HarnsÀure, Salzburger

HarnsÀure: Salzburger Studie belegt Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 20:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fruchtzucker und Crash-DiĂ€ten treiben HarnsĂ€ure hoch. Experten raten zu Vitamin C, Ballaststoffen und ausreichend FlĂŒssigkeit.

Gicht: Versteckte ErnÀhrungsfallen trotz Fleischverzicht
Ein Teller mit frischem GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchten als Symbol fĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrung bei Gicht. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Viele Gichtpatienten leiden trotz purinarmer ErnĂ€hrung weiter unter schmerzhaften RĂŒckfĂ€llen. Der Haken: Der einseitige Fokus auf den Verzicht von Fleisch und Fisch reicht nicht aus, um den HarnsĂ€urespiegel dauerhaft zu senken. Experten identifizieren jetzt systematische ErnĂ€hrungsfehler, die den Behandlungserfolg gefĂ€hrden.

Die Zuckerfalle und der Proteinverzicht

Ein zentrales Problem: Patienten verzichten zwar auf Fleisch, ersetzen die FlĂŒssigkeit aber durch fruktosehaltige SĂ€fte oder Softdrinks. Fruktose fördert aktiv die HarnsĂ€ureproduktion – der Spiegel bleibt hoch.

Hinzu kommt: Viele Gichtpatienten schrÀnken ihre Proteinzufuhr radikal ein. Die Folge ist oft eine MangelernÀhrung, die das Immunsystem schwÀcht. Mediziner warnen zudem vor zu schnellem Gewichtsverlust oder lÀngeren Fastenperioden. Ein abruptes Kaloriendefizit treibt die HarnsÀurekonzentration kurzfristig in die Höhe.

Die gute Nachricht: Pflanzliche Purine aus Bohnen, Pilzen oder GemĂŒse sind heute weitgehend entwarnt. Sie erhöhen das Gichtrisiko nicht signifikant. Vorsicht gilt dagegen bei stark verarbeiteten pflanzlichen Produkten wie bestimmten Sojaerzeugnissen – vor allem bei zu geringer Wasserzufuhr.

HarnsĂ€ure als Gefahr fĂŒr die GefĂ€ĂŸe

Erhöhte HarnsĂ€urewerte sind mehr als nur ein Gichtproblem. Die Salzburger Paracelsus-10.000-Studie belegte einen Zusammenhang zwischen HyperurikĂ€mie und verstĂ€rkter Verkalkung der HerzkranzgefĂ€ĂŸe. Das unterstreicht die Notwendigkeit einer ganzheitlichen LebensstilĂ€nderung – allein in Salzburg erreichen nur rund 40 Prozent der Bevölkerung das empfohlene Bewegungsmaß.

ErgĂ€nzend dazu veröffentlichte eine Forschungsgruppe in Nature Communications Ergebnisse zum Cannabinoid-Rezeptor CB1 auf Endothelzellen. Dieser begĂŒnstigt den Transport von LDL-Cholesterin in die GefĂ€ĂŸwĂ€nde und fördert Arteriosklerose. Hohe HarnsĂ€urewerte schĂ€digen die GefĂ€ĂŸe zusĂ€tzlich – ihre Kontrolle wird damit auch fĂŒr das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko relevant.

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Was wirklich hilft: Strategien zur HarnsÀuresenkung

EntzĂŒndungshemmende ErnĂ€hrungsformen wie die ketogene DiĂ€t oder die MIND-DiĂ€t zeigen positive Effekte auf chronische EntzĂŒndungen. Die MIND-DiĂ€t mit Fokus auf BlattgemĂŒse, Beeren, NĂŒsse und Olivenöl kann laut Forschung der UniversitĂ€t Gießen das Demenzrisiko um 20 bis 40 Prozent senken.

FĂŒr Gichtpatienten empfehlen Experten:

  • Vitamin C: Zitronenwasser senkt die HarnsĂ€ure, sollte aber verdĂŒnnt und nach den Mahlzeiten getrunken werden – zum Schutz von Magen und ZĂ€hnen.
  • Ballaststoffe: Der Trend zum „Fibermaxxing“ sollte nur schrittweise umgesetzt werden. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa 30 Gramm.
  • FlĂŒssigkeit: Viel Wasser trinken unterstĂŒtzt die Nieren bei der HarnsĂ€ureausscheidung.

Neue Technik und neues Recht

Eine in PNAS vorgestellte Methode namens FoodSeq-FLOW erlaubt kĂŒnftig die Analyse von ErnĂ€hrungsgewohnheiten ganzer Stadtteile ĂŒber DNA im Abwasser – kostengĂŒnstig und prĂ€zise.

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Die Salzburger Paracelsus-10.000-Studie zeigt: Erhöhte HarnsĂ€ure begĂŒnstigt Verkalkung der HerzkranzgefĂ€ĂŸe. Wer sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken will, findet im Ratgeber konkrete, studienbasierte Schritte zur HarnsĂ€uresenkung. Herzrisiko-Checkliste jetzt sichern

Rechtlich bekam die ErnĂ€hrung kĂŒrzlich RĂŒckenwind: Der EuropĂ€ische Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte stellte am 16. Juli fest, dass der Wunsch nach veganer ErnĂ€hrung unter die Gewissensfreiheit fĂ€llt. Staatliche Institutionen mĂŒssen entsprechende AntrĂ€ge ernsthaft prĂŒfen – etwa in Haftanstalten.

Bei NahrungsergĂ€nzungsmitteln bleiben Experten zurĂŒckhaltend. Vitamin D kann fĂŒr Ă€ltere Menschen nach Spiegelbestimmung sinnvoll sein. FĂŒr Trendprodukte wie Kollagendrinks fehlen belastbare Belege. Die orthomolekulare Therapie mit hochdosierten Vitaminen bleibt weiterhin keine Kassenleistung.

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