Grippeimpfung: Diabetiker mit 17% niedrigerem Sterberisiko
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Prävention der Influenza gewinnt durch aktuelle medizinische Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Virusinfektionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen an Bedeutung. Berichte von Ende August 2026 unterstreichen die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), insbesondere Personen mit chronischen Grunderkrankungen gegen Grippe zu schützen.
Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Vermeidung respiratorischer Symptome, sondern primär auf der Reduktion schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse, die durch eine Influenza-Infektion ausgelöst werden können.
Zusammenhang zwischen Influenza und kardiovaskulären Risiken
Medizinische Analysen verdeutlichen, dass eine Infektion mit dem Influenzavirus das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle signifikant erhöhen kann. Die STIKO rät daher chronisch Kranken ausdrücklich zur Impfung, um solche Folgeschäden zu vermeiden. Als optimaler Zeitraum für die Immunisierung wird die Phase von Oktober bis Mitte Dezember genannt. Ziel ist es, einen belastbaren Schutz vor Beginn der Hauptwellen im Winter aufzubauen.
Die Relevanz dieser Maßnahme wird durch klinische Daten untermauert. Eine dänische Kohortenstudie zeigt auf, dass geimpfte Diabetiker ein um 17 % geringeres Gesamtsterberisiko aufweisen. Zudem verzeichnete diese Patientengruppe ein um 16 % niedrigeres Risiko für kardiovaskulär bedingte Sterbefälle im Vergleich zu ungeimpften Personen mit derselben Grunderkrankung.
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Status quo der Impfquoten in Deutschland
Trotz der vorliegenden Erkenntnisse bleibt die Inanspruchnahme der Impfangebote in Deutschland hinter den internationalen Zielvorgaben zurück. In Berichten von Ende August 2026 wird darauf hingewiesen, dass lediglich 28 % der chronisch Kranken in Deutschland gegen Grippe geimpft sind.
Dieser Wert korrespondiert mit den Daten aus der Saison 2024/25, in der ebenfalls eine Quote von 28 % in dieser Risikogruppe sowie 34 % bei den über 60-Jährigen erreicht wurde.
Besonders niedrig stellt sich die Beteiligung in jüngeren Altersgruppen dar: Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Impfquote bei 6 %, während sie bei den 30- bis 39-Jährigen lediglich 8 % erreicht. Damit verfehlt Deutschland deutlich das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union (EU) formulierte Ziel einer Impfquote von 75 % in den Risikogruppen.
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Rückblick auf die Influenza-Saison 2025/26
Die Notwendigkeit einer höheren Impfbereitschaft wird durch die Bilanz der abgelaufenen Grippesaison 2025/26 verdeutlicht. In diesem Zeitraum wurden rund 65.000 Hospitalisierungen und 2.236 Todesfälle registriert, was einer Steigerung der Mortalität um 10 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Eine Analyse der Sterbefälle zeigt eine klare Altersabhängigkeit: 95 % der Todesfälle betrafen Personen, die älter als 60 Jahre waren.
Versorgungslage und verfügbare Impfstoffe
Für die anstehende Impfperiode ist die Versorgung mit Vakzinen angelaufen. Das Pharmaunternehmen Sanofi hat bereits mit der Auslieferung des Hochdosisimpfstoffs Efluelda begonnen, der speziell für Personen ab einem Alter von 60 Jahren vorgesehen ist. Das Standardvakzin Vaxigrip soll laut Unternehmensangaben ab der 41. Kalenderwoche zur Verfügung stehen.
Die Fachgremien betonen, dass eine rechtzeitige Bevorratung und die gezielte Ansprache von Risikopatienten entscheidend seien, um die Versorgungslücke zu schließen und die Belastung des Gesundheitssystems durch schwere Krankheitsverläufe in den kommenden Monaten zu reduzieren.
