HĂ€m, Plasmin

HÀm und Plasmin: UniversitÀt Koblenz zeigt Hemmung des Gerinnselabbaus

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Koblenzer Studie zeigt, dass HÀm Plasmin bindet und den Fibrinabbau hemmt; die Bedeutung im Körper bleibt ungeklÀrt.
Ein mit einer tiefroten FlĂŒssigkeit gefĂŒlltes LaborgefĂ€ĂŸ in einer sterilen, unscharfen Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Bei hĂ€molytischen Erkrankungen kommt es im Körper zu einem verstĂ€rkten Zerfall roter Blutkörperchen, was mit einem deutlich erhöhten Thromboserisiko einhergeht. Die genauen molekularen Mechanismen hinter dieser GefĂ€ĂŸverschlussneigung sind Gegenstand intensiver medizinischer Forschung.

Eine Studie der UniversitĂ€t Koblenz vom 21. Oktober 2026 liefert neue Erkenntnisse ĂŒber die Wechselwirkungen im Blut: Erstmals konnte nachgewiesen werden, dass das Enzym Plasmin den Blutfarbstoff-Baustein HĂ€m mit hoher AffinitĂ€t bindet.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe fĂŒr Bioorganische Chemie unter Leitung von Prof. Dr. Marie-T. Hopp wurden im Fachjournal International Journal of Biological Macromolecules (DOI: 10.1016/j.ijbiomac.2026.154990) veröffentlicht.

Bindungsmechanismen an der EnzymoberflÀche

Plasmin spielt eine SchlĂŒsselrolle bei der Fibrinolyse, dem natĂŒrlichen Abbau von Blutgerinnseln im menschlichen Körper. Die Untersuchungen der UniversitĂ€t Koblenz belegen, dass das Enzym sehr schnell mehrere HĂ€m-MolekĂŒle aufnehmen kann.

Im Rahmen der Strukturanalysen identifizierten die Forscher insgesamt sechs mögliche Bindungsstellen fĂŒr HĂ€m an dem Enzym. Drei dieser Bindungsstellen befinden sich an der EnzymoberflĂ€che und gelten den Analysen zufolge als besonders vielversprechend fĂŒr die molekulare Interaktion.

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KonzentrationsabhÀngige Hemmung des Fibrin-Abbaus

Die Bindung von HĂ€m an Plasmin bleibt nicht ohne funktionelle Folgen fĂŒr das Enzym. Wie die Versuche der UniversitĂ€t Koblenz zeigen, fĂŒhrt das gebundene HĂ€m zu einer deutlichen und konzentrationsabhĂ€ngigen Hemmung des Fibrin-Abbaus.

Bemerkenswert ist dabei der Schwellenwert der Reaktion: Die Hemmung der Fibrinspaltung trat bereits bei HÀm-Konzentrationen auf, wie sie typischerweise im Rahmen einer pathologisch verstÀrkten Zerstörung roter Blutkörperchen im Organismus gemessen werden. Das Vorhandensein von freiem HÀm im Blutkreislauf beeintrÀchtigt somit direkt die AktivitÀt des wichtigsten gerinnselauflösenden Enzyms.

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ErklĂ€rungsansatz fĂŒr Thrombosen bei hĂ€molytischen Erkrankungen

Aus klinischer Sicht eröffnet die verminderte Fibrinolyse durch die HĂ€m-Plasmin-Bindung einen neuen ErklĂ€rungsansatz dafĂŒr, warum Patienten mit hĂ€molytischen Erkrankungen ĂŒberproportional hĂ€ufig von Thrombosen betroffen sind. Wenn der Abbau von Fibrinstrukturen durch freigesetztes HĂ€m behindert wird, können sich GefĂ€ĂŸverschlĂŒsse verfestigen und lĂ€nger bestehen bleiben.

Gleichzeitig ordnet die UniversitĂ€t Koblenz die bisherigen Befunde vorsichtig ein: Die tatsĂ€chliche Rolle, welche die Interaktion zwischen HĂ€m und Plasmin im komplexen physiologischen Gesamtgeschehen spielt, ist derzeit noch unklar. Um die Mechanismen vollstĂ€ndig aufzuschlĂŒsseln und mögliche therapeutische AnsĂ€tze zu prĂŒfen, sind laut den Forschern weitere Untersuchungen erforderlich.

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de | wissenschaft | 70416903 |