Gürtelrose-Impfung, Shingrix

Gürtelrose-Impfung: Shingrix senkt Demenz-Risiko um 24%

20.06.2026 - 17:48:13 | boerse-global.de

Forschung zeigt: Gürtelrose-Impfung senkt Demenzrisiko deutlich. Infektionen und Bluttests liefern frühe Hinweise auf die Erkrankung.

Demenz-Prävention: Neue Studien zu Impfung, Infektionen und Bluttests
Gürtelrose-Impfung - Eine Nahaufnahme eines stilisierten Gehirns, das aus leuchtenden neuronalen Netzwerken besteht, die mit abstrakten Viren und Bakterien verwoben sind. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forschende haben im Juni 2026 gleich mehrere bahnbrechende Erkenntnisse zur Demenz-Prävention und Früherkennung veröffentlicht. Die Daten zeigen: Sowohl Impfungen als auch bestimmte Infektionen könnten Jahre vor einer Diagnose entscheidende Hinweise liefern.

Gürtelrose-Impfung senkt Demenz-Risiko um 24 Prozent

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Eine Studie in den „Annals of Internal Medicine“ untersuchte die Wirkung des Impfstoffs Shingrix auf die kognitive Gesundheit. Die vom Hersteller GlaxoSmithKline finanzierte Analyse wertete Daten von rund 510.000 Personen ab 66 Jahren aus.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: In der Gruppe der Geimpften lag die Demenz-Rate bei 18,8 Prozent, bei Ungeimpften bei 24,6 Prozent. Der Schutzeffekt zeigte sich etwa ein Jahr nach der Impfung – bei Frauen deutlicher als bei Männern. Rein rechnerisch könnte eine von 17 Demenz-Diagnosen durch die Impfung verhindert werden. Die Forscher betonen jedoch: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie ohne direkten Kausalnachweis.

Infektionen als frühe Warnsignale

Parallel dazu liefert eine Studie der Universität Helsinki neue Erkenntnisse zum zeitlichen Zusammenhang. Die Analyse von über 65.000 älteren Erwachsenen zeigt: Bestimmte bakterielle Infektionen wie Blasenentzündungen treten häufig fünf bis sechs Jahre vor einer offiziellen Demenz-Diagnose auf.

Die Autoren sehen zwei mögliche Erklärungen: Entweder beschleunigen die Infektionen den kognitiven Verfall – oder sie dienen als Marker für eine bereits bestehende neurologische Anfälligkeit. Einen direkten ursächlichen Zusammenhang konnten die Forscher nicht belegen.

Bluttests revolutionieren die Früherkennung

Im Bereich der Diagnostik gab es im Frühjahr und Sommer 2026 bedeutende Fortschritte. Bereits im Mai erhielt ein gemeinsamer Bluttest von Roche und Eli Lilly die CE-Kennzeichnung. Das Verfahren weist das phosphorylierte Tau-Protein 217 (pTau217) nach – einen Indikator für Amyloid-Pathologie im Gehirn.

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Noch schneller geht ein System des Herstellers Sysmex: Es analysiert Demenzmarker vollautomatisiert innerhalb von 17 Minuten. Mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent misst es p-Tau217 sowie das Verhältnis von A?42 zu A?40. Solche Verfahren könnten die oft mehrjährigen Wartezeiten bis zur Diagnose drastisch verkürzen.

Zelluläre Alterung als Risikofaktor

Forschungen der Universität Málaga und Analysen in „Nature Medicine“ beleuchten die zellulären Ursachen von Alzheimer. KI-gestützte Auswertungen von 60.000 Datensätzen zeigen: Seneszente Astrozyten – gealterte Gehirnzellen – können das Erkrankungsrisiko verdreifachen.

Besonders betroffen sind Träger der Genvariante APOE4. Bei ihnen wurden im Kortex bis zu 80 Prozent seneszente Zellen nachgewiesen. In Fachkreisen wird daher diskutiert, die APOE4-Homozygotie als eigenständige genetische Form der Alzheimer-Krankheit einzustufen.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Eine Studie in „Nature Metabolism“ warnt vor unkritischer Einnahme von Glucosamin. Daten von 24.000 Demenzpatienten und Tierversuche deuten darauf hin: Bei bestehenden kognitiven Beeinträchtigungen könnte der Wirkstoff die Krankheitsprogression beschleunigen und das Sterberisiko erhöhen.

Positivere Nachrichten liefert eine japanische Langzeitstudie mit rund 11.000 Teilnehmern: Regelmäßiges Kochen senkt das Demenz-Risiko signifikant – bei Männern und Frauen gleichermaßen. Zudem deuten ältere Daten aus dem Zeitraum 2014 bis 2023 darauf hin, dass SGLT2-Hemmer aus der Diabetes-Therapie das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent reduzieren könnten.

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