Haushaltsroboter: 1X NEO kostet 18.500 Euro, Auslieferung ab Herbst
30.05.2026 - 06:24:35 | boerse-global.deDie Kommerzialisierung humanoider Roboter für den Privathaushalt hat Fahrt aufgenommen. Sowohl in Nordamerika als auch in China haben führende Unternehmen Ende Mai 2026 Preise, Produktionszahlen und Auslieferungstermine bekannt gegeben. Die Maschinen sollen künftig bei Hausarbeit und Altenpflege helfen.
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1X Technologies startet Vorbestellungen für NEO
Das in Palo Alto ansässige Unternehmen 1X Technologies hat offiziell die Vorbestellungsphase für NEO eingeläutet. Der 1,68 Meter große, zweibeinige Roboter ist speziell für den Einsatz in Wohnungen konzipiert. Unterstützt wird 1X unter anderem vom OpenAI Startup Fund, Samsung NEXT und EQT Ventures.
Der Kaufpreis liegt bei umgerechnet rund 18.500 Euro. Alternativ bietet das Unternehmen ein Abo-Modell für 460 Euro monatlich an – inklusive Hardware-Updates. Interessenten zahlen eine rückzahlbare Anzahlung von 185 Euro. Die ersten Auslieferungen in die USA und nach Kanada sind für die zweite Hälfte 2026 geplant.
NEO kann Kleidung falten, Gegenstände holen, Türen öffnen und Geschirrspüler beladen. Die weiche Außenhülle soll die Sicherheit im Haushalt erhöhen. Interne Sensoren passen das Verhalten des Roboters an die Gewohnheiten der Nutzer an. Allerdings haben erste Tests Fragen zum Datenschutz aufgeworfen: Kritiker befürchten, dass Mitarbeiter während der KI-Trainingsphase aus der Ferne in die Privatsphäre der Nutzer eingreifen könnten.
China baut Produktion massiv aus
Parallel zu den Entwicklungen in Nordamerika treiben chinesische Firmen den Aufbau ihrer Fertigungskapazitäten voran. Am 29. Mai 2026 eröffnete EngineAI Robotics ein 12.000 Quadratmeter großes Produktionswerk in Shenzhen. Das erste Modell T800 lief bereits vom Band. Aktuell verlässt alle 15 Minuten ein Roboter die Halle. Langfristig will das Unternehmen eine Kapazität von 10.000 Einheiten erreichen.
Auch andere Player beschleunigen ihre Pläne. Matrix Robotics präsentierte auf der BEYOND Expo in Macao (27. bis 30. Mai 2026) den MATRIX-3. Der 1,70 Meter große Roboter besitzt eine Hand mit 27 Freiheitsgraden für präzise Arbeiten im Mikrometerbereich und kann mit beiden Armen bis zu 15 Kilogramm heben. Die Jahresproduktion soll von 5.000 auf 100.000 Einheiten bis 2027 steigen.
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Der Autobauer XPeng steigt ebenfalls ins Geschäft ein. Die Serienproduktion des humanoiden Roboters IRON soll bis Ende 2026 anlaufen. Ab dem ersten Quartal 2027 plant XPeng, die Maschinen in eigenen Einzelhandelsgeschäften einzusetzen – zur Kundenberatung und Verkaufsunterstützung.
Günstigere Spezialmodelle für Haushalt und Pflege
Neben den High-End-Modellen drängen auch preiswertere Varianten auf den Markt. Am 20. Mai 2026 präsentierte GigaAI in Wuhan den SeeLight S1. Der Roboter auf Rädern ist auf Kochen, Putzen und Altenpflege spezialisiert. GigaAI hat bereits 100 Einheiten in Werkswohnungen im Einsatz. Für die erste Hälfte 2027 sind kostenlose Testläufe in Privathaushalten geplant. Der angestrebte Verkaufspreis liegt unter 100.000 Yuan (rund 13.500 Euro).
Ebenfalls auf Rädern unterwegs ist der T1 von Astribot – zum Preis von umgerechnet 13.000 Euro. Er ist für Aufgaben konzipiert, die feine Handgriffe erfordern. Im Dienstleistungssektor hat KEENON Robotics den XMAN-L1 vorgestellt. Er integriert große Sprachmodelle von Doubao und Tencent und soll Besucher empfangen sowie interaktiv unterhalten.
Datensammeln für die KI von morgen
Während die Hardware in Serie geht, arbeiten die Hersteller an der künstlichen Intelligenz für den komplexen Haushalt. Das Startup Shift bietet kostenlose Reinigungsdienste in Privathaushalten an. Dabei zeichnen die Roboter Videoaufnahmen auf, die als Trainingsdaten für künftige Modelle dienen.
Auch etablierte Player sichern sich weiterhin hohe Finanzierungen. Figure AI – nach einer Series-C-Runde im September 2025 mit 39 Milliarden Dollar bewertet – testet seine Hardware in der Industrie. Das Modell Figure 02 war elf Monate in einem BMW-Werk im Einsatz und verbaute dort über 90.000 Teile. Der Nachfolger Figure 03, der sowohl für Industrie als auch Haushalt geeignet ist, soll im firmeneigenen BotQ-Werk in Serie gehen.
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