Helsing-Drohnen: Deutsche Serienfertigung von KI-Waffen für Ukraine
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 02:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine streng abgeschirmte Produktionsstätte im Süden Deutschlands hat die Serienfertigung von autonomen Angriffsdrohnen aufgenommen. Die Hightech-Waffen sind für den Einsatz in der Ukraine bestimmt.
Das Münchner Unternehmen Helsing SE montiert in der geheimen Fabrik seine HX-2-Drohnen – unbemannte Fluggeräte, die mithilfe von künstlicher Intelligenz eigenständig navigieren und Ziele identifizieren können. Die Anlage arbeitet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen: Keine Logos, keine Firmenschilder, kein Hinweis auf den Standort.
Produktion auf Abruf
Das Besondere an der Fertigungsstätte: Sie ist auf maximale Flexibilität ausgelegt. Die gesamte Infrastruktur lässt sich innerhalb von 24 Stunden abbauen und an einem neuen Standort wieder aufbauen. Mitarbeiter mussten Vertraulichkeitserklärungen unterzeichnen, die selbst den Standort der Fabrik unter Verschluss halten.
Die HX-2 ist ein 12 Kilogramm schwerer Flugkörper aus Hartschaumstoff. Jede Einheit kostet rund 17.500 Euro und erreicht eine Geschwindigkeit von 220 km/h bei einer Reichweite von 100 Kilometern. Die Drohnen sind als Wegwerfsysteme konzipiert – günstig in der Massenproduktion, ausgelegt auf einen einzigen Einsatz.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem unbemannte Systeme auf dem Schlachtfeld in der Ukraine längst dominieren. Mehr als die Hälfte aller eingesetzten Waffen stammt mittlerweile aus Drohnen. In manchen Nächten starten 200 bis 300 dieser Fluggeräte.
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Vom Start-up zum Milliardenunternehmen
Helsing hat sich in wenigen Jahren zu einem Schwergewicht der europäischen Rüstungsindustrie entwickelt. Nach einer Finanzierungsrunde Ende 2024 über 488 Millionen Euro lag die Bewertung des Unternehmens bei umgerechnet rund 5,3 Milliarden Euro. Zu den Investoren zählen die Risikokapitalgeber Accel, General Catalyst und der schwedische Rüstungskonzern Saab. Die Erstfinanzierung kam von Spotify-Gründer Daniel Ek.
Die Bundesregierung hat dem Unternehmen bereits einen Auftrag über 220 Millionen Euro erteilt. Darüber hinaus haben Deutschland und die Ukraine Abkommen zur gemeinsamen Produktion von BARS-Drohnen unterzeichnet.
Auch am Boden setzt man auf KI
Während Helsing seine HX-2-Drohnen für die Ukraine in Serie produziert, entstehen parallel neue Lieferketten und Kooperationen für Zulieferer. Wer jetzt die richtigen Partner und Förderprogramme identifiziert, sichert sich einen Vorsprung. Report: So profitieren KMU vom Drohnen-Boom
Der Trend zu autonomen Systemen beschränkt sich nicht auf die Luft. In Ulm haben die Unternehmen DEUTZ und ARX Robotics die Massenproduktion des unbemannten Bodenfahrzeugs Gereon gestartet. Die Partnerschaft besteht seit Oktober 2025 und setzt auf batterieelektrische Antriebe sowie das KI-Betriebssystem Mithra.
Die ersten Lieferungen dieser Bodenfahrzeuge sollen noch im Sommer in der Ukraine eintreffen. International gewinnt die Entwicklung autonomer Waffensysteme ebenfalls an Fahrt: Das US-Verteidigungsministerium hat einen Haushalt von 1,5 Billionen Euro beantragt, der 55 Milliarden Euro für KI-gesteuerte Drohnen vorsieht. Die Europäische Union startet zeitgleich ein Pilotprogramm über 115 Millionen Euro speziell für KI-Rüstungsunternehmen.
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