Grippeschutz, Herzinfarkt

Grippeschutz nach Herzinfarkt: IAMI-Studie zeigt 41 Prozent weniger Sterberisiko

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 14:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die DGIM betont den Herzschutz durch Influenza-Impfungen; STIKO-Empfehlungen umfassen auch Gürtelrose- und Grippeschutz für Risikogruppen.
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer Arztpraxis mit einem leeren medizinischen Beistelltisch. Illustration mit AI erstellt.

Mit Beginn der herbstlichen Erkältungssaison rückt der präventive Gesundheitsschutz für ältere Menschen wieder verstärkt in den Fokus medizinischer Fachkreise.

Fachbeiträge der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) heben dabei hervor, wie wesentlich die Grippeimpfung für den Herzschutz bei Senioren ist und warum gleichzeitig eine Vorsorge gegen Gürtelrose getroffen werden sollte. Die DGIM rät älteren sowie chronisch kranken Menschen daher dazu, den eigenen Impfstatus vor dem Einsetzen der Infektwellen überprüfen zu lassen.

Kardiovaskuläre Entlastung durch den Grippeschutz

Eine Influenza-Infektion stellt eine erhebliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. Wie der Internist Jan Vachek darlegt, beschleunigt das durch die Infektion ausgelöste Fieber die Herzfrequenz, während die allgemeine Entzündungsreaktion den Zustand von Gefäßpatienten verschlechtern kann.

Einer Studie zufolge fällt das Herzinfarktrisiko in der ersten Woche nach einer laborbestätigten Grippe etwa sechsmal höher aus als üblich. Zudem verweist der Kardiologe Dr. François Roubille darauf, dass das Risiko eines Schlaganfalls in den ersten drei Tagen nach einer Grippeinfektion achtfach erhöht ist.

Die Schutzwirkung der Impfung geht daher über reine Atemwegssymptome hinaus: Die DGIM verweist auf die IAMI-Studie, nach der eine Influenzaimpfung nach einem Herzinfarkt innerhalb eines Jahres das Auftreten von Todesfällen, erneuten Infarkten und Stent-Gefäßverschlüssen verringerte. Das relative Sterberisiko sank dabei um 41 Prozent.

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Gürtelrose als unterschätztes Risiko für ältere Menschen

Neben der Grippe birgt das Varizella-Zoster-Virus, der Erreger der Gürtelrose, erhebliche Gesundheitsrisiken für Senioren. Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland tragen das Virus in sich. Das Erkrankungsrisiko nimmt mit fortschreitendem Alter zu; der Großteil der Betroffenen ist über 50 Jahre alt.

Statistisch erkrankt jeder Dritte im Laufe seines Lebens an Gürtelrose, wobei es bei bis zu 30 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen wie lang anhaltenden Nervenschmerzen, der sogenannten Post-Zoster-Neuralgie, kommt.

Ein erhöhtes Risiko besteht unter anderem bei Diabetes, rheumatoider Arthritis, chronischen Darmerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Einnahme immunsuppressiver Medikamente.

Da der typische Hautausschlag oft erst nach drei bis fünf Tagen sichtbar wird, verzögert sich nicht selten die Diagnose. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose-Impfung standardmäßig allen Personen ab 60 Jahren sowie Personen ab 18 Jahren mit einer entsprechenden Vorerkrankung.

Zeitfenster und Vorbereitung für die Wintersaison

Für die Grippesaison 2026/2027 wurden laut dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf Basis von Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sowie der Europäischen Arzneimittel-Agentur alle drei in den Impfstoffen enthaltenen Stämme angepasst.

Zum Saisonstart sind acht trivalente Influenza-Impfstoffe zugelassen, deren Schutzwirkung vor einer symptomatischen Infektion bei bis zu 80 Prozent liegt. Für Personen ab 60 Jahren steht unter anderem der Hochdosis-Impfstoff Efluelda zur Verfügung, ab 50 Jahren ein wirkstoffverstärkter Impfstoff.

Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung neben Menschen ab 60 Jahren auch für chronisch Kranke, Schwangere ab dem zweiten Trimester und medizinisches Personal – idealerweise bis Mitte Dezember.

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Die Impfquoten blieben zuletzt jedoch hinter den Zielvorgaben zurück: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts waren in der Saison 2024/2025 lediglich 34 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft, während das erklärte Ziel der Europäischen Union bei 75 Prozent liegt.

Fachorganisationen wie die Apothekerkammer Nordrhein weisen darauf hin, dass ein Impfstatus-Check unkompliziert vor Ort in der Apotheke vorgenommen werden kann, wo teils auch direkte Impfungen angeboten werden.

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