Hamburger GefÀngnisse: Neue Psychiatrie-Station bietet 14 BehandlungsplÀtze
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die psychiatrische Versorgung von Inhaftierten steht vor einer strukturellen Erweiterung. Im Zentralkrankenhaus der Hamburger Untersuchungshaftanstalt ist die Einrichtung einer neuen psychiatrischen Kurzzeitstation abgeschlossen worden.
Das Projekt zielt darauf ab, der zunehmenden Zahl psychisch erkrankter Gefangener mit spezialisierten KapazitĂ€ten zu begegnen. Die operative Betriebsaufnahme der Station ist laut Planungen fĂŒr den 1. November 2026 vorgesehen.
KapazitÀten und medizinische Ausrichtung
Die neue Einheit im UntersuchungsgefĂ€ngnis ist als Kurzzeitstation konzipiert und bietet insgesamt 14 BehandlungsplĂ€tze. Das Angebot ist nicht auf die Untersuchungshaft beschrĂ€nkt, sondern steht Gefangenen aus allen sechs Hamburger Justizvollzugsanstalten offen. Die medizinische Konzeption sieht eine Behandlungsdauer von bis zu 12 Wochen vor, um akute Krisen zu stabilisieren und eine weiterfĂŒhrende Versorgung vorzubereiten.
FĂŒr die therapeutische Arbeit stehen RĂ€umlichkeiten mit einer FlĂ€che von rund 160 Quadratmetern zur VerfĂŒgung. Die medizinische Versorgung wird durch das UniversitĂ€tsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sichergestellt. Dabei kommt ein interdisziplinĂ€res Team zum Einsatz, das eine kontinuierliche Betreuung gewĂ€hrleistet. Um eine Ăberwachung und Behandlung rund um die Uhr zu ermöglichen, sind 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtbetrieb tĂ€tig.
Investitionsvolumen und Personalstruktur
Die finanzielle Ausstattung des Projekts umfasst sowohl die Einrichtung als auch den laufenden Betrieb ĂŒber einen festgelegten Zeitraum. FĂŒr die bauliche und technische Einrichtung der Station fielen Kosten von knapp einer halben Million Euro an. Das Budget fĂŒr den laufenden Betrieb ist fĂŒr eine Dauer von zweieinhalb Jahren mit rund 7,6 Millionen Euro veranschlagt.
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Die personelle Besetzung der Station ist darauf ausgelegt, eine intensive therapeutische Begleitung in einem hochsensiblen Umfeld zu leisten. Die Zusammenarbeit mit dem UKE soll dabei eine fachÀrztliche und pflegerische Versorgung auf dem Niveau moderner psychiatrischer Standards garantieren.
Hintergrund: Steigender Bedarf im Justizvollzug
Die Notwendigkeit fĂŒr den Ausbau stationĂ€rer PlĂ€tze ergibt sich aus einer signifikanten Zunahme psychischer AuffĂ€lligkeiten innerhalb der GefĂ€ngnispopulation. Nach Angaben von Justizsenatorin Anna Gallina hat sich die Zahl der ambulanten Behandlungsstunden im Hamburger Vollzug seit dem Jahr 2013 nahezu verdreifacht.
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Statistische Erhebungen verdeutlichen die gesundheitliche Lage in den Einrichtungen. Laut EinschĂ€tzungen der Stationsleitung weisen etwa 70 bis 80 Prozent der Inhaftierten psychische Störungen auf. Klammert man Störungen aus, die primĂ€r auf den Konsum von Substanzen zurĂŒckzufĂŒhren sind, liegt der Anteil immer noch bei 30 bis 40 Prozent.
Etwa 5 Prozent der Gefangenen gelten als schwer psychisch beeintrĂ€chtigt. Bezogen auf eine Gruppe von rund 2.000 mĂ€nnlichen Gefangenen entspricht dies etwa 60 bis 80 Betroffenen, die einer intensiven psychiatrischen Intervention bedĂŒrfen. Die neue Kurzzeitstation soll eine LĂŒcke zwischen der ambulanten Betreuung und der langfristigen Unterbringung schlieĂen.
