Grippesaison: RKI zählt 6,6 Millionen Atemwegsinfekte in einer Woche
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts einer prognostizierten frühen Grippesaison raten Mediziner und Gesundheitsorganisationen zur rechtzeitigen Vorsorge. Während die Fallzahlen der saisonalen Influenza derzeit noch auf einem niedrigen Niveau liegen, verzeichnen Fachleute bereits eine deutliche Zunahme allgemeiner Atemwegserkrankungen. In den kommenden Monaten wird mit einer Verschärfung der Infektionslage gerechnet, weshalb der Aufbau eines umfassenden Impfschutzes empfohlen wird.
Aktuelle Infektionslage und statistische Trends
Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet in seinem aktuellen ARE-Monatsbericht für den Zeitraum vom 31. August bis zum 27. September 2026 von einer steigenden Inzidenz akuter Atemwegserkrankungen (ARE).
In der letzten Septemberwoche lag dieser Wert bei rund 8.000 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, was hochgerechnet etwa 6,6 Millionen neu aufgetretenen Infekten in Deutschland entspricht. Die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegsbeschwerden stieg in diesem Zeitraum auf rund 1.200 pro 100.000 Einwohner an.
Obwohl die spezifischen Nachweise von Influenza- und Coronaviren bislang nur vereinzelt erfolgen, zeigt die Überwachung des Abwassers eine ansteigende Viruslast für SARS-CoV-2. Ein Epidemiologe erläuterte hierzu, dass die Grippewelle in der nördlichen Hemisphäre üblicherweise zwischen Anfang Oktober und Mitte Mai verläuft.
Wer sich in der anstehenden Infektionssaison optimal schützen möchte, sollte auch die Bedeutung seiner Blutwerte kennen. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt, welche Werte wirklich wichtig sind, um die eigene Gesundheit aktiv zu unterstützen. Kostenlosen 25-Seiten-Report zu Laborwerten anfordern
In Regionen wie dem Bergischen Land oder Rheinland-Pfalz wird eine stärkere Ausbreitung erwartet, sobald die Heizperiode beginnt. Internationale Daten der britischen UKHSA deuten zudem auf ein potenzielles Risiko durch den Influenza-A-Subtyp H3N2 hin, der bereits in Australien zu einem Anstieg der Fallzahlen um 27 Prozent innerhalb von zwei Wochen führte.
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeschutzimpfung insbesondere für Personengruppen mit erhöhtem Risiko. Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Trimester, Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Personen mit chronischen Grundleiden wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Atemwegserkrankungen. Auch für medizinisches Personal und Menschen in Berufen mit hohem Publikumsverkehr wird die Immunisierung als sinnvoll erachtet.
Für die Saison 2026/2027 haben zudem mehrere Krankenkassen in Hamburg angekündigt, die Kosten für die Impfung von gesunden Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs Monaten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zu übernehmen.
In Österreich wird die Influenza-Impfung generell für alle Personen ab einem Alter von sechs Monaten empfohlen. Fachleute betonen, dass der optimale Zeitraum für die Impfung zwischen Oktober und Mitte Dezember liegt, da der Körper etwa zwei Wochen benötigt, um den vollständigen Schutz aufzubauen.
Ein starkes Immunsystem basiert auf Wissen über den eigenen Körper – doch Laborberichte sind für Laien oft schwer zu durchschauen. Erfahren Sie in diesem Gratis-PDF, wie Sie Ihre Vitalstoff-Werte selbst richtig deuten und Mängel frühzeitig erkennen können. Hier den kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck sichern
Infrastruktur und Impfangebote in Praxen und Apotheken
Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KV Hamburg) bestätigte, dass die Praxen mit ausreichenden Impfstoffvorräten vorbereitet sind. Ein Vertreter der KV Hamburg riet dazu, frühzeitig Termine zu vereinbaren, bevor die eigentliche Grippewelle anrollt.
Parallel dazu hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) die Kampagne „Bei euch piekt’s wohl“ gestartet. Bundesweit bieten zahlreiche Apotheken Impfungen gegen Influenza und Covid-19 an. In der vergangenen Saison machten fast 220.000 Menschen von diesem niederschwelligen Angebot Gebrauch, was eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr darstellt.
Laut dem Präsidenten der ABDA, Thomas Preis, stehen allein in Köln rund 30 Apotheken für Impfungen zur Verfügung. Während die Grippeimpfung jährlich aufgefrischt werden sollte, wird die Covid-19-Auffrischung seit 2026 insbesondere für Personen ab 75 Jahren sowie für jüngere Risikogruppen empfohlen.
Die Experten der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz unterstrichen, dass die Impfstofflieferungen planmäßig angelaufen sind und keine Versorgungsengpässe zu befürchten seien. Voraussetzung für die Impfung bleibe jedoch die aktuelle körperliche Fitness des Patienten.
