Gürtelrose-Impfung, Shingrix

Gürtelrose-Impfung: Shingrix senkt Schlaganfallrisiko um 12%

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Oxford-Auswertung zeigt für Shingrix weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse als für Zostavax, doch der Effekt nimmt über sieben Jahre ab.

Oxford-Studie: Shingrix senkt Herz-Kreislauf-Risiken bei Älteren
Ein steriles medizinisches Labor mit einer Impfstoffampulle und einer Spritze auf einem Tablett. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine am 26. August 2026 in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichte Untersuchung der Universität Oxford liefert neue Erkenntnisse über den Zusatznutzen von Gürtelrose-Impfungen für die kardiovaskuläre Gesundheit.

Die großangelegte Analyse vergleicht die Auswirkungen des rekombinanten Impfstoffs Shingrix mit dem älteren Lebendimpfstoff Zostavax bei Erwachsenen ab 60 Jahren. Ein zentrales Ergebnis der Datenanalyse ist eine signifikante Senkung des Schlaganfallrisikos, die insbesondere bei männlichen Patienten deutlich messbar ist.

Signifikante Reduktion bei Schlaganfällen und Herzerkrankungen

Die Forscher der Universität Oxford stützten sich auf eine breite Datenbasis von mehr als 70.000 US-Erwachsenen im Alter von mindestens 60 Jahren. In der Untersuchung wurden zwei Gruppen mit jeweils 36.460 Teilnehmern verglichen.

Über einen Beobachtungszeitraum von sieben Jahren zeigte sich bei den mit dem rekombinanten Vakzin Shingrix geimpften Personen eine um 9 Prozent geringere kardiovaskuläre Belastung im Vergleich zur Zostavax-Gruppe. Dies entspricht einer sogenannten RMTL-Ratio (Restricted Mean Time Lost) von 0,91.

Besonders detailliert wurden die Auswirkungen auf spezifische Krankheitsbilder analysiert. Laut der Studie verringerte sich das Risiko für eine ischämische Herzkrankheit um 10 Prozent. Bei Herzinsuffizienz wurde ebenfalls eine Reduktion um 12 Prozent festgestellt, während das Risiko für Vorhofflimmern um 7 Prozent sank.

Ein herausragendes Teilergebnis betrifft das Schlaganfallrisiko bei Männern: Hier verzeichneten die Wissenschaftler einen Rückgang der Diagnosen um 12 Prozent durch den Einsatz des moderneren Impfstoffs.

Zeitlicher Verlauf und Vergleich der Impfstoffe

Die Schutzwirkung des rekombinanten Impfstoffs variiert offenbar signifikant über die Zeit. In den ersten 3,5 Jahren nach der Immunisierung lag das Risiko für kardiovaskuläre Diagnosen bei Shingrix-Geimpften um 12 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe.

Konkret traten in diesem Zeitraum bei 9,6 Prozent der mit Shingrix Geimpften schwerwiegende Ereignisse wie Herzinsuffizienz, Schlaganfälle oder verstopfte Herzkranzgefäße auf, während die Quote bei Zostavax bei 10,9 Prozent lag.

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Über den vollen Beobachtungszeitraum von sieben Jahren betrachtet, gewannen die Geimpften durch den Einsatz von Shingrix insgesamt 9 Prozent mehr Zeit ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allerdings stellten die Experten fest, dass der Effekt nach den ersten Jahren nachlässt. Nach Ablauf der sieben Jahre belief sich die Gesamtrisicoreduktion noch auf 4 Prozent.

Die in dieser Studie ermittelten Effekte fallen zudem geringer aus als in früheren Untersuchungen, die teilweise von einer Risikominderung zwischen 20 und 30 Prozent ausgegangen waren. Dennoch bezeichnen die Autoren der Studie den Effekt als beachtlich und vergleichbar mit der Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten.

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Wirkungsweise und zukünftige Validierung

Als möglicher physiologischer Mechanismus für diesen präventiven Effekt wird der im Impfstoff enthaltene Immunverstärker AS01 vermutet. Dieser Adjuvans-Komplex könnte dazu beitragen, allgemeine Entzündungsprozesse im Körper zu reduzieren, die als Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen gelten.

Trotz der deutlichen statistischen Zusammenhänge betont die Universität Oxford, dass es sich bei der aktuellen Auswertung noch nicht um einen kausalen Beweis handelt. Um die Ergebnisse klinisch abzusichern, seien weitere randomisierte kontrollierte Studien erforderlich.

Eine entsprechende Untersuchung in Dänemark, an der rund 160.000 Personen teilnehmen, ist bereits im Gange. Ergebnisse dieser großangelegten Studie werden für das Jahr 2027 erwartet und sollen abschließend klären, in welchem Umfang die Gürtelrose-Impfung als präventives Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden kann.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Gürtelrose-Impfung: Shingrix schützt offenbar vor Herzkrankheiten - Gesundheit“

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