Gürtelrose-Impfung: 24% weniger Demenzrisiko in großer Studie
24.06.2026 - 11:50:20 | boerse-global.de
Das entspricht einem Zuwachs von über 60 Prozent gegenüber den aktuell 1,3 Millionen Betroffenen. Entscheidend ist: Mit konsequenter Prävention ließe sich die Zahl laut Experten auf 1,3 bis 1,5 Millionen stabilisieren.
Regionale Unterschiede sind enorm
Die Prognosen zeigen ein starkes Gefälle zwischen Stadt und Land. Während in München nur 1,7 Prozent der Bevölkerung betroffen sein werden, liegt der Wert im Landkreis Elbe-Elster bei 6,2 Prozent. Auch die Belastung für die Erwerbstätigen steigt: Kamen 2020 noch 2,6 Demenzkranke auf 100 Erwerbstätige, könnten es 2060 bis zu 4,7 sein.
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Die Daten stammen aus einer aktuellen Untersuchung, die im Fachjournal European Journal of Epidemiology erschienen ist.
Neuer Risikofaktor: Zu niedriger Blutdruck
Die Forschung liefert parallel neue Ansätze für die Prävention. Eine Studie mit über 780.000 Teilnehmern aus der UK Biobank und dem All of Us Research Program zeigt: Niedriger Blutdruck ist stark mit Alzheimer assoziiert. Die Ergebnisse wurden im Journal of the American Heart Association veröffentlicht.
Noch überraschender ist ein anderer Befund: Eine Impfung gegen Gürtelrose könnte das Demenzrisiko senken. Eine Analyse von über 500.000 Pflegeheimbewohnern in den USA ergab: Die Inzidenz lag bei Geimpften bei 18,8 Prozent, bei Ungeimpften bei 24,6 Prozent. Das entspricht einer Risikoreduktion um 24 Prozent. Die genauen Mechanismen sind noch unklar.
Risiken zeigen sich schon bei jungen Erwachsenen
Die Universität Leipzig untersuchte die kognitive Leistungsfähigkeit von knapp 150.000 Teilnehmern der NAKO-Gesundheitsstudie im Alter zwischen 20 und 39 Jahren. Ergebnis: Werte wie Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen korrelieren bereits in jungen Jahren mit schlechteren kognitiven Testergebnissen. Soziale Unterschiede verstärken das Risiko zusätzlich.
Die Studie erschien im Fachjournal Alzheimer's & Dementia.
Lokale Angebote: Von Screening bis Sommerfest
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Neben der Forschung wächst auch die praktische Unterstützung. Eine Übersicht der regionalen Initiativen:
- Früherkennung: In Neusäß gibt es am 1. Juli einen kostenlosen Screeningtag für Bürger ab 65 Jahren
- Fachberatung: Die Memory Clinic in Essen feierte ihr 35-jähriges Bestehen und bietet am 10. Juli einen Aktionstag mit Diagnose-Einblicken
- Niedrigschwellige Angebote: In Potsdam finden monatliche Gesundheitswanderungen statt, in Hürth gab es ein Sommerfest mit Eurhythmie und Harfenmusik
- Selbsthilfe: In Zeitz und Koblenz treffen sich pflegende Angehörige monatlich in Gesprächskreisen
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft will die Versorgung trotz steigender Fallzahlen sichern – und setzt dabei auf gemeinsame Gestaltung und Lebensqualität.
