Handy-KriminalitÀt, Milliarden

Handy-KriminalitÀt kostet 2026 weltweit 442 Milliarden Euro

23.05.2026 - 11:36:48 | boerse-global.de

Die Zahl der Banking-Trojaner auf Smartphones explodiert im ersten Quartal 2026. Neue Angriffsmethoden wie Quishing und NFC-Betrug nehmen zu.

Handy-KriminalitĂ€t kostet 2026 weltweit 442 Milliarden Euro - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Handy-KriminalitĂ€t kostet 2026 weltweit 442 Milliarden Euro - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Smartphone-Angriffe explodieren: Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Banking-Trojaner um 196 Prozent auf rund 1,24 Millionen FĂ€lle. Die GesamtschĂ€den durch MobilgerĂ€te-Attacken belaufen sich fĂŒr das laufende Jahr auf geschĂ€tzte 442 Milliarden Euro.

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Technologiekonzerne wie Google und spezialisierte Sicherheitsdienstleister arbeiten deshalb fieberhaft an neuen Abwehrmechanismen. Ihr Trumpf: KĂŒnstliche Intelligenz, die der zunehmenden Automatisierung auf Angreiferseite etwas entgegensetzen soll.

Android 17 greift durch

In der aktuellen Beta-Version von Android 17 integriert Google fortschrittliche Sicherheitsfunktionen. Die KI-gestĂŒtzte Erkennung von Betrugsanrufen soll verdĂ€chtige Muster in Echtzeit identifyzieren. ErgĂ€nzt wird das durch eine „Live Threat Detection", die schĂ€dliche AktivitĂ€ten direkt auf dem EndgerĂ€t erkennt.

Der Grund fĂŒr die Maßnahmen: Rund 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen laufen mittlerweile KI-gesteuert ab. Der menschliche Faktor als Schwachstelle rĂŒckt damit in den Fokus der Entwickler.

Parallel dazu hat das Sicherheitsunternehmen Darwinium seine mobilen SDKs fĂŒr Android und iOS aktualisiert. Die neuen Funktionen unterbinden BetrugsaktivitĂ€ten und sogenanntes „Account-Farming" in Live-App-Sitzungen. Die Technologie erkennt nun aktiv Screen-Sharing-Dienste sowie laufende Anrufe ĂŒber Plattformen wie Microsoft Teams, Slack oder Google Meet.

Ein erster Erfolg: Über 10.000 betrĂŒgerische Konten konnten eindeutig physischen GerĂ€ten zugeordnet werden. Auch Avast hat seine Android-Lösungen im Mai 2026 aktualisiert und den Anti-Scam-Guard sowie Web-Shield-Erweiterungen verstĂ€rkt.

Quishing, Smishing und NFC-Betrug

Die Bedrohungsszenarien haben sich in den letzten Monaten deutlich diversifiziert. Neben klassischen Phishing-E-Mails – tĂ€glich werden rund 3,4 Milliarden versendet – gewinnen alternative Methoden massiv an Bedeutung.

Besonders „Quishing" – Phishing mithilfe von QR-Codes – verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Anstieg um 150 Prozent auf etwa 18 Millionen FĂ€lle. Angreifer nutzen manipulierte QR-Codes in E-Mails oder auf gefĂ€lschten Sicherheitswarnungen, um Nutzer auf betrĂŒgerische Webseiten zu locken. Microsoft warnte kĂŒrzlich vor solchen Kampagnen, von denen bereits ĂŒber 35.000 Anwender in rund 13.000 Organisationen betroffen waren.

Ein weiterer Schwerpunkt: Smishing. In Wien wurde im Mai ein Fall bekannt, bei dem Kriminelle mit speziellen „SMS-Blastern" bis zu 100.000 Phishing-Nachrichten pro Stunde versendeten. Diese Nachrichten imitieren oft vertrauenswĂŒrdige Dienste oder Behörden, um Finanzdaten zu erbeuten.

Auch der Nahfeldfunk (NFC) rĂŒckt verstĂ€rkt in den Fokus. Neue Malware-Varianten wie „DevilNFC", „NFCMultiPay" oder „SuperCard X" zielen gezielt auf NFC-Skimming und Bankbetrug ab. Die Technologie wird missbraucht, um unautorisierte Zahlungen zu initiieren oder Kreditkartendaten im Vorbeigehen auszuspĂ€hen.

Qualcomm-LĂŒcke lĂ€sst sich nicht patchen

Hardwareseitig wurde eine kritische Schwachstelle in Qualcomm-Chips bekannt. Die unter der Kennung CVE-2026-25262 gefĂŒhrte LĂŒcke im BootROM ermöglicht es Angreifern mit physischem Zugriff ĂŒber USB, Schadcode tief im System einzuschleusen.

Betroffen sind diverse ChipsĂ€tze, die in IoT-GerĂ€ten, Smartphones und Fahrzeugen verbaut sind. Das fatale: Da BootROM-Fehler hardwarebasiert sind, können bestehende Chips nicht per Software-Patch repariert werden. Qualcomm hat zugesichert, die SicherheitslĂŒcke in zukĂŒnftigen Chip-Generationen zu schließen.

Organisierte KriminalitĂ€t im großen Stil

Die Verteilung von Schadsoftware erfolgt zunehmend ĂŒber professionell organisierte Netzwerke. Ein aktuelles Beispiel ist die Android-Malware „Cockroach Janta Party", die vor allem Nutzer in Indien ins Visier nimmt. Dieser Banking-Trojaner verbreitet sich ĂŒber Messenger-Dienste wie WhatsApp und Telegram und nutzt die Accessibility-Services von Android, um weitreichende Berechtigungen zu erschleichen.

Im Bereich des Werbebetrugs deckten Sicherheitsforscher von Human Security das Netzwerk „Trapdoor" auf. Insgesamt 455 bösartige Apps, die im Google Play Store als harmlose PDF-Reader getarnt waren, wurden rund 24 Millionen Mal heruntergeladen. Diese Apps generierten tĂ€glich ĂŒber 600 Millionen gefĂ€lschte Werbegebote – mit SchĂ€den in Millionenhöhe, bevor Google sie aus dem Store entfernte.

Die Strafverfolgungsbehörden konnten jedoch auch Erfolge erzielen. In Kanada wurde ein 23-jĂ€hriger VerdĂ€chtiger festgenommen, der fĂŒr den Betrieb des „Kimwolf"-Botnetzes verantwortlich sein soll. Dieses Botnetz hatte weltweit ĂŒber zwei Millionen Android-GerĂ€te infiziert und wurde fĂŒr großangelegte DDoS-Angriffe genutzt. Dem mutmaßlichen Betreiber drohen bei einer Auslieferung in die USA bis zu zehn Jahre Haft.

Trotz solcher Erfolge bleibt die Lage angespannt: Die Malware „Mamont" dominiert weiterhin den Markt der Android-Schadsoftware mit einem Anteil von etwa 70 Prozent an allen registrierten Angriffen.

Sicherheitsstrategien verschieben sich

Ein signifikanter Trend: Die primĂ€ren Einbruchswege verĂ€ndern sich. WĂ€hrend gestohlene Zugangsdaten frĂŒher die Hauptursache fĂŒr SicherheitsverstĂ¶ĂŸe waren, ist deren Anteil auf etwa 13 Prozent gesunken. Stattdessen gewinnen technische Schwachstellen und Exploits an Bedeutung – sie sind mittlerweile fĂŒr rund 31 bis 38 Prozent der VorfĂ€lle verantwortlich.

Die durchschnittliche Zeit, die Unternehmen benötigen, um bekannte LĂŒcken zu schließen, liegt derzeit bei 43 Tagen. Ein Zeitraum, den Angreifer gezielt ausnutzen.

Diese Entwicklung zwingt auch Softwaregiganten zum Umdenken. Microsoft hat angekĂŒndigt, die SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung aufgrund der AnfĂ€lligkeit fĂŒr SIM-Swapping und SMS-Blaster einzustellen. Stattdessen setzt der Konzern vollstĂ€ndig auf Passkeys.

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Apple reagierte ebenfalls auf die aktuelle Bedrohungslage und veröffentlichte am 20. Mai 2026 das Update iOS 26.5. Es schloss insgesamt 52 SicherheitslĂŒcken, darunter die kritische Schwachstelle CVE-2026-28950.

Positive Tendenz bei der Reaktion auf Ransomware-Angriffe: Rund 69 Prozent der betroffenen Unternehmen weigern sich mittlerweile, Lösegeldforderungen nachzukommen. Das setzt das GeschÀftsmodell der Erpresser zunehmend unter Druck.

Ausblick: EUDI-Wallet und globale Zusammenarbeit

FĂŒr das Jahr 2027 zeichnen sich bereits weitreichende VerĂ€nderungen durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen ab. In Deutschland wurde das Digital-IdentitĂ€ts-Gesetz (DIdG) verabschiedet, das den Start der EUDI-Wallet fĂŒr den 2. Januar 2027 vorsieht. Diese digitale Brieftasche soll eine sichere und staatlich verifizierte Identifikation im digitalen Raum ermöglichen.

ZusĂ€tzlich verstĂ€rken Plattformbetreiber ihre globale Zusammenarbeit. Google hat die Initiative „Global Signal Exchange" ins Leben gerufen, um den Austausch ĂŒber betrĂŒgerische Signale und neue Malware-Muster zu beschleunigen.

WĂ€hrend die technologische AufrĂŒstung auf beiden Seiten anhĂ€lt, wird der Fokus in den kommenden Monaten verstĂ€rkt auf der Absicherung von NFC-Schnittstellen und der BekĂ€mpfung von KI-generierten Inhalten liegen mĂŒssen. Die steigende Zahl erfolgreicher BetrugsfĂ€lle bei Privatpersonen – wie im Kanton Basel-Landschaft, wo falsche Bankmitarbeiter innerhalb von sechs Monaten ĂŒber 1,1 Millionen Franken erbeuteten – zeigt: Technische Schutzmaßnahmen mĂŒssen stets durch eine Sensibilisierung der Endnutzer flankiert werden.

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