Grundsicherung, Millionen

Grundsicherung: 5,5 Millionen Bezieher bekommen verschÀrfte Sanktionen ab Juli

21.06.2026 - 11:22:31 | boerse-global.de

Die Bundesregierung kĂŒrzt das Wohngeldbudget drastisch und plant einen grundlegenden Umbau des Sozialstaats.

Bundesregierung kĂŒrzt Wohngeld und plant Sozialstaatsumbau
Grundsicherung - Eine Nahaufnahme einer Ă€lteren Hand, die ein paar Euro-MĂŒnzen zĂ€hlt, mit verschwommenen offiziellen Dokumenten im Hintergrund. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Bundesregierung reagiert mit einem drastischen Sparkurs im Sozialstaat. Besonders Wohngeld und Grundsicherung stehen auf dem PrĂŒfstand.

Wohngeld-Budget schrumpft um zwei Milliarden

Bundesbauministerin Verena Hubertz kĂŒndigte Mitte Juni eine deutliche Reduzierung der Wohngeldausgaben an. Das jĂ€hrliche Budget soll von fĂŒnf auf drei Milliarden Euro sinken. Die Folgen wĂ€ren massiv: Von den aktuell 1,2 Millionen EmpfĂ€ngerhaushalten mĂŒsste etwa ein Drittel komplett auf die Leistung verzichten.

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Hubertz begrĂŒndet den Schritt mit der schwierigen Finanzlage des Bundes. Bestehende Bescheide sollen zwar ihre GĂŒltigkeit behalten. Doch bei NeuantrĂ€gen oder VerlĂ€ngerungen greifen verschĂ€rfte Kriterien.

Der Widerstand lÀsst nicht lange auf sich warten. Der rheinland-pfÀlzische Bauminister Sven Teuber (SPD) bezeichnet die PlÀne als falsches Signal. Linken-Chefin Janine Schwerdtner warnt vor sozialen HÀrten. Die Union hingegen verteidigt die Einsparungen.

Söder fordert Absenkung der RegelsÀtze

Parallel dazu steht die Grundsicherung unter Druck. CSU-Chef Markus Söder forderte am Samstag, die RegelsÀtze auf das verfassungsrechtliche Minimum zu senken. Derzeit erhalten Alleinstehende 563 Euro.

Innenminister Alexander Dobrindt sieht durch solche Reformen ein Einsparpotenzial von jĂ€hrlich 50 Milliarden Euro. Zum 1. Juli tritt bereits eine Neuausrichtung des Systems in Kraft. Unter dem Namen Grundsicherungsgeld gelten dann verschĂ€rfte Sanktionen – bis hin zu Total-Sanktionen. Betroffen sind rund 5,5 Millionen Bezieher.

Söder plĂ€diert zudem fĂŒr einen Rechtskreiswechsel bei ukrainischen FlĂŒchtlingen und eine bundeseinheitliche Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber. SPD und Opposition lehnen eine weitere Absenkung der RegelsĂ€tze ab.

Grundlegender Umbau des Sozialstaats geplant

Doch die Regierung unter Friedrich Merz denkt weiter. Laut Berichten vom Freitag bereitet sie einen grundlegenden Umbau der sozialen Sicherung vor. Mehrere Kernbereiche sind betroffen:

  • Arbeitszeit: Die Höchstarbeitszeit soll kĂŒnftig auf die Woche statt auf den Tag bezogen werden.
  • Gesundheitswesen: Höhere KrankenkassenbeitrĂ€ge werden diskutiert.
  • Rente und Pflege: Auch hier stehen Anpassungen an die demografische Entwicklung an.

Ein Koalitionsausschuss soll bereits am 1. Juli die Eckpunkte festlegen. Linken-Politiker kĂŒndigten Widerstand an – sie befĂŒrchten eine weitere SchwĂ€chung der sozialen Absicherung. Die Bundesregierung sieht die Maßnahmen als notwendige Reaktion auf die haushaltspolitischen RealitĂ€ten.

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