Große, ZahnabstĂ€nde

Große ZahnabstĂ€nde: Studie sieht 72 Prozent höheres Demenzrisiko

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeitstudie verbindet Zahnfleischbluten und große ZahnabstĂ€nde mit höherer Demenzwahrscheinlichkeit, weist aber keine Ursache nach.

Kauen und Zahngesundheit: Studie zeigt ZusammenhÀnge mit Demenzrisiko
Frisches, knackiges GemĂŒse und NĂŒsse auf einem Holztisch, die eine gesunde ErnĂ€hrung und den Kauvorgang symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Die Bedeutung des Kauvorgangs fĂŒr die allgemeine Gesundheit rĂŒckt verstĂ€rkt in den Fokus medizinischer und gesundheitspolitischer Analysen. Im Rahmen des Tages der Zahngesundheit 2026, der unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“ steht, weisen Fachleute und Institutionen auf die weitreichenden Verbindungen zwischen der Kaufunktion, der NĂ€hrstoffaufnahme und der neurologischen LeistungsfĂ€higkeit hin.

Physiologische Auswirkungen des Kauprozesses

Intensives Kauen wirkt sich laut Angaben der ErnĂ€hrungsexpertin Cornelia Zink von der AOK Donau-Ries positiv auf das Gehirn und die allgemeine Konstitution aus. Durch die mechanische Bewegung werde Druck erzeugt, der die Durchblutung des Zahnfleischs verbessere. Gleichzeitig neutralisiere der dabei angeregte Speichelfluss schĂ€dliche SĂ€uren und unterstĂŒtze die Selbstreinigung des Gebisses von Speiseresten.

DarĂŒber hinaus hat die KaufĂ€higkeit signifikante Auswirkungen auf die Verdauung und die NĂ€hrstoffverwertung. Wie aus Berichten der AOK hervorgeht, werden durch grĂŒndliches Kauen MikronĂ€hrstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundĂ€re Pflanzenstoffe fĂŒr den Körper besser verfĂŒgbar.

Speichelenzyme beginnen bereits im Mund mit der Aufspaltung der Nahrung, was in der Folge die Produktion von MagensÀure reduziere. Dies werde insbesondere bei Beschwerden wie Sodbrennen oder einer empfindlichen Magenschleimhaut empfohlen.

Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und neurologischen Erkrankungen

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen deuten auf eine Korrelation zwischen der Mundgesundheit und dem Risiko fĂŒr kognitive BeeintrĂ€chtigungen hin. Eine ĂŒber zehn Jahre durchgefĂŒhrte japanische Beobachtungsstudie der Kyushu-UniversitĂ€t unter der Leitung der Zahnwissenschaftlerin Michiko Furuta untersuchte die Daten von rund 1.400 Probanden.

Wie in einem Bericht vom 24. September 2026 dargelegt wurde, wiesen Teilnehmer mit ausgeprÀgtem Zahnfleischbluten eine um 56 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf, im Untersuchungszeitraum an einer Demenz zu erkranken. Bei Alzheimer lag dieser Wert bei 61 Prozent.

Anzeige

Wer sich mit dem Zusammenhang zwischen körperlichen Faktoren und geistiger Fitness befasst, kann durch einfache AlltagsĂŒbungen und gezielte Maßnahmen das eigene Demenzrisiko senken. Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen fĂŒr den Erhalt Ihrer mentalen LeistungsfĂ€higkeit. Diese 11 AlltagsĂŒbungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit

Besonders deutlich zeigten sich die Ergebnisse bei Personen mit großen ZahnabstĂ€nden: Hier lag die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine spĂ€tere Demenz um 72 Prozent höher. Als mögliche ErklĂ€rung fĂŒhren die Forscher chronische EntzĂŒndungsprozesse an, welche die Blut-Hirn-Schranke beeintrĂ€chtigen könnten.

Zwar belegt die Studie einen Zusammenhang, jedoch noch keine direkte KausalitĂ€t. ErgĂ€nzende Erkenntnisse des ZahnĂ€rztlichen Dienstes des Kreises GĂŒtersloh stĂŒtzen die These, dass Kauen die Hirndurchblutung steigert und so Aufmerksamkeit sowie GedĂ€chtnis fördert.

PrĂ€vention und praktische Empfehlungen fĂŒr den Alltag

Um die KaufĂ€higkeit dauerhaft zu erhalten, empfehlen Experten wie der Zahnarzt Matthias Urbanowicz eine konsequente Mundhygiene und eine ErnĂ€hrung mit kauintensiven Lebensmitteln. Dazu zĂ€hlen insbesondere Rohkost wie Möhren und Kohlrabi, festes Obst, Vollkornprodukte sowie NĂŒsse und Samen.

Anzeige

Die Wissenschaft bestĂ€tigt, dass die richtige Auswahl von Lebensmitteln nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit maßgeblich unterstĂŒtzt. Welche sieben Geheimnisse fĂŒr mentale Fitness und Konzentration Experten heute empfehlen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Kompakt-Guide. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Laut Urbanowicz fĂŒhre ein Mangel an Belastung, etwa durch fehlende ZĂ€hne infolge von Karies, zu einem Schrumpfen des Kieferknochens. Zudem steige bei Personen, die ihre Nahrung hastig herunterschlucken, das Risiko fĂŒr Übergewicht.

FĂŒr die tĂ€gliche Praxis rĂ€t die AOK Donau-Ries dazu, Ablenkungen wĂ€hrend der Mahlzeiten zu vermeiden und sich bewusst Zeit zu nehmen. Ein MitzĂ€hlen bis zu 30 KauvorgĂ€ngen pro Bissen könne dabei helfen, die notwendige IntensitĂ€t zu erreichen.

Gesundheitspolitische Forderungen zur StÀrkung der Vorsorge

Angesichts dieser ZusammenhĂ€nge fordern zahnĂ€rztliche Standesorganisationen eine stĂ€rkere politische Gewichtung der PrĂ€vention. Der VizeprĂ€sident der BundeszahnĂ€rztekammer (BZÄK), Dr. Ralf Hausweiler, betonte in einer Stellungnahme vom 23. September 2026, dass KĂŒrzungen bei der Gesundheitsförderung langfristig zu höheren Kosten im Sozialsystem fĂŒhren wĂŒrden.

Auch der Freie Verband Deutscher ZahnĂ€rzte (FVDZ) mahnte in einem Bericht vom 24. September 2026 an, dass Vorsorge nicht vernachlĂ€ssigt werden dĂŒrfe. Der Bundesvorsitzende Dr. Christian Öttl erklĂ€rte, dass Erkrankungen, die durch frĂŒhzeitige PrĂ€vention vermieden werden, keine kostenintensive Behandlung erfordern. Der Verband fordert daher ein System, das verstĂ€rkt auf Eigenverantwortung und frĂŒhzeitige Vorsorgemaßnahmen setzt.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70183241 |