Haferflocken, Blutfette

Haferflocken gegen hohe Blutfette: Cholesterin kann um 5 bis 7 Prozent sinken

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein globales Ernährungsmodell setzt auf Pflanzen, hochwertige Fette und Vollkorn; Studien verknüpfen diese Kost mit gesundheitlichen Vorteilen.
Nahaufnahme einer Auswahl natürlicher pflanzlicher Lebensmittel wie Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornähren auf Holz. Illustration mit AI erstellt.

Erstmals haben Fachleute eine internationale Ernährungspyramide entwickelt, die auf den offiziellen Leitlinien aus Kanada, Deutschland, Australien, China, den Niederlanden, den USA und den nordischen Ländern basiert.

Die in der Fachzeitschrift Advances in Nutrition vorgestellte Synthese stützt sich zudem auf die Auswertung von mehr als 250 wissenschaftlichen Studien. Ziel der Zusammenführung ist ein global anwendbarer Orientierungsrahmen, der gesunde und präventive Ernährungsmuster systematisiert.

Drei Kernprinzipien und globales Präventionspotenzial

Das Modell der internationalen Ernährungspyramide baut auf drei zentralen Grundsätzen auf:

  • pflanzliche Lebensmittel als breite Basis der täglichen Ernährung,
  • hochwertige Fett- und Proteinquellen wie Nüsse und Hülsenfrüchte,
  • eine hohe Kohlenhydratqualität, insbesondere durch Vollkorn- und ballaststoffreiche Produkte.

Die gesundheitliche Tragweite einer pflanzenbetonten Kost unterstreichen Daten der EAT-Lancet-Kommission: Demnach ließen sich weltweit rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindern, wenn sich Menschen konsequent an einer solchen Ernährungsweise orientieren würden.

Auch langfristige Meta-Analysen belegen den präventiven Nutzen pflanzlicher Bestandteile. Eine Untersuchung von Aune et al. (BMJ 2011) über 25 Studien mit mehr als 1,7 Millionen Teilnehmenden zeigte, dass ein tägliches Plus von 10 Gramm Ballaststoffen das Darmkrebsrisiko um 10 Prozent senkte, wobei Getreideballaststoffe den stärksten Schutzeffekt aufwiesen.

Eine Meta-Analyse von Reynolds et al. (The Lancet 2019), die 185 Kohortenstudien und 135 Millionen Personengeschichten auswertete, verzeichnete bei hoher im Vergleich zu niedriger Ballaststoffaufnahme eine Reduktion der Gesamtmortalität um 5 bis 30 Prozent.

Einfluss auf Entzündungen und Darmflora

Der Fokus auf pflanzliche Kost deckt sich mit Erkenntnissen zu entzündlichen und chronischen Erkrankungen. Ernährungsberaterin Eli Heugel verweist darauf, dass eine pflanzenbasierte, vegetarische oder vegane Ernährung mit reichlich Gemüse, Kräutern, Obst, Vollkorn und pflanzlichen Ölen schmerzlindernd bei Beschwerden wie Rheuma, Arthrose, Gicht und Fibromyalgie wirken kann. Zu meiden seien hingegen Fleisch, Milchprodukte, Fertiggerichte, Fast Food, Süßigkeiten, Kaffee und Alkohol.

Begleitende Pilotuntersuchungen stützen diesen Ansatz: An der University of California San Diego untersuchte Monica Guma die sogenannte ITIS-Diät – eine Kombination aus mediterraner Ernährung und entzündungshemmenden Lebensmitteln – bei 22 Betroffenen mit rheumatoider Arthritis über zwei Wochen.

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Bei der Hälfte der Teilnehmenden verringerten sich Schmerzen und Schwellungen um 50 Prozent, teils innerhalb von drei bis vier Tagen, wobei die Ernährungsanpassung als Ergänzung und nicht als Ersatz für Medikamente dient.

Auf mikrobieller Ebene zeigen Forschungen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), bei denen Mathilde Poyet und Mathieu Groussin über 10.000 Bakterienstämme sequenzierten, dass ein industrialisierter Lebensstil zu homogeneren Mikrobiomen und erhöhten Entzündungsmarkern führt.

Eine Studie von Prof. Oluf Borbye Pedersen ergab wiederum, dass Veganer zwar eine geringere Darmbakterien-Vielfalt als Allesesser aufwiesen, bei hoher Proteinzufuhr jedoch dieselbe Vielfalt erreichten. Gleichzeitig zeigten sich bei ihnen niedrigere Blutzucker- und Cholesterinwerte sowie weniger Entzündungszeichen.

Schutz vor Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen

Große Bedeutung kommt der Ernährungsqualität auch im Gefäß- und Stoffwechselsystem zu. Nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe beeinflussen 34 Ernährungsfaktoren das Schlaganfall-Risiko.

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Während Obst und Gemüse dank Vitamin C, Kalium, Ballaststoffen und Flavonoiden das Risiko senken, erhöhen rotes und verarbeitetes Fleisch mit Natrium und Natriumnitrit die Gefahr. Zudem vermindert Mangelernährung nach einem Schlaganfall die Überlebenschance und die neurologische Genesung, wobei Proteine besonders wichtig sind (Guo et al., 2022; Lu et al., 2023).

Gleichzeitig verweist Dr. Juliane Willecke vom HDZ NRW Bad Oeynhausen auf die Relevanz der Blutfettwerte: Ein LDL-Wert über 190 mg/dl bedeute ein deutlich erhöhtes Risiko für atherosklerotische Erkrankungen.

Als Zielwerte gelten unter 116 mg/dl für Gesunde sowie unter 55 mg/dl bei Diabetes oder Herzkrankheiten; der Verzehr von Haferflocken (Beta-Glucan) könne den Cholesterinspiegel um 5 bis 7 Prozent senken.

Eine Untersuchung des DIfE Potsdam-Rehbrücke und der Universität Barcelona im American Journal of Clinical Nutrition (2026) ergab zudem, dass der regelmäßige Verzehr von Erdnussprodukten die Blutfett-Zusammensetzung verändert. Die daraus abgeleitete Lipidsignatur könnte mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert sein, wenngleich ein ursächlicher Schutz noch nicht belegt ist.

Dass pflanzenbetonte Ernährungsmuster umfassend wirken, zeigen weitere Befunde: Laut einer Auswertung im Fachblatt JACC: Advances an mehr als 8.700 Krebsüberlebenden ging eine gesündere Kost mit geringerer Sterblichkeit einher; die Lebenserwartung lag um 1,66 bis 3,32 Jahre höher als bei ungesündesten Gewohnheiten.

Zudem belegte eine Untersuchung des DZNE um Prof. Monique Breteler und Juliana Tavares mit Daten der Rheinland-Studie und der EPIC-Potsdam-Kohorte (veröffentlicht in Nature Communications am 29. August 2026), dass gesunde Kostformen wie die Nordische oder die DASH-Diät mit einem langsameren biologischen Altern einhergehen.

Angesichts von weltweit rund 1,5 Milliarden Erwachsenen mit stoffwechselbedingter Fettleber unterstreichen diese Analysen den Stellenwert eines ganzheitlichen Ernährungsansatzes.

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