Laune, Erwachsenen

Gute Laune bei Erwachsenen: Lachen sinkt von bis zu 600 auf 18-mal täglich

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Dokumentation vergleicht mentale Übungen und körperliche Reize; ein Ketamin-Dosierungsfehler löst Todesängste aus.
Ein sonnendurchfluteter, minimalistischer Raum mit einem leeren Holzstuhl und weichen Schatten auf einem Holzboden. Illustration mit AI erstellt.

In der Fernsehdokumentation „JENKE. EXPERIMENT. Gute Laune“ widmet sich der Journalist Jenke von Wilmsdorff der Frage, aus welchen Gründen die unbeschwerte Heiterkeit im Laufe des Erwachsenenlebens verloren geht.

Als zentraler Ausgangsbefund wird dabei die Häufigkeit des Lachens herangezogen: Während Kinder auf 400- bis 600-mal am Tag kommen, reduziert sich dieser Wert bei Erwachsenen auf lediglich 15- bis 18-mal täglich.

Zugleich verdeutlichen im Rahmen der Sendung aufgeführte Daten ein hohes gesellschaftliches Belastungsniveau. Laut dem TK-Stressreport 2025 fühlen sich 66 Prozent der Menschen häufig oder manchmal gestresst, wobei 61 Prozent ihre eigenen Ansprüche als Belastungsfaktor nennen.

Insgesamt stufen sich zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland als gestresst oder sehr gestresst ein. Jährlich erkranken 18 Prozent der Bundesbürger psychisch, und 30 Prozent der jungen Menschen sind auf psychologische Unterstützung angewiesen.

Körperliche Reize und mentale Übungen gegen die Anspannung

Zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Senkung der Stressbelastung wurden im Experiment verschiedene nicht-medikamentöse Ansätze überprüft. Neben Nahrungsergänzungsmitteln, autogenem Training und Eisbaden gehörten Achtsamkeitsmeditation sowie Lach-Yoga zum Testprogramm.

Im Rahmen einer Einheit mit Carmen Goglin wurde thematisiert, dass bereits mechanisch erzeugtes Lachen im menschlichen Organismus ein physiologisches Signal auslöst. Studien aus Japan deuten darauf hin, dass Lachen den Stresspegel abbaut, wobei Botenstoffe wie Endorphine und Dopamin beteiligt sind und der Cortisolspiegel sinkt.

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Ein weiterer Test befasste sich mit den psychologischen Effekten sozialer Interaktion. Im Rahmen eines Experiments mit vierminütigem Blickkontakt zeigte sich, dass das ununterbrochene Gegenüberstehen zunächst Stress auslöst, die spürbare Anspannung nach kurzer Zeitspanne jedoch merklich nachlässt.

Pharmazeutische Versuche und wissenschaftliche Perspektiven

Neben verhaltensbasierten Methoden bezog das Format auch pharmakologische Wirkungen in die Betrachtung ein. In einem Selbstversuch mit einer Mischung aus 50 Prozent Lachgas und 50 Prozent Sauerstoff konnte das Stressniveau gesenkt und der Blutdruck trotz eines zugefügten Schmerzreizes normalisiert werden.

Erheblich riskanter gestaltete sich ein weiterer Versuch mit Ketamin, der unter Anwesenheit von medizinischem und therapeutischem Personal stattfand. Infolge eines Dosierungsfehlers wurde eine deutlich zu hohe Menge verabreicht, woraufhin Todesängste einsetzten.

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Die Psychologin Dr. Judith Mangelsdorf ordnete den Einsatz von Drogen in solchen Kontexten dahingehend ein, dass diese zwar kurzfristig hilfreich sein könnten, auf lange Sicht jedoch die schlechteste Option darstellten.

Auf wissenschaftlicher Ebene behandelte der Beitrag zudem neuere Behandlungsformen: Forschende wie Prof. Dr. Tillmann Krüger und Prof. Dr. Axel Wollmer untersuchen im Kontext der sogenannten Facial-Feedback-Theorie den Einsatz von Botulinumtoxin in der Zornesfalte zur Therapie von Depressionen.

Die Produktion bildet die vierte von insgesamt sieben Dokumentationen der aktuellen Staffel, die auf ProSieben jeweils um 20:15 Uhr ausgestrahlt und auf der Plattform Joyn bereitgestellt wird. Für die weiteren Ausgaben bis Dezember sind Untersuchungen zu den Themenfeldern ADHS sowie eine Zeitreise in die 1990er-Jahre angekündigt.

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