Heimtrainer in Deutschland: Jedes vierte Zuhause hat ein FitnessgerÀt
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den eigenen vier WĂ€nden sportlich aktiv zu sein, hat in Deutschland spĂŒrbar an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2023 standen in den Haushalten der Bundesrepublik insgesamt 12,9 Millionen Heimtrainer. Damit verfĂŒgten rund 10,5 Millionen Haushalte ĂŒber mindestens ein entsprechendes GerĂ€t, was einem Anteil von 25,6 Prozent entspricht.
FĂŒnf Jahre zuvor hatte dieser Haushaltsanteil noch bei 23,3 Prozent gelegen. Die Ausstattung privater WohnrĂ€ume mit TrainingsgerĂ€ten spiegelt dabei verĂ€nderte Alltagsroutinen wider, offenbart zugleich jedoch deutliche soziale Unterschiede.
Finanzielle SpielrÀume beeinflussen die Ausstattung
Die Entscheidung fĂŒr TrainingsgerĂ€te im hĂ€uslichen Umfeld hĂ€ngt stark vom verfĂŒgbaren Budget ab. In Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen ab 5.000 Euro besaĂen 35,8 Prozent mindestens ein eigenes FitnessgerĂ€t. In Einkommensgruppen mit weniger als 1.300 Euro monatlich betrug dieser Anteil hingegen lediglich 12,3 Prozent.
Parallel zur GerÀteverbreitung verÀnderten sich die allgemeinen Bewegungsgewohnheiten. Menschen ab einem Alter von 10 Jahren trieben im Jahr 2022 durchschnittlich 34 Minuten tÀglich Sport. Zehn Jahre zuvor hatte dieser Wert noch bei 29 Minuten pro Tag gelegen.
HĂŒrden im Alltag und Defizite in der PrĂ€vention
Trotz des Zuwachses an AusrĂŒstung bleibt regelmĂ€Ăige AktivitĂ€t fĂŒr viele eine Herausforderung. Eine im Mai 2026 von Appinio im Auftrag von Haleon und dem Wort & Bild Verlag durchgefĂŒhrte Umfrage unter 992 Personen in Deutschland ergab, dass lediglich 35,7 Prozent der Erwachsenen die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation kennen, sich mindestens 150 Minuten pro Woche moderat zu bewegen.
Zugleich gaben 58,9 Prozent der Befragten an, nicht regelmĂ€Ăig Sport zu treiben. Auf das Fahrradfahren verzichten demnach 45,2 Prozent der Frauen und 34,0 Prozent der MĂ€nner vollstĂ€ndig.
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Als zentrale Bewegungshindernisse identifizierten die Befragten vor allem mangelnde Motivation â 34,7 Prozent bei Frauen und 28,6 Prozent bei MĂ€nnern â sowie familiĂ€re Verpflichtungen, die von 30,5 Prozent der Frauen und 30,8 Prozent der MĂ€nner genannt wurden.
Zudem schrÀnkten körperliche Beschwerden die MobilitÀt vieler Menschen ein. Im Monat vor der Befragung litten 70,1 Prozent der Teilnehmenden unter Schmerzen, die ihre Beweglichkeit beeintrÀchtigten: 48,9 Prozent stuften diese als leicht, 17,1 Prozent als deutlich und 4,1 Prozent als stark ein.
Die bestehenden Strukturen im Gesundheitswesen stieĂen dabei auf Kritik: 57,5 Prozent bemĂ€ngelten den Fokus auf die PrĂ€vention. Dass die gesetzlichen Krankenkassen im Schnitt weniger als 1 Euro je versicherter Person und Monat fĂŒr die PrimĂ€rprĂ€vention ausgeben, schĂ€tzten nur 11,2 Prozent zutreffend ein.
Zugleich sahen 75 Prozent in Apotheken eine leicht zugĂ€ngliche Anlaufstelle, 76 Prozent befĂŒrworteten dort eine stĂ€rkere prĂ€ventive Rolle, und fast 73 Prozent wĂŒrden entsprechende Angebote wahrnehmen.
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EuropÀische Trends und wissenschaftliche Befunde
Die Entwicklung in Deutschland fĂŒgt sich in ein heterogenes europĂ€ische Gesamtbild ein. Eine Eurobarometer-Erhebung der EuropĂ€ischen Kommission unter 26.508 Befragten zeigte, dass fast die HĂ€lfte der Menschen tĂ€glich oder mehrmals pro Woche aktiv ist, wĂ€hrend der Anteil jener, die nie Sport treiben, von 45 Prozent im Jahr 2022 auf 39 Prozent zurĂŒckging.
Die AktivitÀtsniveaus variieren je nach Land betrÀchtlich: In Finnland sind 21 Prozent und in DÀnemark 20 Prozent tÀglich sportlich aktiv. In Portugal gaben dagegen 68 Prozent sowie in Griechenland und RumÀnien jeweils 66 Prozent an, nie Sport zu treiben.
Als HĂŒrden nannten die europĂ€isch Befragten vor allem Zeitmangel mit 37 Prozent, gefolgt von fehlender Motivation mit 26 Prozent, gesundheitlichen Problemen oder Verletzungen mit 15 Prozent sowie den Kosten mit 12 Prozent.
Auch hier traten soziokulturelle Unterschiede hervor: Von den Personen, deren Ausbildung bis zu einem Alter von mindestens 20 Jahren dauerte, waren 59 Prozent mehrmals wöchentlich aktiv, verglichen mit 23 Prozent jener, die ihre Ausbildung mit höchstens 15 Jahren beendeten.
Zudem trieben 54 Prozent der Personen mit groĂen finanziellen Schwierigkeiten nie Sport, wĂ€hrend dies bei Menschen ohne oder mit seltenen finanziellen Sorgen nur auf 26 Prozent zutraf.
Hinsichtlich der Trainingsformen zeigte eine 2025 veröffentlichte Meta-Analyse ĂŒber 27 Studien mit insgesamt 970 Teilnehmenden, dass kurze, ĂŒber den Tag verteilte Bewegungseinheiten messbare Effekte erzielen können. Diese kurzen Impulse verbesserten die kardiorespiratorische Fitness, den Blutdruck und ausgewĂ€hlte Stoffwechselparameter. Ein eindeutiger Einfluss auf das Körpergewicht lieĂ sich hingegen nicht belegen, und die Ergebnisse bezĂŒglich des Körperfetts blieben uneinheitlich.
