Handyblitzer: Baden-Württemberg testet KI-Kameras gegen Ablenkung
02.06.2026 - 06:30:22 | boerse-global.deDas Bundesland prüft die Einführung spezialisierter Überwachungskameras, nachdem Rheinland-Pfalz bereits positive Erfahrungen gesammelt hat. Auch in Österreich laufen Bestrebungen, die rechtlichen Grundlagen für solche Systeme zu schaffen.
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So funktioniert die Monocam-Technik
Die Technik stammt aus den Niederlanden. Das Monocam-System wird auf Brücken installiert und filmt den Verkehr von oben. Eine künstliche Intelligenz analysiert die Aufnahmen in Echtzeit und erkennt, ob Fahrer ein Handy in der Hand halten.
Erst bei einem Verdacht löst die Kamera aus. Geschulte Polizisten prüfen die Aufnahmen dann manuell. Erst nach dieser menschlichen Kontrolle wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Technik zielt vor allem auf die aktive Nutzung mobiler Geräte – eine der Hauptunfallursachen. Im Südwesten gehen Schätzungen zufolge knapp zehn Prozent der tödlichen Unfälle auf Ablenkung zurück.
Rheinland-Pfalz als Vorbild
Rheinland-Pfalz gilt als deutscher Vorreiter. Seit März 2025 läuft das System dort im Regelbetrieb. Ein Pilotprojekt aus dem Jahr 2022 lieferte die Grundlage: Während einer 90-tägigen Testphase auf Autobahnen bei Mainz und Trier registrierten die Kameras rund 1.200 Verstöße gegen das Handyverbot.
In Baden-Württemberg ist die Prüfung der Technologie im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU verankert. Der ADAC und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) unterstützen das Vorhaben. Einen konkreten Zeitplan für die landesweite Installation gibt es jedoch noch nicht.
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Österreich zieht nach
Auch in Österreich wird die Debatte vorangetrieben. Bei einer Verkehrssicherheitskonferenz in Salzburg sprach sich der Kärntner Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig für Handy- und Lärmblitzer aus. Während für Lärmmessungen bereits Testläufe laufen, sind für die Monocam-Technik noch Anpassungen der Straßenverkehrsordnung und datenschutzrechtliche Klärungen nötig.
Empfindliche Strafen bei Verstößen
Wer erwischt wird, muss mit harten Konsequenzen rechnen. In Deutschland drohen bei Handynutzung am Steuer mindestens 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.
Parallel zu den Handyblitzern laufen bundesweit weitere Kontrollaktionen. In Thüringen findet bis zum 7. Juni eine Aktionswoche zur Überprüfung von Zweiradfahrern statt. Mecklenburg-Vorpommern konzentriert sich seit Anfang Juni verstärkt auf Alkohol- und Drogenverstöße – mit gutem Grund: Fast 800 Unfälle unter Alkoholeinfluss und ein Anstieg der Unfallzahlen bei Zweiradfahrern um sechs Prozent prägten die Statistik des Vorjahres.
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