen die Frage, ob die ambitionierten Pläne langfristig tragbar sind.
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