Plus, Computex

H2 Plus auf Computex: Nvidia und Unitree zeigen Industrie-Roboter

02.06.2026 - 09:04:01 | boerse-global.de

Nvidia und Unitree präsentieren den humanoiden Roboter H2 Plus. Zeitgleich erhält Unitree die Zulassung für seinen Börsengang in Shanghai.

H2 Plus auf Computex: Nvidia und Unitree zeigen Industrie-Roboter - Bild: ĂĽber boerse-global.de
H2 Plus auf Computex: Nvidia und Unitree zeigen Industrie-Roboter - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Am 1. Juni 2026 präsentierten Nvidia und Unitree Robotics auf der Computex in Taipeh den H2 Plus – einen humanoiden Roboter, der als Blaupause für die gesamte Branche dienen soll. Zeitgleich erhielt Unitree grünes Licht für seinen Börsengang in Shanghai. Die Botschaft ist klar: Aus experimentellen Prototypen werden ernstzunehmende Industrieprodukte.

Standardisierte Plattformen fĂĽr die Forschung

Der H2 Plus ist kein gewöhnlicher Roboter. Mit 1,80 Metern Körpergröße, 68 Kilogramm Gewicht und 75 Freiheitsgraden – inklusive spezieller Hände des Singapurer Partners Sharpa – ist er auf dem neuesten Stand der Technik. Das Besondere: Er basiert auf Nvidias Isaac GR00T-Plattform, einem standardisierten Entwicklungssystem für humanoide Roboter.

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Angetrieben wird der H2 Plus vom Nvidia Jetson Thor Modul mit Blackwell-GPU-Architektur. Die Rechenleistung? Genug für anspruchsvolle Aufgaben der physischen Künstlichen Intelligenz. Die Batterie hält drei Stunden. Namhafte Forschungseinrichtungen wie die Stanford University, die ETH Zürich und die UC San Diego gehören zu den ersten Anwendern.

Wann der H2 Plus auf den Markt kommt, ist noch nicht endgültig klar. Branchenkreisen zufolge könnte es bereits im Oktober 2026 soweit sein – zunächst für Forschungseinrichtungen.

Unitree: Vom Start-up zum Börsenkandidaten

Am selben Tag, an dem Nvidia und Unitree den H2 Plus vorstellten, gab es auch finanziell Grund zum Feiern. Die chinesische Unitree Robotics erhielt die Zulassung für ihren Börsengang an der Shanghaier STAR-Market. Nach nur 73 Tagen Prüfverfahren ist der Weg frei.

Das Unternehmen will 4,2 Milliarden CNY (umgerechnet rund 570 Millionen Euro) einnehmen. Dafür sollen 40,4 Millionen Aktien ausgegeben werden. Ein Großteil des Geldes – etwa 2 Milliarden CNY – fließt in die Entwicklung eines KI-Systems für Roboter.

Die Zahlen sprechen für sich: 2025 erzielte Unitree einen Umsatz von 1,7 Milliarden CNY (rund 230 Millionen Euro) und einen Nettogewinn von 590,8 Millionen CNY. Mehr als 5.000 humanoide Roboter wurden ausgeliefert. Im ersten Quartal 2026 legte der Umsatz um über 68 Prozent auf 423 Millionen CNY zu – der Gewinn sank allerdings um mehr als die Hälfte.

Am 31. Mai eröffnete Unitree sein erstes Asien-Erlebniszentrum in Shanghai. Die Preisspanne reicht von rund 9.000 CNY für einfache Vierbeiner bis zu 90.000 CNY für humanoide Modelle.

Die Branche konsolidiert sich

Die Robotik-Branche erlebt derzeit eine regelrechte Fusions- und Übernahmewelle, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 begann. Große Technologiekonzerne kaufen spezialisierte Start-ups, um sich frühzeitig Know-how zu sichern.

Zu den spektakulärsten Deals zählen:
- Meta ĂĽbernimmt ARI
- Amazon kauft Rivr und Fauna Robotics
- Mobileye schluckt Mentee Robotics
- In China erwirbt Hangzhou Colin 51 Prozent an Kepler fĂĽr 400 Millionen CNY

Auch die Zulieferer profitieren. BrainCo, Hersteller bionischer Hände, erwartet 2026 einen Verkaufsboom. Firmen wie Unitree und Leju Robotics integrieren zunehmend fünf-fingrige Roboterhände in ihre Modelle. HeymanTech aus Hangzhou sicherte sich kürzlich Series-A-Finanzierung für wasserdichte Roboterhände, die in 10.000 Metern Tiefe arbeiten können. Und am 1. Juni launchte Changingtek Robotics den Uhand – eine hochpräzise taktile Sensorhand für komplexe Umgebungen.

Wirtschaftliche Treiber und Zukunftsprognosen

Eine Studie von Morgan Stanley vom 1. Juni 2026 sieht in „Embodied AI“ den entscheidenden Katalysator für den industriellen Durchbruch humanoider Roboter. Fachkräftemangel, Sicherheitsanforderungen und steigende Lohnkosten treiben die Entwicklung an.

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Die Prognosen sind ambitioniert: Goldman Sachs rechnet damit, dass der Markt für humanoide Roboter bis 2035 ein Volumen von 38 Milliarden US-Dollar (rund 35 Milliarden Euro) erreichen könnte.

Doch der Weg dorthin ist steinig. Nvidia-Führungskräfte betonten in Taipeh, dass der Bau humanoider Roboter nach wie vor extrem schwierig sei – insbesondere die Entwicklung des „Gehirns“ und der Hände. Um diese Hürden zu nehmen, kündigte Nvidia auch Cosmos 3 an, ein Omnimodell für physische KI, sowie eine Partnerschaft mit Foxconn zur Entwicklung autonomer Fahrzeuge.

Währenddessen meldete Faraday Future einen Rekord-Mai 2026: 69 Einheiten eigener Robotersysteme wurden im Rahmen der dezentralen Datenfabrik-Initiative ausgeliefert. Die Zukunft hat längst begonnen – und sie läuft auf zwei Beinen.

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