Gürtelrose-Impfung, Shingrix

Gürtelrose-Impfung: Shingrix senkt Demenzrisiko laut US-Analyse um 24 Prozent

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 23:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beobachtungsstudien verbinden die Gürtelrose-Impfung mit niedrigeren Demenzraten; GSK untersucht nun einen möglichen ursächlichen Zusammenhang.
Ein steriler, moderner medizinischer Forschungslaborraum mit wissenschaftlichen Glasgefäßen auf einem sauberen Labortisch. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Beobachtungen aus verschiedenen Ländern deuten darauf hin, dass eine Impfung gegen Gürtelrose mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von Demenzerkrankungen einhergehen könnte.

Weltweit leben gegenwärtig mehr als 55 Millionen Menschen mit Demenz, weshalb präventive Ansätze verstärkt im Fokus der Forschung stehen. Zahlreiche epidemiologische Auswertungen liefern Hinweise darauf, dass der Schutz vor dem Varizella-Zoster-Virus auch kognitiven Einschränkungen vorbeugen könnte.

Internationale Daten deuten auf verringerte Demenzraten hin

In Wales zeigte die Analyse von über 280.000 Personen, dass das Demenzrisiko in den sieben Jahren nach einer Gürtelrose-Impfung um etwa 20 % niedriger lag.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Untersuchung von Stanford Medicine: Demnach wiesen gegen Herpes Zoster Geimpfte im Vergleich zu Nicht-Geimpften eine um 20 % geringere Wahrscheinlichkeit auf, innerhalb der darauffolgenden sieben Jahre eine Demenz zu entwickeln.

Auch eine Mitteilung von Johns Hopkins hält fest, dass der Antizoster-Impfstoff mit einer um 20 % niedrigeren Demenzinzidenz assoziiert ist. Ältere Studien stellten bereits vergleichbare Effekte für das Vakzin Zostavax fest.

Anzeige

Wer sich mit der langfristigen Erhaltung seiner geistigen Gesundheit beschäftigt, findet in diesem kostenlosen Ratgeber wertvolle Strategien zur Demenzvorbeugung. Diese 11 Alltagsübungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit

Neuere Impfstoffe untermauern dieses Bild. Eine US-Analyse von über 500.000 Senioren ergab für den modernen Impfstoff Shingrix einen Rückgang des Demenzrisikos um 24 %. Den Schätzungen dieser Untersuchung zufolge müssen etwa 17 Personen geimpft werden, um rechnerisch einen Demenzfall zu verhindern.

Eine im Fachjournal Nature veröffentlichte Studie, die sich auf Forschungen von Stanford Medicine im Journal Cell stützt, legt dar, dass der Impfstoff Demenz potenziell verhindern und deren Fortschreiten verlangsamen könnte. Das Präparat weist demnach eine Wirksamkeit von 90 % bei der Verhinderung von Gürtelrose bei älteren Menschen auf.

Kausalitätsprüfung durch britische Großstudie

Trotz dieser konsistenten Beobachtungen ist ein ursächlicher Zusammenhang bislang nicht bewiesen. Wissenschaftler betonen wiederholt, dass es sich um reine Beobachtungsdaten handelt und weiterer Forschungsbedarf besteht, um die Mechanismen zweifelsfrei zu klären.

Vor diesem Hintergrund startet das Pharmaunternehmen GSK in Großbritannien eine groß angelegte Untersuchung, um zu prüfen, ob Shingrix das Demenzrisiko tatsächlich kausal senkt. Die Studie greift auf die Datenbank des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS zurück und analysiert die Gesundheitsdaten von rund 1,4 Millionen Personen im Alter von 65 bis 66 Jahren.

Hintergrund ist eine Umstellung des britischen Impfprogramms im Jahr 2023: Damals erhielten 65-Jährige einen direkten Anspruch auf Shingrix, während 66-Jährige erst ab einem Alter von 70 Jahren geimpft wurden.

Anzeige

Neben medizinischen Vorsorgemaßnahmen gibt es weitere effektive Methoden, um die Konzentration und das Gedächtnis nachhaltig zu stärken. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Ihre geistige Fitness im Alltag aktiv fördern können. Kostenlosen Ratgeber zur mentalen Fitness jetzt sichern

Dieser Stichtag schuf zwei natürlich randomisierte Vergleichsgruppen. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem UK Dementia Research Institute sowie Health Data Research UK. Sollte sich eine Kausalität bestätigen, könnte das Unternehmen eine Erweiterung der behördlichen Zulassung anstreben.

Relevanz für den Infektionsschutz

Unabhängig von der Demenzforschung bleibt die Gürtelrose eine erhebliche gesundheitliche Belastung. In Deutschland tragen mehr als 95 % der Erwachsenen das Varizella-Zoster-Virus in sich. Im Laufe des Lebens erkrankt etwa jeder Dritte an Gürtelrose. Bei bis zu 30 % der Betroffenen treten schwere Komplikationen wie langanhaltende Nervenschmerzen in Form einer Post-Zoster-Neuralgie auf.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Gürtelrose-Impfung standardmäßig für alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren sowie für Personen ab 18 Jahren, bei denen ein erhöhtes gesundheitliches Risiko vorliegt. Ob der Schutz vor dem Virus künftig auch offiziell als Demenzprävention anerkannt wird, bleibt den Ergebnissen der nun laufenden klinischen Untersuchungen vorbehalten.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70416689 |