Harvard-Psychologin, Gefühle

Harvard-Psychologin: Gefühle als Signal nutzen und Fehlentscheidungen vermeiden

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Harvard-Psychologin Jennifer Lerner zeigt, wie die bewusste Einordnung von Gefühlen Urteile im Beruf und bei Finanzentscheidungen schärfen kann.

Emotionen bei Geldanlage und Entscheidungen bewusst als Signal nutzen
Eine klare Glaskugel auf einem minimalistischen Holztisch bei natürlichem Lichteinfall, die Licht und Schatten wirft. Illustration mit AI erstellt.

Menschliches Handeln wird in zahlreichen Lebensbereichen maßgeblich von Emotionen geprägt. Ob bei geschäftlichen Besprechungen, beim Einkaufen oder bei finanziellen Dispositionen: Gefühle beeinflussen systematisch, wie Situationen wahrgenommen und bewertet werden.

Nach Erkenntnissen der Harvard-Psychologin Jennifer Lerner kommt es darauf an, diese emotionalen Reaktionen gezielt als Informationsquelle zu verstehen, anstatt zuzulassen, dass sie das Verhalten unkontrolliert bestimmen.

Emotionale Einflüsse im beruflichen und privaten Alltag

In alltäglichen Entscheidungssituationen wirken emotionale Prozesse oft unterbewusst mit. Im beruflichen Kontext, etwa während wichtiger Meetings und Verhandlungen, können Anspannung, Ärger oder Sympathie den Verlauf von Debatten verändern und strategische Festlegungen beeinflussen.

Ein ähnlicher Mechanismus greift beim Konsumverhalten: Beim Shoppen verleiten spontane Stimmungen oder kurzfristige Belohnungserwartungen häufig zu unüberlegten Ausgaben, die von rationalen Kriterien abweichen.

Auch bei der Geldanlage und an den Finanzmärkten spielen emotionale Faktoren eine tragende Rolle. Ängste vor Verlusten oder die Euphorie angesichts steigender Kurse führen Anleger immer wieder dazu, Handlungen entgegen langfristigen Plänen vorzunehmen.

Wie Lerner in einem Beitrag des Nachrichtenmagazins Der Spiegel verdeutlicht, liegt der Schlüssel zu besseren Entscheidungen nicht in der vollständigen Verdrängung von Gefühlen, sondern in deren bewusster Wahrnehmung.

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Ob im Meeting, beim Shoppen oder an der Börse: Gefühle beeinflussen systematisch, wie wir Situationen bewerten. Der Schlüssel liegt nicht darin, sie zu verdrängen, sondern sie bewusst als Signal zu lesen und von der Sachfrage zu trennen. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie emotionale Verzerrungen erkennen, bevor daraus eine Fehlentscheidung wird. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Wer verstehe, welches Gefühl in einem bestimmten Moment aktiv sei, könne diesen Zustand als Signal analysieren und von der eigentlichen Sachfrage trennen. Auf diese Weise lassen sich Verzerrungen erkennen, bevor sie in Fehlentscheidungen münden.

Die Illusion rein rationaler Kriterien

Ein wesentlicher Aspekt bei der Verknüpfung von Emotion und Kognition besteht in der Erkenntnis, dass viele Sachverhalte nicht eindimensional bewertet werden können. Lerner hebt hervor, dass es in komplexen Entscheidungssituationen oft gar keine objektiv richtige Antwort gebe.

Gerade wenn eindeutige Maßstäbe oder vollständige Informationen fehlen, gewinnen persönliche Werte und intuitive Bewertungen an Gewicht. Anstatt krampfhaft nach einer scheinbar perfekten, rein mathematischen oder logischen Lösung zu suchen, helfe die Differenzierung emotionaler Reaktionen dabei, das eigene Urteil zu schärfen.

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Panik beim Kursrutsch, Euphorie bei steigenden Notierungen — wer in solchen Momenten entgegen seinem langfristigen Plan handelt, zahlt später oft drauf. Eine einfache Checkliste hilft, den eigenen Zustand zu prüfen, bevor Sie kaufen oder verkaufen. Sie unterscheidet, ob Ihre Risikoaversion aus der Marktlage kommt oder aus allgemeiner Verunsicherung. Checkliste für rationale Finanzentscheidungen sichern

Die Wahrnehmung der eigenen Befindlichkeit wird somit zu einem Korrektiv: Man reflektiert, ob eine plötzliche Risikoaversion aus der sachlichen Beurteilung einer Marktlage resultiert oder lediglich die Folge einer allgemeinen Verunsicherung ist.

Die gezielte Handhabung von Emotionen erweist sich damit sowohl im Management als auch bei privaten Finanzentscheidungen als entscheidender Faktor, um handlungsfähig zu bleiben und situationsgerecht zu agieren.

Mehr zum Thema bei DER SPIEGEL: „Gefühle steuern unser Handeln: Harvard-Psychologin erklärt, wie man sie nutzt“

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