Hoffnung fĂŒr gerodete Regenwald-FlĂ€chen
13.04.2026 - 08:41:13 | dpa.deFĂŒr gerodete Regenwald-FlĂ€chen gibt es Hoffnung. Wenn die Landwirtschaft wieder eingestellt ist, wĂ€chst die Vegetation wieder nach, und auch die meisten Tiere kehren zurĂŒck. Und das geht schneller als bislang vermutet, wie ein internationales Forschungsteam um Timo Metz und Nico BlĂŒthgen von der Technischen UniversitĂ€t Darmstadt im Fachjournal «Nature» schreibt.Â
Drei Viertel der Tier- und Pflanzenarten wieder da
FĂŒr das GroĂprojekt beobachtete das 41-köpfige Team verschiedene Regenwald-FlĂ€chen im ChocĂł im Nordwesten von Ecuador und untersuchte 16 Gruppen von Organismen, darunter Tiere, Pflanzen und Bakterien - insgesamt mehrere tausend Arten. Die FlĂ€chen, die unter Naturschutz standen, unterschieden sich unter anderem hinsichtlich der vorherigen Nutzung und der Dauer, seit sie nicht mehr der Landwirtschaft dienten.
Innerhalb von 30 Jahren erhole sich die Artenvielfalt auf ĂŒber 90 Prozent des ursprĂŒnglichen Niveaus, berechnen die Studienautoren. Zudem kĂ€men drei Viertel der typischen Tier- und Pflanzenarten wieder. «Die vielen schnell zurĂŒckkehrenden Tierarten sind nicht nur Profiteure der Wald-Regeneration, sondern sind auch deren wichtigste Akteure», wird Studienleiter BlĂŒthgen in einer Mitteilung seiner UniversitĂ€t zitiert. «FledermĂ€use, Affen und andere SĂ€ugetiere sowie Vögel bringen die Baumsamen wieder in die gerodeten FlĂ€chen, DungkĂ€fer graben die Samen in den Boden, hunderte anderer Tierarten sorgen fĂŒr die BestĂ€ubung.»
Allerdings war die RĂŒckkehr nur möglich, da in der Region noch einige unberĂŒhrte WĂ€lder vorhanden waren. Aus diesen Reservoirs konnten sich die Tier- und Pflanzenarten wieder in die zuvor landwirtschaftlich genutzten und nun brachliegenden FlĂ€chen ausbreiten. Zudem dauerte die Besiedlung je nach Art der Organismen unterschiedlich lange. Wichtig war auch, wie der Boden zuvor bewirtschaftet worden war - etwa ob als Kakaoplantage oder als Weide.
Regenwald weiterhin stark gefÀhrdet
Tropische RegenwĂ€lder sind Heimat fĂŒr einen groĂen Teil aller weltweiten Tier- und Pflanzenarten. Allerdings ist der Studie zufolge nicht einmal mehr die HĂ€lfte der ursprĂŒnglich vorhandenen RegenwĂ€lder intakt. Landnutzung und Klimawandel gefĂ€hrdeten die WĂ€lder. Und die Abholzung schreite weiterhin schneller voran als die SchutzmaĂnahmen, beklagt das Forschungsteam.
Demnach gehen pro Jahr vier bis sechs Millionen Hektar weltweit verloren - also 40.000 bis 60.000 Quadratkilometer. Das entspricht im Mittel etwa der FlĂ€che von Costa Rica (gut 51.000 Quadratkilometer). «Diese jĂ€hrlichen Verluste sind damit fast so hoch wie die FlĂ€che aller langfristig angelegten RenaturierungsmaĂnahmen zusammen», sagt der Ăkologe BlĂŒthgen.
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