Greenwashing-Regeln ab September: Neue Transparenzpflichten
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 12:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Marktdaten und Studien zeigen: Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr, sondern prägt die Strategien von Investoren und die Präferenzen der Verbraucher.
Impact Investing: Milliarden für grüne Anlagen
Eine Marktuntersuchung aus dem Zeitraum Mai bis Juli 2025 belegt die stabile Entwicklung im Segment des Impact Investing. Die befragten 142 Akteure verwalten ein Impact-Vermögen von 12,5 Milliarden Euro. Das entspricht 0,85 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens der Studienteilnehmer.
Die Erwartungshaltung der Investoren ist klar: 91 Prozent rechnen mit marktüblichen oder höheren Renditen. Als größte Hemmnisse für ein schnelleres Wachstum gelten unklare Definitionen, fehlende Standards und komplexe Regulierung. Dennoch planen 65 Prozent der Akteure, ihre Allokation in den nächsten fünf Jahren auszubauen.
Junge Generation setzt auf private Vorsorge
Parallel dazu wächst die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge über den Kapitalmarkt. Einer Erhebung vom Juni 2026 zufolge halten 52 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sowie 50 Prozent der 30- bis 39-Jährigen die Eröffnung eines Altersvorsorgedepots für wahrscheinlich.
Hintergrund ist eine tiefe Skepsis gegenüber der gesetzlichen Rente. Rund 70 Prozent aller Befragten fühlen sich beim Thema Rente benachteiligt – bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 96 Prozent. Nur etwa jeder vierte Befragte glaubt, dass die gesetzliche Rente künftig zum Leben reicht.
Verpackung als Kaufkriterium
Auch beim Konsum rücken ökologische Aspekte in den Fokus. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2026 zeigt: 88 Prozent der deutschen Konsumenten bevorzugen Kartonverpackungen gegenüber Kunststoff. Für 64 Prozent ist die Recyclingfähigkeit das entscheidende Kriterium bei der Wahl der Verpackung.
Die Konsequenz für Hersteller: Ein Drittel der Konsumenten hat bereits die Marke gewechselt – aus Bedenken hinsichtlich der Verpackung.
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Die Preissensibilität bleibt dennoch hoch. Für 78 Prozent der Verbraucher sind gestiegene Lebenshaltungskosten aktuell wichtiger als die Nachhaltigkeit der Verpackung. In der Fachdebatte wird zunehmend zwischen persönlichem CO2-Fußabdruck und CO2-Handabdruck unterschieden. Der Fußabdruck misst individuelle Emissionen, der Handabdruck positive ökologische Impulse, die durch das Handeln einer Person bei Dritten ausgelöst werden.
Genossenschaften: Das stabile Modell
Ein Trend zu gemeinschaftlichen Wirtschaftsformen zeigt sich bei der Renaissance von Genossenschaften. Daten aus dem Jahr 2024 belegen die Stabilität: Während bundesweit rund 24.000 Insolvenzen verzeichnet wurden, waren weniger als 0,1 Prozent davon Genossenschaften. Fachleute führen dies auf die Krisenfestigkeit kollektiver Eigentumsstrukturen zurück.
Neue Regeln gegen Greenwashing
Die Politik schafft neue Rahmenbedingungen. Ab dem 27. September 2026 treten verschärfte Regeln gegen Greenwashing in Kraft. Ziel ist mehr Transparenz bei Nachhaltigkeitsversprechen. Gleichzeitig plant die EU eine deutliche Reduzierung der Pflichtangaben in der Nachhaltigkeitsberichterstattung – zur Entlastung der Unternehmen.
Plastiksteuer und Altersvorsorge: Was auf Verbraucher zukommt
Im Bundeshaushalt 2027 ist die Einführung einer Plastiksteuer vorgesehen. Sie soll 80 Cent pro Kilogramm für nicht recycelten Kunststoff betragen. Schätzungen gehen von einer jährlichen Pro-Kopf-Belastung von rund 32 Euro aus – die Industrie wird die Kosten voraussichtlich an die Endverbraucher weitergeben.
88 Prozent der Deutschen bevorzugen Kartonverpackungen – doch bei Finanzprodukten ist Greenwashing oft schwer zu durchschauen. Ab September gelten neue Transparenzpflichten. Unser Leitfaden erklärt, worauf Sie achten müssen. Greenwashing-Checkliste jetzt sichern
Auch bei der Altersvorsorge steht ein Umbruch an. Ab Januar 2027 soll ein neues Altersvorsorgedepot eingeführt werden, das auch für Selbstständige zugänglich ist und staatliche Förderungen für Eigenbeiträge vorsieht.
Kritiker warnen jedoch vor den Risiken. Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, bemängelt, dass Fondsinvestitionen in große Technologie- und Immobilienkonzerne indirekt zulasten von Mietern und Pflegebedürftigen gehen könnten. Sie kündigte Widerstand gegen die geplante Ausgestaltung an.
